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Tourismusqualität

Tourismusqualität

Kolumnist Mallorca - Rauchverbot auf Mallorca - Tourismus ade

Nur wenige Tourismusexperten hier auf den Balearen, oder besser formuliert, nur wenige im Balearentourismus tätige Verantwortliche, die sich in der Regel für Experten halten, scheinen auch heute noch nicht erkannt zu haben, wie die zukünftige Tourismusausrichtung der Inseln Mallorca, Ibiza, Menorca sowie Formentera auszusehen hat.

Insbesondere auf Mallorca könnte bald das ganz grosse Erwachen drohen, sofern die strategischen Überlegungen des Tourismusministeriums in Palma und der mit diesem Ministerium seit vielen Jahren verbundenen einflussreichen Seilschaften aus Politik, Verbänden und Wirtschaft nicht schnellsmöglicht korrigiert werden.

So ist man dort auch heute noch der Meinung, dass es gar nicht genügend Luxushotels wie auch andere Luxusliegenschaften auf Mallorca geben könne. Dutzende zusätzliche 5-Sterne-Hotels, nein, noch besser 6-Sterne-Hotels, luxuriöse Ferienwohnungsanlagen, besser noch, Ferienhaus-Siedlungen, Wellness- und Spa-Hotels mit jeglichem Komfort.

Dazu Seniorenresidenzen gleichen Anspruchs, Luxus all Inclusive am besten, Nautik- und Golftourismus satt, was will man dann noch mehr, sagt man sich bei den Entscheidern, während man dort beim Verzehr von Canapes und Schaumwein einmal mehr von der Schwere des eigenen Daseins ergriffen zu sein scheint.

Die entscheidende Frage, die Frage, die der Eingebung des natürlichen Menschenverstandes zwangsläufig folgt, und die sich nicht nur ein Kolumnist der Insel Mallorca stellt, diese Frage lautet, wo bitte ist die Zielgruppe der Luxusurlauber in der für die strategischen Planer in Palma de Mallorca avisierten hohen Zahl denn überhaupt auszumachen.

Wer wird denn Gast im Jumeirah-Port-Hotel in Port de Sóller, und in anderen vergleichbaren Luxusresorts der Insel? Und, wenn ich die Priorität bewusst auf den Luxustourismus setze, vernachlässige ich nicht dann automatisch den Massentourismus, selbst wenn ich dies nicht beabsichtige?

Die Existenz von Mallorca ist zu weit über 90 Prozent vom Massentourismus abhängig, die Zahl ist bekannt. Mallorca ist gleichbedeutend mit Massentourismus, viele der Mallorca-Urlauber kommen seit Jahrzehnten hierher, bereisen oft mehrmals im Jahr die Insel, oder verbringen ihren Zweiturlaub an einem der vielen schönen Strände auf Mallorca.

Dass dies nun anno 2008, in den Zeiten der Rezession, die Europa mehr und mehr fest im Würgegriff zu haben scheint, endgültig vorbei ist, muss jedem im Balearentourimus tätigen spätestens jetzt klar sein. Die soziale Schieflage als Folge der EU-Ostereiterung und Globalisierung ist erkannt, sie hat vor allem die Mallorca-Stammgäste-Länder Deutschland, England, Frankreich sowie Spanien selbst erfasst.

Der Mittelstand bricht flächdendeckend ab, mehr und mehr Menschen gleiten in die Armut ab, ohne sich dagegen wehren zu können. Wer bleibt dann als potentieller Gast noch übrig, muss man sich an verantwortlicher Stelle in den mallorquinischen Hotelverbänden genauso fragen, wie in den Sitzreihen des Parlamentes in Palma, und noch mehr bei den Verantwortlichen der Balearenregierung.

Nicht mehr viele, so viel ist sicher, und diejenigen unter ihnen, die sich den Urlaub in einer der stetig neu dazukommenden Luxusresorts leisten können, sie haben die Auswahl unter immer mehr Destinationen. Nicht nur weltweit, sondern gerade auch in Europa.

