Kabarett à la Mallorca

Marlon über eine weitere Schikane der Balearenregierung die jetzt ein     Dekret gegen Straßenmusikanten auf Mallorca erlassen hatStraßenmusikanten und Künstler sollen nach einer neuen Anordnung der Regierung der Balearen leiser werden. Vor allem hier auf Mallorca. Und sie sollen nur noch zu klar vorgegebenen Zeiten ihre Darbietungen präsentieren können. So hat es der balearische Tourismusminister Joan Flaquer gerade eben kund getan.

Ein Kolumnist fragt sich dieser Tage, ob ein derartiges Dekret überhaupt noch notwendig ist. Denn diese Straßenmusikanten sind doch wahrscheinlich sowieso schon unterwegs nach Bulgarien, hinüber zum Schwarzen Meer. Dort wo auch die deutschen Touristen in Zukunft sind. Dort wo man das vergnügliche Treiben noch gerne sieht. Die Parties, laute Musik an den Stränden, das fröhliche Treiben halt.

Genauso wie es Jahrzehnte auch auf Mallorca gewesen ist, als man noch eifrig den roten Teppich für diese Touristen ausgelegt hatte. Für Touristen, die nur einmal im Jahr, wenn überhaupt, einer oft monotonen Tretmühle ihres gewohnten Alltags entrinnen können. Und die deshalb in besonders großer Zahl an die Playa de Palma kommen, wo der Bär dann auch tanzen soll, wie man so schön sagt.

Aber dafür hat man kein Verständnis mehr, hier auf der Insel Mallorca. Da greift man jetzt rigoros durch, so lange, bis man auch noch den letzten dieser Urlaubsspaß-Touristen vertrieben hat. Wo käme man da auch hin, wenn die auch noch selbst bestimmen könnten, was sie unter Spaß und Vergnügen verstehen.
Und wenn die dann weg sind, dann bleiben ja immer noch die vielen Afrikaner, Rumänen und so andere nette Gäste. Die werden ja immer mehr, und mit denen hat man dann schon noch genug Arbeit. Daß sie eher kein Geld mitbringen, ist gar nicht so schlimm, denn das kommt ja vor allem aus Brüssel.

Und das ist mittlerweile schon so viel, daß man sogar noch eine zweite Oper auf Mallorca bauen kann. Und die brauchen wir hier ja auch ganz dringend, denn diese Afrikaner sollen ja ganz schön musikalisch sein. Und diese Osteuropäer erst. Ihr kennt doch bestimmt alle diese romantische Zigeunerweisen. Also irgendwie könnte das Ganze doch schon Sinn machen. Oder nicht?

Meine Grüße gehen deshalb heute zunächst an die Balearenregierung und an den Inselrat. Ich weiß ihr habt getan, was ihr konntet. Und vielleicht seid ihr ja deshalb auch die kommenden Wahlverlierer, hier auf Mallorca. Aber vielleicht habt ihr ja auch Glück, weil ja viele eurer alten Wähler weder lesen noch schreiben können. Und wenn ihr dann doch kein Glück habt, dann bleibt euch dieser folgende Trost. Daß ihr euer Bestes gegeben habt, dessen sind wir zumindest ganz besonders sicher. Und außerdem wisst ihr bestimmt, Humor ist auch, wenn man trotzdem lacht.

Grüße gehen heute auch einmal an die Deutschen in Bulgarien und Kroatien. Vielleicht könnt ihr ja bald wieder hierher kommen. Manchmal kommt ja alles ganz anders, als so mancher es sich denkt. Herzliche Grüße richte ich natürlich auch an alle anderen in Deutschland, und hier auf meiner schönen Insel,

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,

Ihr Marlon
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