Golfplatz Son Bosc in Muro soll nun doch gebaut werden

Das Balearenparlament in Palma de Mallorca hat bei einer gestrigen Sitzung mit den mehrheitlichen Stimmen der Partido Popular (PP), Unió Mallorquina (UM) sowie Agrupació Independent Popular de Formentera (AIPF), beschlossen das Golfplatzesprojekt Son Bosc im Gemeindegebiet Muro im Norden der Insel Mallorca weiter zu verfolgen.
Die bei der Abstimmung mit 26 zu 31 Stimmen unterlegene Regierungskoalition von PSOE-PSIB, Bloc sowie der Eivissa pel Canvi (EXC) unter dem Präsidenten Francesc Antich ist damit verpflichtet, das Golfplatzprojekt gegen ihren erklärten Willen weiter voranzutreiben.
Vor der Abstimmung, gab es im Parlament von Palma eine heftige Debatte, in der beide Seiten noch einmal ihre bekannten Standpunkte wiederholten. So beschuldigte der Abgeordnete der PP, Josep Juan Cardona, die Regierung den Bau der Infrastruktur für den Golfplatz bisher verhindert zu haben, obwohl alle gesetzlichen Voraussetzungen zum Schutz der Naturlandschaft Son Bosc erfüllt seien. Die Regierung Antich hätte alles getan, um den Bau des Golfplatzes in die Länge zu ziehen und letztendlich dann ganz zu verhindern.
Der UM-Vorsitzende Josep Melià unterstrich die Notwendigkeit des Projektes vor dem Hintergrund der anhaltenen Wirtschaftskrise, in der es nur wenige Arbeitgeber gäbe, die den Mut hätten ein derartiges Projekt überhaupt zu starten. Er fügte weiter hinzu, dass die Artenvielfalt der Insel Mallorca bereits durch den Naturpark s'Albufera gesichert sei, und dass es außerdem einen Erhaltungsplan für die seltenen Orchideenarten in Son Bosc gäbe.
Umweltminister Gabriel Vicens kritisierte die Haltung der Oppositionsparteien, denen er in diesem Zusammenhang Lobbyismus für inselansässige Geschäftsleute vorwarf. Er verteidigte die Absicht seiner Regierung Son Bosc dauerhaft als Naturreservat zu deklarieren und berief sich dabei auf zahlreiche nationale und internationale, wissenschaftliche Studien. Wörtlich erklärte Vicens:"Die Zerstörung von Son Bosc ist ein schwerer Fehler und stellt für die Insel Mallorca ein unersetzbarer Verlust dar. Gerade die Erhaltung von Son Bosc nutzt dem nachhaltigen Tourismus auf Mallorca und nicht seine Zerstörung zugunsten eines Golfplatzes".
Die Stellvertreterin des Bloc, Antoni Alorda, bezeichnet den in die Parlamentssitzung eingebrachten Antrag der PP als eine Schande für das Balearenparlament in Palma, da der Bau des Golfplatzes im Landschaftsgebiet Son Bosc die größte biologische Vielfalt der Insel Mallorca unwiderruflich zerstöre.






