Wer terrorisiert hier bitte wen

Marlon über die Korrumpierbarkeit der Politik auf Mallorca und anderswoGeld ist eine Waffe. Diese Erkenntnis offenbart sich nicht nur den Menschen hier auf Mallorca.

Angesichts der jüngsten Ereignisse rund um den Krankenhausbau in Son Espases fragen sich mehr und mehr Balearenbewohner, ob denn Geld mittlerweile ganze Politikergenerationen quer durch die Parteienlandschaften korrumpiert.

Wie anders ist es sonst zu erklären, dass die Umstände der Krankenhausplanungen einschliesslich des Grundstückverkaufs sowie der Auftragsvergaben viele, viele Fragen aufwerfen.

Mehr und mehr stellen sich auch Fragen nach ethischen Grundsätzen menschlichen Verhaltens bei politisch Verantwortlichen. Wenn wir hinüber schauen, nach Deutschland, stellen sich nicht nur diese Fragen, dort bieten sich, in frappierender Weise, sogar einige mögliche Antworten an.

In Deutschland wird angesichts der jüngsten Äusserungen einiger Politiker zunehmends offenbar, dass fast eine komplette Politikergeneration mit ihrer Handlungsweise ihrem Land, Deutschland, immensen Schaden zufügt.

Ich rede da nicht nur über das unsägliche Thema Globalisierung, welches zu Massenverarmungs-Tendenzen in weiten Gesellschaftsschichten geführt hat und noch weiter führen wird.

Nachdem Politiker der Parteien CDU/CSU, SPD, FDP sowie der Grünen deutsche Bundeswehreinsätze in Kriegsgebieten im Ausland gebilligt haben und immer noch billigen, warnen die gleichen Politiker plötzlich vor der Terrorismusgefahr. Sie sagen nun, dass Deutschland Zielscheibe des radikal-islamischen Terrors werden könnte.

Die unglaubliche Chuzpe dabei ist die Tatsache, dass die Menschen in Deutschland diese eventuelle Gefahr wahrscheinlich eben genau den Politikern mit zu verdanken hat, die nun vor dieser Gefahr warnen.

Die weitere Unglaublichkeit dieses Vorgangs - man beabsichtigt mit der selbst mit herbei beschworenen, vorsichtig formuliert, angeblichen Terrorismusgefahr, denn so sicher ist das ja gar nicht einmal, achtzig Millionen Menschen komplett zu überwachen, sie in einer Weise zu beschnüffeln, die man bis dato nur von totalitären Regimen her kannte. Bis in die Schlafzimmer hinein.

Wenn Wolfgang Schäuble jetzt sogar vor atomaren Terroranschlägen warnt, stellen sich immer mehr Menschen schon wieder einmal die, fast schon, Standardfrage der letzten Monate. Diese lautet, ist dieser Mann für die Aufgabe des deutschen Innenministers überhaupt geeignet.

Ausgerechnet der Mann, dem Verbindungen zum internationalen Waffenhandel nachgewiesen wurden, der im Zuge der CDU Parteispendenaffäre einräumen musste den Deutschen Bundestag belogen zu haben, Juristen sprechen da von Unwahrheit sagen.

Dies hört sich nicht nur schöner an, es macht auch den strafrechtlich feinen Untschied. Und diesen kennen Juristen wie Wolfgang Schäuble nur zu genau. Wolfgang Schäuble hat sich mit seinen Verbindungen zum Waffenlobbyisten Schreiber und der Entgegennahme einer Spende von DM 100.000,-- zumindest indirekt mitschuldig gemacht, an dem unglaublichen Leid, welches der Waffenhandel Millionen von Menschen in unserer Welt Jahr für Jahr zufügt.

Diese Schuld ist leider nur moralisch feststellbar, wobei das Wörtchen "nur" hier im Grunde völlig fehl am Platz ist. Und dieser Mann nimmt eine der Schlüsselpositionen der Deutschen Bundesregierung ein.

