Tierschützer protestieren gegen Stierkampf in Muro

Stierkampf in Spanien
Trotz schlechtem Wetter demonstierten rund 200 Tierschützer auf Mallorca gegen den geplanten Stierkampf in Muro im Norden der Insel. Vier Tierschutzorganisationen hatten dazu aufgerufen, gegen künftige Stierkämpfe in der in der Plaza de Toros in Muro zu protestieren.
Bereits gegen 17 Uhr versammelten sich die Stierkampfgegner, trugen blutrote T-Shirts und hielten Transparente mit der Aufschrift Stoppt den Stierkampf in die Höhe. Sie forderten zum Boykott des Stierkampfes auf und verlangten die Abschaffung der blutigen Tradition. Es kam zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen den Befürwortern und den Gegnern des Stierkampfes.
Wegen des anhaltenden Dauerregens wurde der Stierkampf zunächst auf kommenden Sonntag verlegt.
In der Plaza de Toros de Muro finden in diesem Jahr erstmals wieder corridas statt. Die Stadt Muro hatte die Stierkampfarena im vergangenen Jahr für 450.000 Euro gekauft und komplett renoviert. Stierkämpfe sind auf der Insel Mallorca ein eher seltenes Spektakel geworden.
Derzeit regt sich in ganz Spanien der Widerstand gegen die Tradition des Stierkampfes. In zahlreichen Städten Spanien finden immer wieder Demonstrationen statt. Erst kürzlich wurde im Parlament von Katalonien ein Gesetz zur Abschaffung des Stierkampfes eingebracht. Hierüber soll demnächst abgestimmt werden. Das Dorf Costitx in der Inselmitte von Mallorca hatte sich bereits im vergangenen von den Stierkämpfen distanziert und zur ersten stierkampffreien Gemeinde der Baleareninsel erklärt.
Allerdings hat sich der in ganz Spanien beliebte König Juan Carlos wiederholt für die Beibehaltung der Stierkampf-Tradition ausgeprochen. In einigen Autonomen Gemeinschaften Spaniens soll der Stierkampf sogar in der Verfassung verankert werden. Stierkampfbefürworterwerfen den Kritikern heuchleriches Verhalten vor, da den Rindern in der Massentierhaltung deutlich schlechter gingen als den Kampfstieren. Letztere würden ihr gesamtes Leben unter besten Bedingungen in der freien Natur verbingen. Außerdem wäre die Rinderrasse ohne den Stierkamnpf längst ausgestorben. Dazu würden riesige Ländereien in ihrem urtümlichen Zustand erhalten, welchen die Kampfstiere als Lebensraum benötigten.







