Viva España

Marlon auf Mallorca über den Nationalfeiertag und Christoph Kolumbus in     SpanienViva España, wir notieren den zwölften Oktober anno 2007, Día de la Hispanidad, Nationalfeiertag in Spanien. In Gedenken an die Entdeckung Amerikas an eben diesen Tag im Oktober des Jahres 1492, und, man würdigt an diesem heutigen Tage auch die hispanistische Gemeinschaft.

Die meisten Läden sind geschlossen, landesweit lassen es die Menschen etwas ruhiger angehen. Noch dazu erhalten wir alle ein verlängertes Wochenende, was will man mehr.

Abgesehen von den üblichen militärischen Paraden, der Beflaggung sowie einigen kulturellen Veranstaltungen, ein Kolumnist auf Mallorca wird keine hellseherische Gabe beweisen müssen, wenn er sagt, tief in den Köpfen und Gedanken der allermeisten Menschen in Spanien wird man über die Bedeutung des Tages nicht lange nachgrübeln.

So ist es nicht nur hier, im Gegenteil zu dem zeitgeschichtlich noch tauffrischen Äquivalent drüben in Deutschland, dem dritten Oktober, liegt der Anlass hier in Spanien bereits einige Jahrhunderte zurück.

Nichtsdestotrotz, Spanien blickt mit Stolz zurück auf seine Blütezeit, als Großmacht in der Kolonialgeschichte, eines Zeitalters, welches für viele Millionen Menschen auf der Erde leider mit viel Grauen und Schrecken verbunden war.

Aber darüber redet man nicht so gerne, vor allem nicht hier in Spanien, wenn gleich es als historisch bewiesen gilt, dass man Cristoforo Colombo, wie Christoph Kolumbus hier genannt wird, weit mehr als nur die allseits bekannten und kolportierten heroischen Fähigkeiten, wie seinen Entdeckerdrang und den Mut in völlig unbekannte Gewässer vorzudringen, zuschreiben muss.

So sind leider ausserordentlich schlimme Gräueltaten dokumentiert, diese sind jedoch wenig bekannt, schrecklichste Gräueltaten an der indianischen Bevölkerung. Da gab es unter Anderem einen Dominikanermönch und Juristen, Bartolomé de Las Casas mit Namen, seine Notizen lesen sich wie ein beispielloses Horroszenario.

Aus Respekt gegenüber der spanischen Krone und den Menschen hierzulande will ich das nicht noch weiter vertiefen. Wen es interessiert, zahlreiche historische Dokumente, Zusammenfassungen wie auch Kommentierungen hierüber findet man mühelos im Internet.

So ist sie nunmal gewesen, die Geschichte der Menscheit, eine einzige Blutspur der Unmenschlichkeit, in vielen Jahrhunderten noch dazu von denen ausgehend, die sich dazu auserwählt sahen den Menschen auf dieser Erde das Seelenheil zu bescheren. Belassen wir es dabei, und reden lieber von den angenehmeren Dingen rund um den in Spanien gefeierten Entdecker Christoph Kolumbus.

Seine Wurzeln können auch hier auf Mallorca zu finden sein, gleich mehrere Gemeinden vereinnahmen ihn für sich. Ein Dorf nahe Palma, mit dem angeblich ursprünglichen Namen Genova, oder auch die Stadt Felanitx, genauer ihr Hafen Portocolom, wollen lokale Historiker als Geburtsort des berühmten Mannes sehen.

Da gibt es allerdings noch eine ganze Reihe anderer Thesen, eine DNA-Analyse der Gebeine von Christoforo Columbo in der Kathedrale Santa Maria Sevilla brachte zudem jede Menge Aufregung und Verwirrung.

Zunächst gab es den Beweis, sie sind es nicht, andere Skelettteile wiederum sollen von ihm sein, weswegen man davon ausgeht, dass Teile seines Leichnams noch an einem anderen Ort begraben sind.

