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Ein Stück Normalität

Ein Stück Normalität

Kolumnist Mallorca - Rauchverbot auf Mallorca - Tourismus ade

Wer hätte das gedacht, dass die Immobilienbranche auf Mallorca der Öffentlichkeit bereits zu diesem Zeitpunkt reinen Wein einschenkt.

Ein Kolumnist aus Mallorca tat dies bereits vor Monaten, zu deutlich waren seit langem schon die Alarmsignale auf unserer bislang so begehrten Insel. Die Preise für Immobilien auf Mallorca, diese sind überhöht, nein, extrem überhöht wäre hier sogar das richtige Wort.

Derartige Aussagen klingen natürlich nicht gerade wie Musik in den Ohren der Vielzahl derer, die seit vielen Jahren mit klingender Münze von der Nachfrage nach den Inselimmobilien auf Mallorca profitiert haben.

Einer Nachfrage, die nicht selten künstlich produziert wird, man denke da an so manche Bildzeitungsstory, eine dieser skurrilen Geschichten hatte sogar die Überschrift, die Russen kommen. Was nicht einer gewissen Komik entbehrt, jedoch, die Situation ist durchaus sehr ernst.

Tausende Arbeitsplätze rund um den Immobiliensektor, die Baubranche sei hier nur erwähnt, sie sind weit mehr als nur gefährdet. Die ersten Freisetzungen, die ersten Pleiten, sie verheissen nichts Gutes.

Und wenn jetzt sogar seitens des Verbandes der Immobilienverkäufer auf Mallorca von fünfundzwanzig Prozent Rückgang gesprochen wird, ein Insider sprach mir gegenüber dieser Tage von einer dramatischen Flaute, bei der jetzt wirklich nur noch die Unbedarften kaufen, dann ist dies eine Zahl apokalyptischen Ausmasses.

Grosse Pleiten sind nun zu erwarten, denn eines ist klar, spätestens jetzt werden die oben erwähnten Unbedarften aufwachen und versuchen noch das zu retten, was zu retten ist.

Vieles von dem, was hier auf Mallorca in den letzten Jahren überhastet und mir immenser Profitgier nach dem schnellen Geld in abertausende Baugruben hinein gestellt wurde, ist bis zu Oberkante Halskrause finanziert. Die Bombe, die dort noch zusätzlich schlummert, sie lässt ein Schreckensszenario ohne Ende vermuten.

Während man sich in der Immobilienbranche auf Mallorca nun Gedanken darüber macht, wie es nun weitergeht, wird es auch bei dieser Krise so sein, wie es in diesen Fällen nahezu immer so ist. Des einen Leid ist des anderen Freud. Und da kann derjenige mit dem nötigen Sitzfleisch am allerbesten profitieren.

Schleuderverkäufe und Zwangsversteigerungen, wohl dem der jetzt die Besonnenheit hat zu warten. Dazu wird es Zeit, dass die weit überhöhten Mietpreise sinken. Es kann nicht sein, dass hier bei uns auf Mallorca Mieten zu zahlen sind, die europäisches Grosstadtniveau haben.

Gleichzeitig ist die Bauausführung zum Teil haarsträubend, weit entfernt von alemannischen oder sogar eidgenössischen Normen. Löhne von 800 bis 1200 Euro Netto, das ist hier auf Mallorca das Normale, Zehntausende verdienen noch darunter. Es ist daher Zeit, dass wieder ein Stück Normalität einkehrt.

Meine ersten Grüße gehen daher heute an alle diejenigen, die mit dem Gedanken spielen eine Mallorca Immobilie zu kaufen. Bei der Frage, was ist eine Inselimmobilie überhaupt wert, was soll oder darf ich höchstens zahlen, da gebe ich Ihnen einfach den Rat weiter, den mir einst, mehr als zwanzig Jahre ist dies nun schon her, ein alter Mallorquiner gegeben hatte.

Dieser sagte mir damals, versuchen Sie mit grosser List und Schläue herauszufinden, was wir hier, die wir hier seit Generationen auf Mallorca leben, bezahlen würden. Dann nämlich kennen Sie den genauen Wert des Objektes.

Meine Grüsse nach Deutschland gehen zu Gabriele Pauli, diese selbsternannte CSU-Rebellin. Sie hat bei der Wahl des CSU-Landesvositz nicht nur die verdiente Abfuhr erhalten, die mageren 2,5 Prozent werden öffentlich als Demütigung interpretiert.

Hochmut kommt vor dem Fall, und Gabrielle Paulis Hochmut, er endet nun endlich mit dem längst überfälligen lauten Knall.

Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel, einer Insel, der hoffentlich bald stark absinkenden Immobilienpreise

Ihr Marlon

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