Hinzu kommt ein weiteres Damokleschwert. Die bewusst vorgenommene Vernachlässigung des Massentourismus auf Mallorca wird zum Marketinginstrument der konkurrierenden Reiseländer Türkei, Kroatien, Ungarn, Bulgarien und Rumänien. Dort schlummern immense Ressourcen, die mehr und mehr zum Leben erweckt werden.

Der klassische Mallorca-Urlauber kann sich seine ersehnte Urlaubsreise kaum noch leisten, schon gar nicht den zweiten oder dritten Mallorca-Trip. Da bieten sich die genannten Reiseländer doch gerne an. Sie locken nicht nur mit Sonne, Strand und Meer, sondern vor allem mit deutlich niedrigeren Reisekosten.

Das Hauptproblem des Mallorca-Tourismus ist nicht, dass es zu wenig Hotels in der gehobenen Preisklasse gibt, sondern dass der Massentourismus zu teuer geworden ist. Wer die Kosten für seinen Mallorca-Urlaub mit möglichen Alternativ-Reisezielen vergleicht, und diesen Reisekostenvergleich nimmt nicht nur der potentielle Urlaubsgast, sondern auch der Stammgast, immer öfter vor, der wird schnell feststellen, dass der ganz normale Mallorca-Urlaub einfach auch viel zu teuer geworden ist.

Und wenn der Reisewillige dann noch das Preis-Leistungs-Verhältnis zugrunde legt, dann wird es ganz, ganz eng für unsere Insel. So sehr gerade ich Mallorca auch liebe, und ich tue dies bekanntermassen seit weit über 20 Jahre, so sehr muss ich heute, 2008, konstatieren, dass das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung eines Mallorcaurlaubs leider in eine bedrohliche Schieflage geraten ist. Und was genau nicht mehr stimmt, darüber wird an dieser Stelle noch zu reden sein.

Mein erster Gruß am heutigen Tage, er geht an die Macher des Balearentourismus. Eure Strategie einer Luxusurlaubsinsel Mallorca wird in die Hose gehen. Und warum dies so ist, dafür gibt es viele Gründe.

Den Massentourismus links liegen zu lassen, oder sogar aktiv zu bekämpfen, wie das Beispiel Ballermann in Arenal, Playa de Palma, zeigt, das ist fatal, und dies wird schlimme Folgen für alle diejenigen haben, die hier auf der Insel vom Tourismus abhängig sind. Und das dies, neben meiner Wenigkeit noch mindestens 90 Prozent aller anderen Inselbewohner sind, dies dürfte ebenfalls jedem bekannt sein.

Das Motto einer neuen veränderten Tourismuspolitik auf den Balearen, und da insbesondere hier auf der Insel Mallorca muss daher lauten, wir benötigen keine Luxusdestinationen, sondern höchste Qualität im Massentourismus. Denn genau daran hapert es vielerorts.

Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an die Damen und Herren Bundestagsabgeordneten, und an die Deutsche Bundesregierung. Die Nato hat in Afghanistan eine Hochzeitsgesellschaft bombardiert. 47 Tote und Verletzte, vor allem Frauen und Kinder waren unter ihnen.

Abgesehen davon, dass nach Aussagen von afghanischen Regierungsvertretern niemand von ihnen etwas mit der Taliban zu tun hatte, der Irrsinn des dortigen Kriegseinsatzes wurde mit dieser Aktion einmal mehr offenbar.

All denen, die dies politisch mitgetragen haben, sollte am besten Nacht für Nacht die Geister der so grausam getöteten Hochzeitsgäste im Schlaf erscheinen. Und zwar so lange, bis dann endlich ein Lichtlein der Erleuchtung angeht, welches auch euch endlich mitteilt, dass sich Deutschland an diesen grausamen Handlungen auf keinen Fall beteiligen sollte, weder direkt noch indirekt.

Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca , die auch in Friedenszeiten genügend Probleme zu bewältigen hat, und die deshalb auf eine sachkundige Tourismuspolitik angewiesen ist.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon

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