Dies könnte Santo Domingo sein, wohin sein Sohn Diego die sterblichen Überreste des berühmten Vaters überführen liess. Von Sevilla nach Santo Domingo, dann nach Havanna, und 1898 erneut zurück nach Sevilla, selbst nach seinem Ableben schien Christoph Kolumbus keine Ruhe zu finden.

Unter der Leitung der Molekular-Anthropologin Olga Rickards an der Universität Tor Vergata in Rom versucht man bereits seit mehr als einem Jahr nunendlich Licht in das Dunkel um die Herkunft des Entdeckers zu bringen.

Die DNA lebender Personen aus Genua in Italien, und aus Spanien, genauer, Kastilien, Katalonien, sowie auch hier bei uns auf den Balearen, Personen, die die Namen Colombo, Colon, Colomb oder auch Coulomb tragen, deren Erbgut vergleicht man in einer gross angelegten Studie mit einer zweifelsfrei vorhandenen DNA-Analyse eines anderen Sohnes von Christoph Kolumbus, Fernandez.

Interessantes um einen der grossen Männer der Geschichte unserer Welt, welches Kind lernt in der Schule nicht diesen Christoforo Columbus kennen. Und wer kennt nicht eine der berühmtesten Anekdoten schlechthin, das Sagen umwobende Ei des Kolumbus. Die verblüffend einfache Lösung für ein augenscheinlich unlösbares Problem, dies beschreibt diese weltweit bekannte Redensart, das Ei des Kolumbus.

Wie Sie dies, verehrte Leser, ganz bestimmt selbst schon irgendwann einmal erlebt haben. Wer kennt ihn nicht, diesen Menschenschlag, der da immer behauptet, dass könne ja jeder, das sei ja nichts besonderes, was man da mache, oder gemacht habe. Nicht selten sind dies Neider, Missgünstlinge, Christoph Columbus hatte die auch, und zwar zur Genüge.

Nach seiner Rückkehr von der legendären Entdeckungsreise aus Amerika, 1493 ist dies gewesen, da folgte er einer Einladung zum Essen bei Kardinal Mendoza. Dort fielen dann die oben erwähnten Worte. Es sei ein Leichtes gewesen, diese neue Welt zu entdecken, jedem anderen wäre dies auch gelungen. Und genau daraufhin ersann dieser kluge Mann die Idee mit dem Ei.

Christoph Kolumbus bat seine Kritiker darum, ein Ei auf seiner Spitze aufzustellen. Eine Sache, schier unlösbar, so werden es auch heute noch fast alle Menschen sehen. Die Anwesenden versuchten es viele Male, niemandem gelingt es, wes Wunder.

Nachdem alle der Auffassung sind, dass diese Aufgabe unlösbar ist, bittet man Christoph Kolumbuses selbst zu versuchen. Alles weitere dürfte bekannt sein, Kolumbus schlägt das Ei so mit der Spitze auf den Tisch, dass es stehen bleibt. Die Spitze ist zwar etwas eingedrückt, aber das Ei, das steht.

Man kann sich vorstellen, wie die Anwesenden gegen diese Lösung protestierten. Sie hätten das auch gekonnt, tönte es da wieder. Und da sagte Christoph Columbus, und er sagte dies zu recht, Der Unterschied ist, meine Herren, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“

Mit diesem Satz des berühmten Christoph Columbus grüsse ich heute alle meine Leser, hier in Spanien, drüben in Deutschland, wie auch anderswo, und ganz besonders hier auf der Insel Mallorca. Christopher Columbus hat da wohl ein grosses Wort gelassen ausgesprochen. Und ich bin sicher, es lohnt sich darüber einmal etwas länger nachzudenken.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon
Weitere Artikel in der Rubrik Marlons Gedanken:
  • Subventionspille

    Man nehme eine uralte Idee, neu verpackt, picke sich einen Finanzier heraus für diese Idee und verkaufe das ganze dann als genialen politischen Schachzug. Dennoch, das ...

  • Emotionale Nähe

    Ist das, was sich am Nachmittag des 20. August 2008 auf dem Madrider Flughafen Barajas abgespielt hat, schicksalhafter Zufall oder gibt es nachvollziehbare Ursachen und Hinterg...

