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Zwischen Freud und Leid

Zwischen Freud und Leid

Kolumnist Mallorca - Rauchverbot auf Mallorca - Tourismus ade

Die Insel Mallorca im Brennpunkt vieler kontroverser Diskussionen. Unsere schöne Baleareninsel Mallorca als wertvoller Brand, mit dem sich jede Menge Geld verdienen lässt, und den man auch dann nicht so schnell verloren gibt, wenn es einmal nicht so gut um diese, unsere Insel steht, wie dies seit längerer Zeit schon der Fall ist.

Gerade einmal gut 600.000 Einwohner zählt Mallorca, vergleichbar also mit einer mittleren deutschen Grosstadt, wie z. B. Frankfurt am Main, und dennoch hat man zuweilen das Gefühl der Nabel der Welt, oder zumindest der Europas muss irgendwo hier bei uns zu finden sein.

Es wird gezerrt und gezetert, was das Zeug hält, oder auch jede Menge schöngeistige und hochtrabende Phrasen in die Welt gesetzt, wenn es denn um die Interessen einzelner Interessengruppen geht, und nicht selten schwankt ein Kolumnist der Insel Mallorca zwischen herzzerreisendem Betrübnis oder schallendem Gelächter, wenn er das Tagesgeschehen hier bei uns beobachtet.

Es zerreisst einem förmlich das Herz, wenn man die Tragödie um die beiden bei einem illegalen Motorradrennen auf der Insel getöteten Jugendlichen liest oder gar hautnah miterlebt. Das Wehgeschrei ist gross, noch mehr der gefühlte Schmerz derer, denen das Schicksal auf so schreckliche Weise ein junges Leben nahm.

Der da oben hat es so gewollt, werden nun die vielen Gläubigen meinen, fürwahr ein schwacher Trost, aber immerhin ein Weg für die Angehörigen diese Tragödie zumindest oberflächlich zu verarbeiten.

Die Ungestümtheit südlichen Temperaments hat einmal mehr ihren Tribut gefordert, der Preis der Freiheit, die Erziehungsphilosophie der langen Leine, an der man die Kinder und Jugendlichen vielerorts in Südeuropa laufen lässt. Insbesondere die Jungen, die heranwachsenden jungen Männer, selbstbewusst, was kann uns schon passieren, aber dann schlägt das Schicksal doch gnadenlos zu.

Einige der Beobachter meinen nun die Guardia Civil trage ein gerüttelt Mass an Verantwortung, da es seit Jahren bekannt gewesen sei, dass an der Landstraße zwischen Selva und Caimari, dem Ort des Unfallgeschehens, regelmässig ilegale Motorradrennen gegeben hätte.

Wie gut, dass man immer die da Oben, den langen Arm des Gesetzes, mit dem man ansonsten nur wenig zu tun haben möchte, als Schuldigen für allerlei Unbill ausmachen kann, anstatt die Ursachen einfach einmal da zu suchen, wo sie in Wirklichkeit zu finden sind.

Wenn Jugendliche mit 16 oder 17, so alt waren die beiden getöteten, eine 15-jährige Sozia wurde bei dem Unfall noch dazu schwer verletzt, Motorrad fahren, dann haben alleine nur die Eltern dieser Jugendlichen die Verantwortung dafür, und nicht ein Staat, ein Gesetz oder auch die Polizei.

Wer seinen Kindern in ihrer Sturm und Drangzeit, in der Blüte ihrer Jugend, in der sie oft mit breit geschwellter Brust durchs Leben gehen, als wenn sie niemand und nichts aufhalten könnte, das Motorrad fahren gestattet, es ihnen dann auch noch finanziert, der muss zwangsläufig mit dem Schlimmsten rechnen.

Weshalb man als Mutter, aber vor allem als Vater genau abwägen muss, und sich da zur Not auch mit etwas Druck und Entschlossenheit, oder noch besser mit der nötigen Schläue und List durchsetzen muss.

Dies ist seit vielen Jahren schon die Aussage eines der passioniertesten Motorradfahrer auf Mallorca, nämlich meiner Wenigkeit, und ich zähle nicht zu den Bikern, die mit ihrer Harley durch die Gegend cruisen und dabei die Landschaft und den Sonnenschein geniessen.

Die faszinierende Welt eines Gashebels, der auch schon bei einem Dreh von nur wenigen Millimetern schier unglaubliche und ungestüme Kräfte auslöst, dies ist die Art von Motorrad fahren, der auch ich seit Langem erlegen bin.

Aber, und nun kommt das Entscheidende, man muss sein Bike nicht nur aufs Minutiöseste beherrschen, sondern es ist auch in erster Linie der Verstand, sprich die Kontrolle der beim Motorrad fahren nicht selten überschäumenden Emotionen gefragt.

Es gibt für mich nichts schöneres als die Serpentinen des Tramuntana, dieses mächtigen Gebirges hier auf Mallorca, in möglichst flottem Tempo zu erleben. Jedoch, der Verstand und alle anderen Instinkte müssen dabei nicht nur jedwede denkbar mögliche Gefahr von vornherein kennen, sie möglichst ausschliessen, sie müssen auch in jeder Sekunde des Bikens auf das schier Unerwartete oder gar Unmögliche eingestellt sein.

Und genau deshalb strengt das zügige Motorradfahren selbst den geübtesten Biker mächtig an, die höchste Konzentration des Geistes und aller Sinne machen im Extremfall den Unterschied zwischen Leben und Ableben aus.

Meine ersten Grüße gelten heute all den Eltern, deren Kinder Mofa, Moped, Roller oder gar Motorrad fahren. Entweder ihr rechnet immer mit dem Schlimmsten oder ihr sorgt dafür, dass sie in ihrem jugendlichen Alter auf den Rausch der Freiheit und Geschwindigkeit verzichten.

Nur die wenigsten unter den Heranwachsenden sind überhaupt in der Lage die notwendige Umsicht an den Tag zu legen. Das ist nunmal die unangenehme Wahrheit, und der kann man sich stellen, oder sie einfach ausblenden.

Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen auch heute wieder an eine Politik, der viel zu oft das nötige Augenmass fehlt, und der nicht selten auch der Verstand abhanden gekommen zu sein scheint.

Nun hat sich ein Gastwirt aufgehängt, wegen dieses blödsinnigen Rauchverbots, welches flächendeckend tausende von Existenzen zerstört. Der arme Mann hat seinen Kummer niedergeschrieben, tausende andere, die ihr ins Elend treibt, weil ihr unbedingt auch noch in den letzten Winkel des Bürgers hineinregieren müss, tun dies leider nicht.

Es ist fürwahr eine Schande, was aus einer ehemals liberalen Gesellschaft geworden ist. Diese ist nämlich nur noch dann liberal, wenn es denen passt, die es sich so herrlich bequem auf den Politikersesseln gemacht haben, und die seit vielen Jahren zu oft mit nichts anderem beschäftigt sind als den Menschen im Land das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca , zwischen allerlei Freud, aber auch vielem, manchmal unermesslichen Leid.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon

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