Urlaub 2008
Die Urlaubssaison 2008 auf Mallorca, sie hat bereits begonnen, auch wenn sich die beliebte Baleareninsel noch ein klein wenig im Winterschlaf befindet.
Die Buchungssaison ist allerdings voll im Gang, da herrscht schon fast so etwas wie Hochbetrieb, wenn auch leider noch nicht ganz so wie in den Jahren zuvor.
Am gestrigen Abend in Palma, dieser wunderbaren Hauptstadt der Balearen und der Insel Mallorca, da stand zu später Stunde das Thema Tourismussaison 2008 auf der Tagesordnung eines seit vielen Jahren schon fast berühmt-berüchtigten Stammtisches.
Unter einigen nicht ganz Unbekannten der mallorquinischen Inselszene gaben auch Hoteliers, Besitzer von Ferienwohnungsanlagen und Finca-Besitzer in einem Restaurant in der Altstadt von Palma ihre Einschätzung der aktuellen Lage zum Besten.
Man war äusserst gut gelaunt, allerdings nicht wegen der allgemeinen Geschäftslage, sondern, der lokale Fussballclub, der RCD Mallorca, hatte soeben im heimischen Ono-Stadion die Königlichen aus der Hauptstadt geputzt. Das kleine Real besiegte das Grosse, ein Sieg der Katalanen, da war natürlich die Stimmung grandios.
Nahezu einhellig war man sich unter den Anwesenden einig, dass das nun beginnende Urlaubsjahr 2008 auf Mallorca ein hartes Jahr sein wird. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, man sieht drei wesentliche negative Einflüsse auf das kommende Urlaubsjahr, nicht für die Urlaubsorte hier auf Mallorca, sondern generell für die Balearen und ganz Spanien.
Der erste Grund ist ein hausgemachter, dies hat man selbstkritisch erkannt, obwohl man selbst eigentlich gar nicht soviel dafür kann. Jedoch, man hätte den eigenen Verbänden etwas mehr Dampf machen sollen.
Diese hätten nämlich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres bei weitem nicht den politischen Einfluss geltend gemacht, der nötig gewesen wäre, um das später Unheil zu verhindern. Vor allem der Hotelverband auf Mallorca hatte aufgrund seiner politischen Nähe zu Matas die Interessen aller nicht so vertreten wie es hätte sein sollen.
Die Politik unter der Führung des dann später abgewählten Balearenpräsidenten Jaume Matas, sie hat das vor allem verbockt, verlautete es fast einhellig aus der Runde. Angetrieben von dem egoistischen Bestreben in den Monaten des Wahlkampfes hat man vielen ausländischen Mitbürgern, wie auch dem Urlaubsgast, massiv vor den Kopf gestossen.
Nicht nur ein Kolumnist der Insel Mallorca schüttelte am gestrigen Abend in Palma's Altstadt des öfteren den Kopf, als man als ein Beispiel die beispiellose Jagd auf deutsche Nummernschilder diskutierte. Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass dies nicht nur falsch war, sondern auch geradezu lächerlich.
Weiss man doch selbst, wie locker der Spanier und Mallorquiner selbst eine ganze Reihe von gesetzlichen Vorgaben sieht. Es liegt nunmal im Naturell des Spaniers, Vieles eben nicht so verbissen und streng zu sehen, wie ein Quadratschädel aus Deutschland. Und genau das liebt der Alemanne an uns, sonst könnte er ja auch gleich in der eigenen Sonne verbleiben, an das heimische Meer fahren.
Während so mancher der Einheimischen noch vor einem Jahr hämisch darüber lachen konnte, das man die Deutschen mit ihren eigenen Waffen schlagen konnte, scheint sich das Blatt mittlerweile gewendet zu haben.
Man hat erkannt, dass das nicht gut war und ist, der deutsche Urlaubsgast kommt vor allem deshalb hierher, weil bei uns das Leben viel lockerer, südländischer eben, ist.
Den Ballermann nahezu trocken zulegen, sprich ihm, im Vergleich zu früher, die Luft abzulassen, weil man dort plötzlich Ruhe und Ordnung deutscher oder gar schweizer Prägung etablieren wollte, das sieht man unter den Vermietern als ein weiteres Beispiel der politischen Wirrungen auf Mallorca.
Diese Totenstille an der Playa de Palma, diese hatte allerdings selbst mich erschreckt, als ich dies im vergangenen Sommer mehrmals selbst in Augenschein nehmen konnte.
Und ich wäre beileibe kein typischer Ballermann-Tourist, aber ich kann mich darüber freuen, wenn andere ihren Spass haben. Und das hatten die Ballermann-Touristen über Jahrzehnte, wieso muss diese sprudelnde Geldquelle plötzlich versiegen. Zum Wohle einiger weniger, das macht keinen Sinn.
Wer will dies eigentlich, fragen sich mittlerweile immer mehr aus der lokalen Geschäftswelt, und man fordert längst ein Ende einer Politik zugunsten von kleinen Minderheiten.
Mallorca lebt vom Tourismus, und die scheinbar alleine nur von Eitelkeiten getriebene politische Strategie selbst den Ballermann zu einem Ferienparadies für den gut betuchten Urlaubsgast auszurichten wird keinen Erfolg haben.