Die grüne Parteibasis hat ihren Vorstand jetzt erst einmal zur Vernunft gerufen. Sie haben gegen den Afghanistan-Einsatz der Deutschen Bundeswehr gestimmt. Die Grünenführung hat bis dato offenbar kein moralisches Problem damit, dass Deutschland mit dem Tornadoeinsatz am Tode Hunderter afghanischer Zivilisten, zumindest indirekt, beteiligt war.

Frauen, Kinder, ja sogar Babys wurden hier Opfer amerikanischer Bombardements, viele Menschen in Afghanistan wissen um die Mithilfe Deutschlands. Grünen-Politiker wie Bütikofer denken sich nicht viel dabei. Ob Bütikofer, Westerwelle, Stoiber oder Merkel, wo bitte ist da noch der grosse Unterschied.

Man hat den Eindruck, als wenn Politiker quer durch alle Parteien wie ferngelenkte Marionetten unisono den Stumpfsinn nachplappern, den amerikanische Geheimdienste in die Welt setzen. Geheimdienste, die nachweislich auch schon einmal mit eigens inszenierten Terroranschlägen "nachhelfen", wenn die öffentliche Meinung den gewollten politischen Entscheidungen nicht entspricht.

Die Frage, die sich ebenfalls stellt - wo sind die Intellektuellen, die angeblichen freien Geister, wo sind diese abgeblieben? Niemand schreitet in der öffentlichen Diskussion über die Bestrebungen der Deutschen Bundesregierung ein. Jedenfalls nicht massiv.

Die 68er Generation genauso wenig, wie andere. Sie sitzen anscheinend satt und wohlgenährt in den gut gefüllten Trögen, in die sie ihre Cliquen in den letzten fünfundzwanzig Jahren hineinmanövriert haben - oft sogar in gut dotieren höheren Beamtenpositionen, in die sie von Joschka Fischer und Co. hineingehievt wurden.

Wenn sich nicht bald die Menschen in Deutschland für die jetzige Politik, wie auch die geplante, von Merkel, Schäuble und Co. interessieren - dann heisst es bald endgültig, Deutschland, gute Nacht.

Meine ersten Grüße gehen heute hinüber nach Deutschland zu Verteidigungsminister Jung. Dieser Mann passt gut in eine Reihe mit Schäuble, Merkel und Co. Er würde bei einem Terrorangriff ein entführtes Passagierflugzeug notfalls ohne gesetzliche Grundlage abschießen lassen. Das entscheidet der dann ganz einfach so, sagte er nun im Interview.

Ich sage dazu nur, nicht nur in meinen Augen sind derartige Formulierungen nicht nur geistiger Dünnpfiff, sondern auch völlig überflüssig. Den einzigen Terror, den es in den letzten Monaten in Deutschland gab, dieser stellt auch die einzige Gefahr für dieses Land dar.

Es ist der Terror der Politik an den Grundfesten der demokratischen Verfassung, aufgebaut auf fast 60 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg. Einer Verfassung, die eine Bundeswehr ausdrücklich nie gewollt hat, in jedem Fall nicht erneut zu Kriegseinsätzen im Ausland.

Mit der fadenscheinigen Begründung einer Bündnishilfe, für einen Partner USA, dessen unehrenhaftes handeln bereits seit einigen Jahren bei Milliarden von Menschen rund um den Erdball grosses Entsetzen auslöst. Wer bitte will dies verstehen. Ein Mallorca Kolumnist, mit der gebotenen Entfernung zu Deutschland, ganz sicher nicht.

Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel. Einer Insel, die hoffentlich in sicherer Entfernung von der deutschen Politik ist.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,

Ihr Marlon
Weitere Artikel in der Rubrik Marlons Gedanken:
  • Nötigung

    Als wenn die Insel Mallorca im laufenden Tourismusjahr 2008 nicht von genügend anderen Sorgen und Nöten geplagt würde. Nun kommt auch der Streik der Spediteure hin...

