Welch ein Bock!
Sie alle kennen das bekannte Sprichwort, das da lautet, Schuster bleibe bei Deinen Leisten. In genau dieser, zumeist jedoch in vielerlei anderen Variationen findet man dieses Verslein in nahezu jeder der Kulturen und Länder unseres Erdballs.
In Deutschland kennt es ein jeder, in Mallorca und Spanien geben es die Eltern oder Lehrer ebenso regelmässig an die Kinder weiter. ¡Zapatero, a tus zapatos, so lautet es auf der iberischen Halbinsel. Die Botschaft, man soll nur das tun und machen, was man kann, was man beherrscht, und nichts anderes.
Wie immer steckt in diesen oft über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende überlieferten Sprichwörter ein Stück Lebensweisheit, und man sollte jene Lebensweisheit Zeit seines Lebens nie ganz aus seinem Hinterkopf verdrängen.
Wieso spricht ein Kolumnist auf Mallorca Worte aus, die doch jedem so selbstverständlich sind, werden sie sich vielleicht jetzt an dieser Stelle fragen, verehrte Leserinnen und Leser. Und wie immer, fragen Sie sich dies auch dieses Mal zu recht.
Was für Sie und mich vielleicht noch Usus ist, dies gilt nicht unbedingt für die Politik. Wer sich den Werdegang zahlloser politischer Mandatsträger anschaut, und diesem Werdegang dann den Verantwortungsbereich des betreffenden Mandatsträgers gegenüberstellt, der kommt zuweilen aus dem Staunen nicht mehr raus.
Leider Gottes macht das jedoch kaum jemand, auch vor der Wahl. Man achtet eher auf Sympathie oder Antipathie, zum Beispiel ob Haare oder Anzug richtig sitzen, in der Mediengesellschaft unserer Zeit gilt dies mehr denn je.
In hohen Ämtern und Würden gewinnt man nicht mit Kernkompetenzen gewinnt das Vertrauen des Bürgers, so scheint es, sondern mit Haare färben, oder sich bei Talkshows auf einen Hocker stellen, um stattliche Grösse zu vermitteln.
Ganz aktuell können wir die Anwendung dieses Instrumentariums nahezu täglich beobachten, schauen Sie sich bitte nur einmal das Gesicht einer bekannten deutschen Politikerin überall in Illustrierten und Zeitungen an. Deren eher finstere, verbiesterte Mundwinkel hat man unter Zuhilfenahme einer Grafiksoftware am Computer in ein so schönes warmherziges Lächeln verwandelt.
Ein Gesicht sagt nunmal mehr als tausend Worte, die Psychologen, und ich denke auch meine Leser wiessen ganz genau, wovon ich hier rede. Bei dieser besagten Dame wirkt das auf mich allerdings eher peinlich.
Erstens weil zu extrem manipuliert wurde, aber auch, weil dem Maskenbildner diese Retuschierung im realen Leben nur zu einem kleineren Teil gelingt. Schauen Sie sich nur einmal die Interviews der betreffenden Dame im Fernsehen an. Aber vielleicht gibt es ja bald auch eine Totalmaske für Politiker, oder so etwas ähnliches.
Nun könnte man ja sagen, was solls, das ist doch eher verständlich, menschlich und gar nicht so wichtig, auf die realen Leistungen des Mandatsträgers kommt es ja eher an. Da sage ich, das stimmt grundsätzlich schon, es sei denn, man hätte mit der Wahl eines Mandatsträgers den Bock zum Gärtner gemacht, und dieser Gärtner ist auf diese Form der Manipualation angewiesen.
Hat man vielleicht den einen oder anderen Bock zum Gärtner gemacht, frage ich nun Sie, wenn man sich die Politik in Deutschland anschaut? Oder ist dies alles noch in einem ganz normalen Rahmen, der sozusagen alltägliche Lebenswahninn, mit dem die Bürgerinnen und Bürger nunmal leben müssen und längst zu leben gewohnt sind. Oder ist der Bürger selbst Bock und Gärtner in Person, schliesslich und schlussendlich hat er diese Politik ja gewählt.
