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Mein Gott Wasser

Erstellt: 2008-04-10 10:55:37

Marlon über Wasser und Regen auf MallorcaEin trockener und heisser Sommer steht der Insel Mallorca bevor, was durchaus nichts ungewöhnliches für dieses grosse Eiland ist, denn schliesslich ist der afrikanische Kontinent nicht weit.


Und so kommen sie alle Jahre wieder, die Ängste und Sorgen der Verantwortlichen in Palma, aber auch die vieler Inselbewohner. Hoffentlich gibt es keine Brände in den Wäldern der Insel. Diese sind oft sogar schon zu Anfang des Frühjahrs in einer Weise ausgetrocknet sind, die Anlass zu den schlimmsten Befürchtungen gibt.


Auch in 2008 das gleiche Szenario wie die Jahre davor, der balearische Umweltminister warnt in offiziellen Verlautbarungen vor einer erhöhten Waldbrandgefahr. Es fehlt das kostbarste aller Güter, aller Lebenselixiere, das köstliche Nass, das Wasser.


Das Wasser, das den Menschen in Mittel- und Nordeuropa im Überfluss zur Verfügung steht, so dass sie es zu oft arglos verwenden. Wer will es ihnen auch verdenken, denn genügend sauberes Wasser, ausreichend Trinkwasser für alle, sollte im Grunde eine Selbstverständlichkeit sein. Aber das ist es nicht.


Wer nach Spanien kommt, egal ob auf das Festland oder auf eine der Inseln, ob nun die Balearen oder Kanaren, der lernt den Umgang mit Wasser aufs Neue, auf eine völlig andere Weise, als er dies bislang gewohnt gewesen ist. Dem kann sich niemand entziehen, denn mit dem Wasser muss man sich hier bei uns bereits bei ganz banalen Dingen beschäftigen.


Der morgendliche Kaffee, den brühen wir hier nicht mit Wasser aus der Leitung auf, so wie Sie, verehrte Leserinnen und Leser drüben in Deutschland. Zum Trinken, zum Aufbrühen und zum Kochen nehmen wir nur das Wasser, was es überall auf der Insel in diesen typischen 5-Liter-Behältern zu kaufen gibt. Wer dies nicht tut riskiert nicht nur eine schnelle Magen- und Darmerkrankung, sondern vor allem auch gravierende Langzeitschäden, so er regelmässig Leitungswasser verzehrt.


Es gibt sehr viele bei uns, die trotz aller Warnungen ihre Kartoffeln, die Nudeln, Reis oder auch das Gemüse mit Wasser aus den Leitungen garen. Es ist nunmal auch ein Kostenfaktor, wenn man für nahezu alles gekauftes Wasser verwendet. Leider wird dabei jedoch vergessen, dass sich die vielen Giftsstoffe unseres Wassers nicht einfach abkochen lassen.


Wenn es hier auf Mallorca regnet, dann dient dieses Wasser vor allem dem Erhalt der Natur, und natürlich der Verwendung als Brauchwasser. Dieses Wasser sollte, wenn es irgendwie geht, nicht als Trinkwasser verwendet werden.


Zu den allerwichtigsten Aufgaben eines balearischen Umweltminsters, der Name des derzeit amtierenden lautet Miquel Àngel Grimalt, zählt die permanente Sorge um das Wasser, tagein wie tagaus. Dieses bedeutendste Element der Menschheitsgeschichte ist nicht nur, aber ganz besonders hier auf Mallorca das Symbol der Lebenskraft und der regelmässigen Erneuerung alles Lebens.


Und mit seinem ersten Gruß möchte der Kolumnist der Insel Mallorca heute alle seine Leserinnen und Leser beim Thema Wasser sensibilisieren. Bereits im Jahr 1992 hat die UNO den 22. März eines jeden Jahres zum Tag des Wassers erklärt. Day of water, so nannte ihn die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung, United Nations Conference on Environment and Development UNCED.


Wenn es heute, nach mehr als 25 Jahren, offiziell heisst, dass weit über eine Milliarde Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, dann zählt die Insel Mallorca , genauso wie ganz Spanien, nicht dazu. Unser Wasser gilt in der Amtssprache als sauber, man stelle sich das vor. Und damit sollte uns allen bewusst sein, wie schlimm es um das Wasser in der Welt von heute wirklich bestellt ist.


Meine Grüße nach Deutschland, sie gelten auch heute der olympischen Idee, und sie sind gerichtet an eine Deutsche Bundesregierung, die endlich ihre Vogel-Strauss-Politik beim Thema Olympia in Peking beenden soll. Das scheinheilige Argument Olympia habe nichts mit Politik zu tun, man kann es nicht mehr hören. Olympia ist Politik und umgekehrt.


Das Unrechtsregime in China darf in diesen Wochen Tibet abriegeln, damit sie dort die Menschen in aller Seelenruhe abschlachten können. Und auch ohne Livebilder geschieht dies dennoch vor unser aller Augen. Das kann und darf man nicht verleugnen.


Diese olympischen Spiele müssen abgesagt werden, ohne Wenn und Aber. Zumindest wenn ihr aus Politik und Sportverbänden euch noch ein Mindestmass an Vorbildfunktion für die Menschen in eurem Land, und da vor allem für die Kinder und Jugendlichen, erhalten wollt.


Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca , auf der in den kommenden Wochen und Monaten der Gott des Wassers, der Regengott, einmal mehr Adressat vieler Stossgebete sein wird.


Herzliche Grüße von der Insel Mallorca


Ihr Marlon






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