  • Lügengebilde

    Es wird weiterhin mit höchst ominösen Zahlenmaterial eine erfolgreiche Tourismusinsel Mallorca vorgegaukelt, aber es lohnt sich eigentlich nicht mehr sich über die...

  • 5-Sterne-Insel

    Verbringen Sie Ihren Urlaub in einem Luxushotel auf der Insel Mallorca. So und nicht anders lautet die Losung der Zukunft, zumindest, wenn es nach dem Willen der Verantwortlichen...

  • Hinter Gittern

    Ein weiteres Gerichtsurteil bei Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser in Deutschland, lässt in diesen Stunden aufhorchen. Nein, eigentlich mehr noch, die Schwingungen de...

  • Enfant terrible

    Nun ist er also Trainer des Jahres geworden, Bernd Schuster, hier in Spanien, und wer von uns vermag es ihm nicht zu gönnen. Auch auf Mallorca ist der Mann Gesprächst...

  • Mallorca im Dezember

    Das typische Mallorca-Wetter, das worum uns alle bei euch da drüben in Deutschland beneiden, strahlend blau lacht es einmal mehr von da oben, vom Balearenhimmel. Wir mü...

  • Aufschwung und Armut

    Weit mehr als die Hälfte aller Balearen fristen ihr Dasein in unzumutbaren Lebensbedingungen. Die Meldung des spanischen Statistikamtes, sie macht in der Vorweihnachtszei...

  • Es bröckelt der Putz

    Ein weiterer Traumsonntag im November auf Mallorca ist vorüber. Man kann es gar nicht glauben, dass in wenigen Tagen die Weihnachtszeit beginnt. Bei Temperaturen um zwanz...

  • Wollt mich verschaukeln

    Die Stimmung auf Mallorca ist angespannt. Zumindest bei denjenigen, die ihren Lebensunterhalt mit der Arbeit eines Normalsterblichen und den daraus hier üblicherweise gezah...

  • Die Frage nach dem Blickwinkel

    Wenn dies so weitergeht, dann wird doch noch der Notstand ausgerufen, hier auf Mallorca. Und damit natürlich dann auch in den anderen Landesteilen Spaniens. Das wenig Lus...

  • Bedrückend

    Heiss ist es auf der Insel Mallorca, schon fast bedrückend schwül-heiss. Jeder Einheimische versucht seine Aktivitäten auf den frühen Vormittag oder den Abend ...

  • Der Mallorca-Traum

    Ein weiterer Tag zum träumen, hier auf Mallorca. Heute werden sie es genießen, sie werden sie endlich wieder einmal so richtig intensiv spüren, ihre schöne In...

  • Mallorca Osterträume

    Das Osterfest hat begonnen. Und unsere Insel, Mallorca, begrüßt seine Feriengäste mit dem Wetter, daß sie an Ostern nicht nur erwartet, sondern auch verdient...

  • Mallorca und Boris Becker

    Jetzt haben sie es doch geschafft. Neun lange Jahre hat es doch gebraucht. Statt den roten Teppich auszulegen, wie gut das noch ein Denkmal kommt. Nein, klug gedacht, das hat man ...

  • Von Port d'Alcúdia bis Ca'n Picafort

    Ein Hauch von Sylt, auf Mallorca. Brandung über Brandung rollt auf mich zu. Die Schaumkronen, in Vierer-Reihen, eine schöner denn die andere, das Türkis des Wassers...

Diesen Artikel bookmarken:

Mr. WongWebnewsIcioOneviewLinkarenaFavoritenSeekxlKledy.deSocial Bookmarking ToolBoniTrustBookmarks.ccFavitNewskickNewsiderLinksiloReadsterFolkdYiggDiggDel.icio.usRedditJumptagsSimpyNetscapeFurlYahooSpurlGoogleBlinklistBlogmarksDiigoTechnoratiNewsvineBlinkbitsMa.GnoliaSmarking
© 2005-2008 power-labels.com - Intelligente Internet Lösungen