Ist es zum Beispiel normal, dass die deutsche Politik massiv die EU-Erweiterung nach Osten hin vorantreibt, mit der Folge, dass Deutschland einer beispiellosen Welle illegaler Einwanderer ausgesetzt ist, seit Öffnung der Grenzen gen Osten?
Ist es normal und in Ordnung, dass die deutschen Polizeibehörden die durchaus dramatischen Statistiken über diesen Sachverhalt unter Verschluss halten müssen? Laut Anweisung von ganz oben, nämlich der Politik, wie vermeldet wurde, darf keinerlei Statistikmaterial darüber nach aussen dringen. Hat man Sorge, dass sonst ein Fiasko deutscher Europapolitik offenbar wird?
Ist es normal und in Ordnung, dass mit dieser Europapolitik Zehntausende, oder gar Hunderttausende illegaler Einwanderer nach Westeuropa gelangen, und wir reden hier über Menschen, die zumeist gar nichts zu verlieren haben?
Und, last but not least, ist es dann auch ok, dass die gleiche Politik im selben Atemzug die Terrorismusgefahr wachsen sieht und deshalb ihre eigenen Bürger einem Überwachungsszenario aussetzt, über dass sich der berühmte Visionär George Orwell heute in seinem Grabe drehen würde, wenn er denn davon erführe?
Überwacht wird mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung. Man braucht dafür Computer, Datenbanken, und vor allem Sachverstand und Kernkompetenzen. Verantwortlich für die Überwachungsmaschinerie ist Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.
Szenenwechsel. Der Internetdienst Heise Security hat eine Such-Website des Bundeskriminalamtes getestet, und dabei ganz triviale Sicherheitslücken entdeckt. So wäre es einem Sicherheitsexperten möglich, in die Datenbank einzudringen und an sensible Informationen zu kommen.
Das BKA wurde über diese unglaubliche Schwachstelle informiert und um Stellungnahme gebeten. Der betreffende Rechner wurde wohl vom Netz genommen, die Stellungnahme blieb jedoch aus. Die IT-Branche lacht einmal mehr und schüttelt gleichzeitig den Kopf über derart viel Unvermögen.
Diese Branche hatte sogar Ende des vergangenen Jahres öffentlich über ein derartiges Horror-Szenario spekuliert. Herr Schäuble und seine Behördenleiter hätten nur einmal genau zuhören müssen, wenn Sie denn gewusst hätten, worum es eigentlich überhaupt geht.
Man sagte diese Lücke vorraus, warnte davor, dass es über ein fehlerhaftes PHP-Skript auf dem BKA-Webserver möglich sein könnte, auf die Verzeichnisse zuzugreifen, in denen der Bundestrojaner seine gesammelten Daten ablegt.
Heise Security ging da noch gar nicht in die Tiefe, man unterzog diesen BKA-Server nur einem einfachen Sicherheitscheck. Von aussen versteht sich, mit einem recht einfachen Script, an das jeder kommen könnte. Was wird da erst bei kriminell motivierten Zugriffen möglich sein?
Ob nun überhaupt, und wenn ja, wer und wo genau hier ein Bock oder Gärtner sitzt, diese Einschätzung überlasse ich nun Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser.
Mein ersten Grüße von heute, sie gelten zwangsläufig der deutschen Politik, allen voran einer auf allen Zeitschriften plötzlich so wundersam lächelnden Bundeskanzlerin Angela Merkel, und natürlich ihrem Innenminister Wolfgang Schäuble.
Wenn ich an das eingangs erwähnte alte Sprichwort denke, dann gefriert mir das Herz, angesichts dessen, was sich da drüben bei euch in Deutschland tut. Die Menschen werden immer ärmer, nur ganz wenige immer reicher und mächtiger. Und noch ärmere kommen seit kurzem zuhauf ins Land, unkontrolliert, unkontrollierbar. Für den deutschen Bürger jedoch gibt es Kontrollen zuhauf. Obwohl mans nicht kann. Deutschland, armes Land, ich fürchte, Dir droht ein riesiger Flächenbrand.
Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel mit herrlichen frühlingshaften Temperaturen.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca
Ihr Marlon
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