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Psychologisch

Psychologisch

Kolumnist Mallorca - Rauchverbot auf Mallorca - Tourismus ade

Es ist, wie vieles im Leben, alles auch immer ein bischen Psychologie. In diesen schweren Wochen der Immobilienkrise und Finanzkrise ist dieses Argument allerorten und sehr häufig zu vernehmen, auch und gerade hier bei uns, auf unserer Insel Mallorca .

Die leidgeprüfte Immobilienbranche versucht irgendwie tapfer und wacker dagegen zu halten, und in vielerlei Hinsicht erinnert mich das ganze etwas an Durchhalteparolen an die Soldaten in einem bereits verlorenen Kampf.

Es fehlen schlicht und einfach die Käufer, dies stand bereits vor den Turbulenzen an den Weltbörsen fest. Die Menschen in Europa haben kein Geld, auch und vor allem dank einer Europapolitik, dank einer Weltpolitik in den mächtigen europäischen Hauptstädten, unter Federführung von Berlin, London und Paris.

Gewinner gibt es natürlich auch, jedoch, dies sind hier bei uns nur einige Wenige, und, natürlich die Länder in Osteuropa. Es scheint wie ein weiterer Treppenwitz der jüngsten deutschen Geschichte zu sein, dass die Politik einer Deutschen Bundesregierung massgeblich mit dafür verantwortlich ist, dass der deutsche Arbeitsmarkt nun verstärkt mit dem Arbeitsmarkt in Osteuropa konkurrieren muss.

Dass dies so kommen würde, nun ja, als Politikvertreter in einem hohen Amte sollte man dies offenen Auges gesehen haben. Und wenn dies nicht so ist, dann ist man halt einfach fehl am Platz. So und nicht anders sind die Gesetze der freien Wirtschaft, und es wäre längst Zeit, dass einige Elemente jener Gesetze in die deutsche Politik Einzug finden.

Die kleine Schweiz, sie zeigt, dass es auch anders geht, wenn gleich sie einem immer stärker wachsenden Druck seitens der EU ausgesetzt ist. Den Damen und Herren Politikvertreter, in Berlin vor allem, ist diese kleine Insel inmitten eines gigantischen EU-Europa ein grosser Dorn im Auge.

Aber diese Schweiz beweist Standhaftigkeit, und mehr noch. Nachdem dort eine Allianz der Linken und Grünen die stärkste Partei des Landes, den Wahlgewinner SVP um den ehemaligen Bundesrat Blocher, in beispiellloser Weise kaltgestellt haben, wird man in der Schweiz spätestens nach den nächsten Wahlen mit einer deutlichen Abwendung von der EU rechnen können.

Man braucht dort schliesslich nur über die Grenze nach Deutschland zu schauen, um zu sehen, dass der weitaus grösste Teil Menschen dort Jahr für Jahr ein Stück mehr an Lebensqualität verliert. Das kann nicht der Sinn eines grossen Europas sein.

Wir leben nun in einer Zeit, in der man bei den deutschen Autoherstellern wieder Billigautos plant. Volkswagen gedenkt noch in 2008 gleich zwei Modelle unter zehntausend Euro zu präsentieren. Der Grund ist klar, immer mehr deutsche Neuwagen stehen auf Halde, sie werden auf den Hersteller selbst zugelassen, weil sich eine immer weiter wachsende Mehrheit der Deutschen einfach kein Auto, geschweige denn einen Neuwagen mehr leisten kann.

Und in dieser Zeit kann der Deutsche keine Immobilien auf Mallorca kaufen, wie denn auch. Da bliebe nur noch das dünne Marktsegment der Luxusimmobilien. Diese sind zwar derart lukrativ, dass ein Immobilienmakler vielleicht schon von zwei bis drei Verkäufen im Jahr leben könnte, jedoch, die Konkurrenz in der mallorquinischen Immobilienbranche ist ausserordentlich gross.

Und die Bandagen sind hart, knüppelhart sogar, es herrscht längst ein gnadenloser Überlebenskampf, in dem nahezu jedes Mittel recht ist. Erst recht das eingangs erwähnte Mittel der Psychologie. Jedoch auch das kleine Marktsegment der Luxusimmobilien auf Mallorca ist schwer angeschlagen, in anderen schönen, neuen EU-Urlaubsregionen ist eine gehobene Immobilie oft zu einem Bruchteil des Geldes zu haben.

