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Besinnliche Weihnachten

Erstellt: 2008-12-15 11:38:35

Weihnachten 2008 auf MallorcaWeihnachten 2008 auf Mallorca. Die Wochen der Besinnlichkeit sollten es eigentlich sein. Jedoch, in der Weihnachtszeit des ausklingenden Jahres überwiegen bei den allermeisten Familien auf Mallorca Sorgen und Ängste Und die quälende Frage wie es nach dem Jahreswechsel weitergehen wird.

Das kommende Jahr 2009 wirft seinen drohenden Schatten. Übermächtig scheint dieser Schatten zu sein. Im Gegensatz dazu die subjektiv empfundene und immer weiter wachsende Machtlosigkeit der Insulaner. Zumindest derjenigen, die Tag für Tag dafür zu sorgen haben, dass sie selbst und ihre Liebsten mit dem dringend Notwendigen versorgt sind.

Dass das Dach über dem Kopf bezahlt werden kann. Das Auto, was zunehmend ebenfalls finanziert ist. Alles weitere, was ein einigermassen würdevolles Leben beinhaltet. Die dringend notwendige medizinische Versorgung z. B. Oder auch einfach nur das tägliche Brot, Essen und Trinken.

Verehrte Leserinnen und Leser, liebe Mallorca-Freunde, es sind beileibe längst nicht mehr nur die Kreditverpflichtungen für die hierzulande fast schon obligatorische Eigentumswohnung, die dem Mallorquiner schlaflose Nächte bereitet. Es ist vielmehr schon so weit, dass viele Familienväter auf Mallorca Angst davor haben, dass sie bald ihre Familie nicht mehr vernünftig versorgen können. Nicht anders sieht es natürlich auch auf allen anderen Inseln der Balearen aus, ebenso wie in ganz Spanien.

Weihnachten 2008, wird dies mehr denn je zuvor die Zeit der Reflektion? Die Tage der Nachdenklichkeit? Vielleicht der Ursachenforschung, der Suche nach dem Warum und Wieso? Ein Kolumnist auf Mallorca findet, dass dies dringend notwendig ist, längst überfällig. Nicht nur auf Mallorca, weit darüber hinaus sollten wir uns deshalb fragen, was alles falsch gelaufen ist, in den letzten Jahren.

Wir sollten darüber nachdenken wer uns alle einem immer stärker wachsenden Existenzdruck ausgesetzt hat. Wer die Schuld dafür trägt, dass wir Angst davor haben unseren Arbeitsplatz zu verlieren. Oder, warum wir ihn längst verloren haben. Wer dafür gesorgt hat, dass unsere Arbeit in Billiglohnländer verlagert wurde, in denen die Menschen zu oft Arbeitsbedingungen vorfinden, die in Westeuropa bereits im 19. Jahrhunderts verboten wurden, da sie menschenunwürdig sind.

Wer die Verantwortung dafür zeigt, dass mit dieser Arbeitsplatzverlagerung ein beispielloses Lohndumping einhergeht. Mit der Folge, dass nicht wenige auf der Insel Mallorca für drei Euro Stundenlohn oder sogar noch weniger netto schuften müssen.

Wer dafür Verantwortung zeigt, dass sich grosse und kleine Gemeinschaften vermehrt auflösen und die Menschen deshalb vielerorts den wichtigen Halt in ihrem Leben verloren haben. Wer hat gesellschaftliche Strukturen zum Nachteil verändert, vielleicht sogar bewusst wichtige Hierarchien zerstört?

Wer zerstörte wichtige Traditionen, zahllose Lebensräume und damit ein erhebliches Stück Lebenskultur und Lebenswürde? Wer treibt die Menschen zunehmends in die Isolation, spätestens ausgelöst durch den alltäglichen Kampf ums Überleben?

Die Antworten auf diese Fragen liegen auf der Hand, und dies nicht erst seit gestern. Wir müssen damit aufhören einfach wegzuschauen, so wie dies bis jetzt der Fall gewesen ist. All das, was geschehen ist, war nicht fremd gesteuert, oder gar von Gott gegeben. Es sind alleine nur die Folgen bewussten menschlichen Handelns. Mit Planung und Strategie. Und ungeniertem Egoismus. Keinesfalls zufällig und unvorhersehbar.


Meine ersten Grüsse gelten den 180 Mitarbeitern der Traditionskäserei El Caserío de Mahón auf Menorca, die gerade jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren, so wie Millionen andere auch in Europa. Als Konsequenz aus einer verfehlten Politik, angetrieben von lobbyistischem Denken, massloser Gier und Ungeniertheit, wenn es um die eigenen Belange geht und die Interessen derer, die diese Politik erfolgreich beeinflusst haben. Geht endlich dagegen an, und zieht die politisch zur Verantwortung, die die wahren Verursacher der beispiellosen Wirtschaftskrise in Westeuropa sind.


Einer der Hauptverursacher ist ganz ganz klar die Politik in Deutschland, wohin ich meine nächsten Grüsse richte. Beginnend mit Helmut Kohl, über Gerhard Schröder bis hin zu Angela Merkel. Das sind die drei Regierungschefs, die die unsoziale Erweiterung der EU sowie die Globalisierung mit aller Macht vorangetrieben haben.

Ihre Vasallen in den Parlamenten haben dabei scheints nur den Grussaugust gespielt. In jedem Fall sind sie alle mitverantwortlich. Diese Politik war falsch und dümmlich, zum Vorteil von ganz wenigen nur. Nun stehen sie da und wissen nicht weiter. Aber wie sollen sie auch. Über Nacht wird da wohl kaum die Errleuchtung kommen. Woher auch.

Am Beispiel der Bundeskanzerlin Angela Merkel kann man in diesen Tagen anschaulich sehen wie das ganze PR-Kartenhaus zusammenbricht.  Ausser viel Schaumschlägerei und jeder Menge Spesen nichts gewesen, wird es wohl bald von allen Seiten erschallen


Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca in einer Weihnachtszeit, die für Hunderttausende Insulaner alles andere als entspannt und sinnlich werden wird.


Herzliche Grüße von der Insel Mallorca


Ihr Marlon






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