  • Pleiteinsel Mallorca

    Der Staatsanwalt wird mehr und mehr zu tun bekommen auf unserer Insel Mallorca. Wer bis heute noch geglaubt hatte, dass der Totalabsturz des ehemaligen Tourismusparadieses Mallor...

  • Wahrnehmung

    Da hat sie nun ihre Urkunde erhalten in Palma de Mallorca, eine Riesenurkunde, mit Rahmen noch dazu. Die deutsche Bundeskanzerlin Angela Merkel hat ein 1 Meter grosses Diplom &...

  • Vor dem Fall

    Das Volk liebt den Verrat, den Verräter jedoch, diesen liebt man nur für eine kurze Zeit. Danach erntet der Verräter nur  Verachtung, eine Verachtung, die sich...

  • Ungläubiges Staunen

    Die Metro in Palma de Mallorca wird immer mehr Opfer der Regenmassen, die Prognose eines Kolumnisten auf Mallorca scheint düstere Wirklichkeit zu werden. Meine Leser werden...

  • Lustiges aus dem Schaukelstuhl

    Der erste grosse Regen auf Mallorca, dem Himmel sei es gedankt und gepredigt. Welch ein Genuss, welch eine Freude für alle von uns, die wir nun seit gut vierzehn Wochen ohne ...

  • Königinnen dieser Welt

    Jetzt kommt sie leider doch nicht hierher nach Mallorca. Und wie viele hätten sich so sehr darüber gefreut. Die Queen sollte eigentlich hierher kommen, Queen Elisabeth...

  • Über Zombies und Jubeldollars

    Es soll dies ein grosser Jubeltag werden. Der heutige Sonntag ist gemeint. Nein, nicht hier für uns oder jemand anderen auf der Insel Mallorca, oder nicht nur. Denn, für...

  • Die Integration der Wurst

    Nun hat er ausgepackt, der Wurstkönig von Mallorca. Dies will er jedenfalls glaubhaft machen, wenn man alleine nach dem Titel geht. Horst Abel heisst der Mann, diejenigen, di...

  • Die Sorge ums Kind oder Geld?

    Neben dem Regierungsantritt des neuen Mitte-Links-Bündnisses auf den Balearen sorgt ein bemerkenswertes Gerichtsurteil momentan für Gesprächsstoff auf Mallorca un...

  • Sand in den Augen

    Die neue Legislaturperiode auf den Balearen beginnt am heutigen Dienstag, an einem Tag mit allseits bekanntem Mallorca-Traumwetter. Das Links-Mitte-Bündnis unter der Fü...

  • Auf die Knie!

    Dieser Dienstag Morgen auf Mallorca könnte sich im Rückblick, vielleicht sogar am nächsten Wochenende schon, als ein angenehmer Tag für einen Kolumnisten erwei...

  • Es brennt

    Die Grand Nation hat gewählt. Auch einige wenige Franzosen auf unserer Insel hier, auf Mallorca, sollen gewählt haben lese ich. Es waren wohl zu wenige, befürchte ...

  • Regentropfen

    Ein Hauch von Mallorca, in Deutschland. Man glaubt es kaum. Während die größte Boulevardzeitung dort, in großen Lettern auf ihrer Titelseite frohlockend, T...

  • Mallorca statt Deutschland

    Nun ist es amtlich. Deutscher Bundestag genehmigt Tornadoeinsatz. Mit breiter Mehrheit sagt man. Gewissen, irrelevant. Heutzutage. Wetten, dass die Kinder von denen nicht dabei s...

Diesen Artikel bookmarken:

Mr. WongWebnewsIcioOneviewLinkarenaFavoritenSeekxlKledy.deSocial Bookmarking ToolBoniTrustBookmarks.ccFavitNewskickNewsiderLinksiloReadsterFolkdYiggDiggDel.icio.usRedditJumptagsSimpyNetscapeFurlYahooSpurlGoogleBlinklistBlogmarksDiigoTechnoratiNewsvineBlinkbitsMa.GnoliaSmarking
© 2005-2008 power-labels.com - Intelligente Internet Lösungen