Diese Ausrichtung sowieso nicht gut für eine Insel, die auf ihre natürlichen Ressourcen achten muss, man denke da nur einmal an den immensen Wasserverbrauch, der mit der Schaffung von Luxushotelanlagen und Golfplätzen verbunden ist.
Das richtige Augenmass ist gefordert. Die Tourismuspolitik der Zukunft, die touristische Ausrichtung der Balearen, ob Mallorca oder Nachbarinseln, sie muss neu diskutiert werden. Es muss gehandelt werden, darüber ist man sich einig, und das muss jetzt ganz schnell gehen.
Mit einem zustimmenden Gruß Richtung Regierungsbehörden in Palma, vor allem Richtung Tourismusministerium, verabschiede ich mich heute, nicht ohne den am gestrigen Abend erhobenen mahnenden Zeigefinger an dieser Stelle in virtueller Weise weiterzugeben.
Alle hoffen und denken, dass auch ihr das Problem längst erkannt habt, und man hofft auf das dringend notwendige Zeichen der Balearenpolitik in Richtung unserer Urlaubsgäste, insbesondere in Richtung deutscher Urlaubsgast.
Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an alle die, die Mallorca lieben. Ob nun als Auswanderer oder als Urlaubsgast, Mallorca wird schön und attraktiv für euch bleiben. Darauf werden die, die vom Inseltourismus leben, in Zukunft ganz besonders achten.
Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel im Frühlingserwachen, der ohnehin milde Winter scheint sich so langsam seinem Ende zuzuneigen.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca
Ihr Marlon
- Hup Holland Hup
Ein Kolumnist der Insel Mallorca hält sich seit einiger Zeit vornehm zurück, und man könnte fast meinen, er tut dies angesichts der krisengeschüttelten Situat...
- Urlaub oder nicht
Immer mehr Menschen in Europa sparen sich das Geld für ihren Jahresurlaub und verwenden es anderweitig, am liebsten als Vorsorge für die Jahre des letzten grossen Leb...
- Kennzeichen D auf Mallorca
Entschuldigend zuckt ein langjähriger Freund aus den Reihen der Guardia Civil seine Schultern, als ihn ein Kolumnist auf Mallorca auf die neuerliche Hatz auf Kennzeichen D...
- Verzweifelte Anklage
Das Leben in einer Welt anno 2008. Wie werden die kommenden Generationen dieses Leben im Rückblick einmal beschreiben, in Europa, und da insbesondere bei Ihnen in Deutschl...
- Urlauber mit Kneifzange
Machen Sie Urlaub auf der Insel Mallorca, so lautet der inständige Wunsch tausender Hoteleliers, Ferienwohnungs und Privatvermieter auch im Jahr 2008. Nun ist dies zwar ni...
- Der grosse Crash
Kaum hatte der Kolumnist der Insel Mallorca seine gestrige Kolumne abgetippt und an die Mallorca-Redaktion ausgeliefert, da holten ihn die aktuellen Ereignisse in einer Weise ein...
- Weinerlich
Was sagte doch noch unlängst ein prominenter Teilnehmer eines kleinen Sonntagmorgen Stammtisches in Palma, hier auf Mallorca, wenn es das Wort Korruption nicht gäbe, da...
- Die Jagd hat begonnen
Mallorca ächzt unter einer beispiellosen Welle von Preiserhöhungen, so wie ganz Spanien auch. Aber, dies ist kein isoliert zu betrachtendes spanisches Problem, die Urs...
- Still und leise
Es ist das erste Wochenende im September, unsere Insel Mallorca ächzt weiterhin unter der grossen Hitze. Zum Glück weht hier und da eine leichte Brise, selbst tief dri...
- Der Schnüffel geht um
Die Schnüffler sind unterwegs hier auf unserer Insel Mallorca. So lautet die Parole, die momentan quer durch die Inselorte geht. Genauer, sie schallt durch die Orte, die dire...
- Nationalistisches Gedankengut
Europa ist wieder einmal im Gespräch. Allerorten sozusagen, jedoch nicht hier auf unserer schönen Insel Mallorca. Zumindest nicht, wenn es um die europäische Integr...
- Brüssel und Berlin sei Dank
Und wieder einmal sind es osteuropäische Schlägerbanden, die die Insel Mallorca unsicher machen. Sie haben in den letzten Wochen und Monaten Tag für Tag Touristen &...
- Alea acta est
Alea acta est. Auf Mallorca sind die Würfel gefallen. Auch wenn es am heutigen Freitag erst einmal nur beinahe amtlich ist. Die Politik auf den Balearen und unserer Insel Mallo...
- Die Blase platzt
Die Immobilienblase in Spanien, und damit auch auf den Balearen, sie platzt. Und das Allerschlimmste, auch und vor allem auf Mallorca wird dies der Fall sein. Dies sind europ...
- Verspochen
Die ganz heiße Phase des Kommunalwahlkampfes in Spanien hat begonnen. Knapp zehn Tage noch, dann sind die Bürger der Balearen und auch auf Mallorca aufgerufen ihre Volk...
- Artistisch-statistisch
Wenn er denn damit ja recht hätte, denke ich mir, während ich zum wiederholten Male, so wie jeden Tag gewohnt, den weiten Ausblick auf die Platja de Plalma genieße...





































