Balla, balla oder Ballermann

Kolumnist Mallorca - Rauchverbot auf Mallorca - Tourismus ade
Es tut sich etwas bei uns auf Mallorca. Einige Meldungen der letzten Tage lassen darauf schliessen, dass die Tourismusverantwortlichen in Palma erkannt zu haben scheinen, dass es mit regelmässigen Hurrameldungen alleine nicht getan ist.
Der Tourismus auf dieser grössten aller Baleareninseln ist angeschlagen, und dies weit heftiger, als es manch Aussenstehender vermuten würde. Eben genau wegen diesen regelmässigen Hurrameldungen, höchst abenteuerliche Meldungen über Abermillionen von Fluggästen, satten Übernachtungszahlen, und vieles Andere mehr.
Dass nun die grösste Fluggesellschaft im Mallorca-Tourismusgeschäft, die Air-Berlin, in enger Zusammenarbeit mit der hiesigen Tourismusagentur Ibatur die Insel Mallorca zukünftig vermarkten will, ist gut zu bewerten, denn es ist ein erster Schritt in Richtung mehr Professionalität in der Aussendarstellung des wertvollen Brands Mallorca.
Der Kolumnist der Insel fragt sich nur, wieso sich erst anerkannte Tourismusexperten öffentlich zu Wort melden müssen, bevor man im Tourismusministerium in Palma endlich Handlungsbedarf sieht.
Gefordert ist gerade jetzt auch Francecs Antich, der Chef der Sozialisten, seit fast einem Jahr Regierungschef in Palma. Ihm dürfte die Entwicklung des Balearentourisimus mächtige Probleme in der Magengrube bereiten, weiss er doch, dass gerade seine Wiederwahl so gut wie unmöglich sein wird, wenn er die Negativentwicklung bei den Übernachtungszahlen nicht stoppen oder sogar umkehren kann.
Das Erschreckende an der Entwicklung des Balearentourismus ist, dass von allen Inseln vor allem Mallorca den weitaus grössten Rückgang hat. Über die Gründe wurde genügend palavert, nicht nur hier in der Mallorca-Redaktion wurde dieserhalb schon desöfteren Tacheles geredet.
Weg mit den hochtrabenden Schikymicky-Inselplänen, weg mit den Ballermannplänen, so muss die schnelle erste Losung lauten, denn die Ausrichtung Mallorcas als Insel der gutbetuchten Urlaubsgäste, als eine Insel vor allem für die Schönen und Reichen, eine Insel für die Golfspieler, diese Strategie wird ganz sicher scheitern.
Genau diese Zielgruppe nämlich wird immer kleiner und in den kommenden Jahren hart umkämpft werden, europaweit wie auch im weltweiten Tourismus. Die unheilvoll in die Wege geleitete Globalisierung und die EU-Osterweiterung, sie bringen leider keinerlei Zuwächse in diesem gehobenen Marktsegment. Im Gegenteil.
Längst dürfte auch dem dümmsten aller Politiker bewusst sein, was die Politik in den grossen Hauptstädten der EU ihren Wählerinnen und Wählern Unheilvolles angetan hat. Westeuropa verarmt, und die zunehmende Verarmung genau der Gesellschaften, die ehedem wie auch heute noch die tragenden Säulen des Mallorca-Tourismus darstellen, hat schwerwiegende Konsequenzen für die Insel.
Die Strategie darf daher nicht sein alles was auch nur entfernt an den Ballermann erinnert abzuschaffen, sondern genau das Gegenteil sollte geschehen. Spass und Freude ist es, was der typische Mallorca-Gast in seinem Urlaub erwartet, und nicht diese unheilvolle Totenstille an den Balenarios der Playa de Palma.
Die Party am Strand muss wieder her, so wie dies früher einmal gewesen ist, und wer sich daran stört, der soll einfach dort wegbleiben, denn Mallorca bietet anderorten genügend Platz und Raum für diejenigen, denen die Party nicht gefällt.