Auch hier kann man mit grossem Sarkasmus rufen, den EU-Erweiterungspolitikern sei Dank. Ihr habt den Immobilienmarkt einem Wettbewerb ausgesetzt, den Mallorca kaum gewinnen kann. In jedem Fall werden die Immobilienpreise auf den Balearen, wie auch in ganz Spanien, dramatisch sinken.

Sollten Sie, verehrte Leserinnen und Leser, hierher auf die Insel auswandern wollen, dann sagt der Kolumnist der Insel Mallorca dazu auch heute einmal mehr, kommen Sie doch einfach einmal hierher und schauen Sie sich etwas genauer um.

Nehmen Sie einen Dolmetscher mit, aber selbst das muss nicht sein. Für wenige Euro bekommt man immer Hilfe von einem der vielen netten, einfachen Menschen auf Mallorca. Und mit denen sollte man sowieso in erster Linie reden.

Fahren Sie dazu am besten in die Inselmitte, weg von den schönen Inselstränden. Zum Beispiel in die heimliche Hauptstadt Mallorcas. Das kleine Städtchen Inca ist damit gemeint. Dort scheinen sich die Menschen noch ein Stück mehr an Normalität erhalten zu haben, und der Einfluss des Tourismus ist dort, auf den ersten Blick zumindest, noch deutlich geringer als an der Küste.

Nur an einem Donnerstag, da sollten Sie Inca tunlichst meiden. Denn dann ist Markttag, und ein ansonsten liebenswertes Städtchen verwandelt sich unvermittelt in eine Tourismusburg, weil tausende Deutsche und Engländer die Fussgängerzone belagern. Dann ist von der zitierten Normalität nichts mehr zu sehen.

Tausende Immobilienbesitzer auf Mallorca wollen, nein sie müssen ihre Immobilien dringend verkaufen. Sie können sie einfach nicht mehr halten. Kaufen will aber keiner, kaufen kann auch kaum jemand. Es ist schier eine Katastrophe.

Eine Lösung scheint in Sicht, wenn gleich bei dieser der Immobilinebesitzer seine monatlichen Hypothekenbelastungen nur teilwiese refinanzieren kann. Mehr und mehr Eigentumswohnungen auf Mallorca werden nämlich in Mietwohnungen umfunktioniert. Aus der Not macht der Mallorquiner eben nicht selten auch schnell einmal eine Tugend.

Sprechen Sie daher mit den einheimischen Maklern, und besonders mit den Immobilien-Eigentümern bewusst über diese Möglichkeit. Sie werden sich wundern, was hier auf Mallorca alles möglich ist. Es ist eben alles auch ein bischen Psychologie.

Und weil dies so ist, grüßt der Mallorca-Kolumnist heute alle die, die jetzt, Anfang 2008, eine Mietwohnung auf Mallorca suchen. Eine Wohnung zur Langzeitmiete. Sprecht diese Möglichkeit der Anmietung einer zum Verkauf stehenden Eigentumswohnung ausdrücklich an.

Wenn auch der eine oder andere Immobilienmakler das nicht so gerne sehen mag, der Eigentümer der Immobilie steht in vielen Fällen mit dem Rücken zur Wand. Und wenn man sich so gegenseitig etwas helfen kann, wieso eigentlich nicht. Wer mit dieser Einstellung auf Mallorca eine Mietwohnung sucht, der wird sich wundern, was so alles bei uns möglich ist.

Meine Grüße hinüber nach Deutschland, sie gehen an alle die, die nun glauben, der Börsencrash ist vorbei. Von wegen. Denkt immer an die Psychologie und lasst euch nicht verladen. An dieser Psychologie-Schraube wird gerade jetzt mächtig gedreht. Da schlummert noch so manche Leiche im Keller, und der Gutgläubige zahlt dann wie so oft die grosse Zeche, und zwar auf Cent und Heller.

Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel in einer dramatischen Immobilienkrise. Aber auch eine Insel mit einem traumhaften Frühlingswetter.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon

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