Lebensart à la Mallorca – Teil 3

Aus Unauffälligkeit und Schweigsamkeit wächst kein Neid. Wenn ich nicht zeige, was ich habe, bzw. nicht darüber rede fehlt für Missgunst jegliche Basis. Aus diesem Grund ist die spanische Gesellschaft überwiegend neidlos.
Dies lässt sich an Wochenenden u.a. im Hafen von Portals beobachten. Dort liegen zahlreiche Yachten, die Millionen kosten. Spanische Familien bummeln daran vorbei und bewundern, wie es scheint, neidlos die zur Schau gestellte Pracht. Wo der Neid fehlt, schaut der Arme nicht bewundernd zum Reichen auf, und der Reiche blickt auch nicht herunter auf den Armen.
Bekanntlich läuft auf Mallorca alles etwas langsamer als anderswo, was in Anbetracht der klimatischen Bedingungen speziell auf Mallorca auch sinnvoll ist. Die normale Arbeitszeit in Spanien ist überwiegend immer noch von 9 Uhr bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr, obwohl dieses Prinzip vor allem in Palma und den größeren Städten, in letzter Zeit mehr und mehr durch eine kontinuierliche Arbeitszeit ersetzt wird.
Für die meisten Mallorquiner gehört die siesta nach wie vor zum täglichen Routineritual. Wer nicht nach Hause fährt, besucht ein Restaurant, wo ausgiebig getafelt und diskutiert wird. Für uns ist die siesta ein bekanntes aber oft belächeltes Ritual.
Man darf sich also nicht wundern, wenn zwischen 13.00 Uhr und 17.00 Uhr, sogar in der Großstadt
Palma, wenig oder gar nichts läuft.Nach der Siesta beginnt jedenfalls wieder die Arbeit, die bis 20 Uhr dauern kann.
Der Mallorquiner verlässt dann seinen Arbeitsplatz und trifft sich in einer Bar auf eine copa mit Kollegen oder Freunden bis gegen 21 Uhr. Jetzt ist es Zeit heimzugehen, weil im Familienkreis ab 21 Uhr zu Abend gegessen wird, was sich bis Mitternacht hinziehen kann.