Der Arenalurlauber war schon immer die wichtigste Säule des Mallorca-Tourismus und auf diese Säule hat man vor allem die Politik in Palma mutwillig eingedroschen. Die Auswirkungen dieser Politik in Arenal sind genauso dramatisch wie die Folgen der von ihr immer weiter vorangetriebenen Bürokratisierung des Insellebens.
Wer zuhause in Deutschland, jahrein, jahraus, von abertausenden unsinnigen Vorschriften gegängelt wird, der möchte genau dies nicht auch noch in seinem Urlaub vorfinden. Die Jagd auf Kennzeichen D, die zunehmenden Radarkontrollen und Alkoholkontrollen auch da, wo es eigentlich unsinnig ist, zum Beispiel an der Playa, diese Dinge führen nur zur Verärgerung.
Jeder Urlaubsgast, aber auch jeder Auswanderer, der sich auf Mallorca schikaniert fühlt, und dies waren in den letzten beiden Jahren reichlich viele, wird zum unheilvollen Multiplikator. Er kommt nicht nur nicht wieder und sucht sich eines der anderen schönen Reiseziele, wie Kroatien, Griechenland oder die Schwarzmeerküst. Dieser enttäuschte Tourist wird Mallorca zuhause genau in dem schlechten Licht darstellen, in dem sich unsere Insel nunmal seit geraumer Zeit befindet.
Immer mehr Kontrollen in vielerlei Bereichen sowie das staatlich sanktionierte Raubrittertum mit dem Ziel auch noch unbarmherzig nach dem letzten Groschen einer Schattenwirtschaft zu greifen, obwohl genau diese Schattenwirtschaft in den zurückliegenden Jahrzehnten hierzulande von grossem volkwirtschaftlichen Nutzen gewesen ist. Auch dies wird dazu führen, dass Mallorca im Reigen der grossen und wichtigen Urlaubsziele in wenigen Jahren nur noch ein Schattendasein führen wird.
Meine ersten Grüsse von heute, sie sind genauso ein Appell an den immer seltener werdenden gesunden Menschenverstand in den vielen Amtsstuben in Palma, aber auch anderswo auf Mallorca.
Überlegt euch einmal selbst, was der immer ärger gebeutelte deutsche, englische oder französische Urlaubsgast erwartet, wenn er seinen Urlaub bei uns verbringt. Die Antwort darauf, sie dürfte eigentlich nicht so schwer sein, denn das Mallorca von heute würde dieser Urlaubsgast liebend gerne mit dem Mallorca von vor 10 oder gar 20 Jahren eintauschen.
Meine Grüsse nach Deutschland, sie gehen nach Berlin, an die Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel. Die deutsche Bundeskanzerlin, sie scheint sich von den durch sie und ihre Partei massgeblich mitgeschaffenen Problemen in Europa in Vogel-Strauss-Manier dauerhaft abwenden zu wollen.
Eure Politik, Frau Merkel, sie hat den Menschen in Europa nicht nur zunehmende Armut gebracht. Die Menschen bei Ihnen, und noch mehr die Menschen hier auf unserer schönen Insel Mallorca , sie können die zunehmende Kriminalität, kommend aus Osteuropa, kaum noch bewältigen.
Ihr habt diese schlimmen Zustände zu verantworten, und ihr seid nun auch in der Pflicht, dieser schrecklichen Entwicklung endlich ein schnelles Ende zu setzen. Dieses Europa hat niemand gewollt, weder bei euch in Deutschland, und erst recht nicht bei uns auf Mallorca.
Wie immer auch Grüsse an alle anderen auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca , die hoffentlich irgendwann wieder einmal die grosse Spassinsel sein wird. Eine Insel der Freude und Lockerheit, eine Insel ohne die Quadratköpfe, ohne diese jegliche Lebensfreude beschneidenden cabezas quadradas. Eine Insel, auf der die Zahl Eins auch desöfteren einmal eine gerade Zahl sein darf.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca
Ihr Marlon






