Terroristisch

Marlon über jüngsten Terrorwarnungen in Europa mit Auswirkungen auch     MallorcaEs ist schon erstaunlich welche Auswirkungen doch so einziger anonymer Telefonanruf haben kann. Sofort wird ein kompletter Flughafen evakuiert, alle Starts und Landungen werden verschoben, stundenlanges Chaos bei grösster Hitze am nach Palma de Mallorca zweitwichtigsten Airport auf den Balearen.

Man findet zwar ein verlassenes Gepäckstück, sprengt es vorsichtshalber dann auch, entdeckt dann jedoch, dass alles zum Glück nur ein Fehlalarm gewesen ist. Selbstverständlich darf in diesem Zusammenhand der Name ETA nich fehlen, denn dieser gibt als Abschreckung doch immer wieder etwas her.

Während ich mir die europaweiten Terrormeldungen, vor allem die der unsäglichen Yellowpress anschaue, grübele ich wieder einmal über die schlimmen Folgen leichtsinniger deftiger Schlagzeilen in vielen Leitmedien. Da wird von Terrorsommer gesprochen, europaweit natürlich, man soll anscheinend das Gefühl bekommen, als wäre man nun mitten in einem Krieg.

Komisch, spinne ich diesen gedanklichen Faden weiter, komisch dabei ist doch, dass der Terror nicht hierzulande und in Europa so viele unschuldige Opfer fordert, sondern im Irak und in Afghanistan, den afrikanischen Kontinent klammere ich dabei einmal ausdrücklich aus.

Beim Recherchieren im Web stosse ich immer wieder auf einen ganz besonders interessanten Namen. Robert Fisk nennt er sich, ein weltbeühmter britischer Jounalist, der unter anderem für den überaus angesehenen Independent schreibt.

Dieser deckte in den vergangenen Wochen und Monaten eine geradezu schreckliche wie auch traurige Veranwortlichkeit der Amerikaner für Terroranschläge im Irak auf. Unter Nennung von Zeugen beschreibt dieser in seiner Reportage mit der Überschrift, Unbekannte Amerikaner bomben im Irak, eine Perversion amerikanischer Kriegsführung sondersgleichen. Ich zumindest sehe dies so, und ich kann mir vorstellen, dass dies nahezu alle meiner Leser so sehen.

Dieser Mann schreibt, dass schon länger vermutet wurde, dass die fast täglichen Terroranschläge auf friedliche oder betende Schiiten im Irak, die von US-Sicherheits-Quellen der Al Quaida zugeschrieben werden, in Wirklichkeit Werk der Besatzer im Irak sind.

In den Medien spreche man zwar von Selbstmordanschlägen, dabei zeigen diese Anschläge oft die typischen Anzeichen ferngezündeter Bomben, wie sie der CIA verwenden würde. Man wisse auch nicht mit Sicherheit, wer die wirklichen Selbstmordanschläge durchführt, also die nicht ferngezündeten. Die nämlich, bei denen irakische Zivilisten das Ziel sind. Da der Fahrer des Sprengstoffautos dabei mit in die Luft fliegt, fällt eine Beweisführung sehr schwer.

Es sei noch nicht so lange her, daß zwei Mitglieder eines britischen Militärgeheimdienstes in Basra von irakischen Polizisten bei einer Kontrolle erwischt wurden. Diese wären mit ihrem Auto, bis unters Dach voll mit Sprengstoff, auf dem Weg zu einem belebten Markt gewesen.

Angesichts dieser und noch weiterer ähnlich schlimmer Erkenntnisse, die in vielen Ländern längst vermeldet wurden, selbst in Großbritannien, jedoch hierzulande zumindest von den grossen Medien noch nicht, da frage ich mich heute, wie lebenswert ist denn überhaupt noch unsere Welt.

Heute grüsse ich einmal zuerst alle Farbigen und Homosexuellen Amerikas. Eure Bürgerrechte sollen wieder in Gefahr sein, angesichts jüngster Gerichtsurteile des von George W. Bush mit erzreaktionären Kräften besetzten Obersten Gerichtshofes. Der Marsch durch die amerikanischen Institutionen geht anscheinend nun wieder zurück, in die andere Richtung. Vielleicht lässt sogar McCarthy wieder bald grüssen.

In Deutschland wird ebenfalls fleissig herumgeschnüffelt. Seit dem 1. Juli haben dort alle ihre Personennummer. Schäuble, Beckstein und Konsorten reiben sich heute die Hände angesichts der für ihre Ziele so wunderbaren Schlagzeilen.

Big Brother is watching you, so heisst der Leitsatz aus einem äusserst lesenswerten Buch von George Orwell. Ein Mann, der viele Jahre seines Lebens in der Obdachlosigkeit verbrachte, und dabei doch zwei der berühmtesten Werke der Weltliteratur geschaffen hat.

Das eine nennt sich Animal Farm, das andere, das, welches ich meine, hat nur den einfachen Namen einer Jahreszahl, 1984.

Darin bechreibt er eine totalitäre Welt, in der Menschen minutios überwacht und kontrolliert werden. Veröffentlicht wurde das Buch zwar einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, die Vision dafür hatte er längst schon in den 30-er Jahren. Er sah damit vieles weit vorraus.

Die polnische Staatsführung übrigens sieht für Deutschland einige Parallenen im Vergleich von damals zu heute. Was sagen Sie dazu, meine verehrten Leser. Ich für mich, wenn ich ehrlich bin, ich bin nicht mehr sicher, was genau ich noch denken soll. Ich weiss nur eines, nämlich dass der Gedanke an sich schon Angst macht. Denn dann würde es in Deutschland bald schon wieder lauten, Gute Nacht.

Mein Gruss nach Deutschland ist heute voller Sorge, passt gut auf, Ihr da drüben. Denn wenn es so ist, dann sind sie vielleicht bald wieder ab, so manche eurer Rüben. Grüße auch an an alle hier auf meiner Insel,

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,

Ihr Marlon
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