Die Sorge ums Kind oder Geld?
Neben dem Regierungsantritt des neuen Mitte-Links-Bündnisses auf den Balearen sorgt ein bemerkenswertes Gerichtsurteil momentan für Gesprächsstoff auf Mallorca und weit über Mallorca hinaus. Ganz Spanien diskutiert in diesen Tagen das Urteil des Familiengerichtes in Palma, denn dieses hat ein wichtiges Zeichen gesetzt.
Ein Zeichen für Familienväter, eines, das seit vielen Jahren längst schon überfällig war. Das Gericht hat einem Vater das alleinige Sorgerecht über seine Tochter zugesprochen, weil die Mutter das Kind fortlaufend gegen ihn, gegen den Vater, aufgehetzt hatte.
Nun wissen wir alle, dass Auseinandersetzungen in Fragen des Familien- und Unterhaltsrechts als tagtägliche Begleiterscheinung in Partnerschaftstrennungen äusserst emotional geführt werden, und dass von ursprünglich vorhandenen Sympathien dem Partner gegenüber nicht mehr viel übrig bleibt.
Von Liebe wollen wir da erst gar nicht reden. Aus dieser wird nämlich in vielen Fällen regelrechter Hass, mit der Folge erbitterter Auseinandersetzungen, juristischer, aber auch persönlicher Art. Menschliche Abgründe kommen dann immer wieder zum Vorschein. Unendlich traurige menschliche Abgründe, die der Betreffende, sprich derjenige, in dem diese zutage treten, in der Regel nicht einmal bemerkt und daher auch nicht wahrhaben will.
So wie es bestimmt auch im vorliegenden Fall gewesen ist. Dem betreffenden Vater fiel über einen längeren Zeitraum auf, dass seine elfjährige Tochter zutiefst misstrauisch gegenüber ihm war. Bei der Ursachenforschung fand er heraus, dass die Mutter die Tochter angewiesen hatte bei ihren Aufenthalten beim Vater all das schriftlich zu notieren, was dieser so tat.
Mehr noch, sie gab ihrer Tochter ein Handy mit, damit diese jederzeit und quasi live Berichterstattung betreiben konnte. Und jeder kann sich nun leicht ausmalen, welches Verhältnis dieses Mädchen zwangsläufig zu seinem Vater haben musste. Ein erheblich gestörtes, die Experten haben auch hierfür wie immer ein passendes Wort. Man spricht in derartigen Fällen von Parental Alienation Syndrome, was auf gut deutsch Eltern-Kind-Entfremdung bedeutet.
Das bemerkenswerte an der Urteilsbegründung dieses äusserst traurigen Kapitels elterlicher Sorgerechtsauseinandersetzungen ist die Tatsache, dass das Gericht nicht zwischen bewusstem und unbewusstem Verhalten der Mutter unterschied. Die Richter sind wohl der Auffassung, dass Eltern gegenseitige Ressentiments zurückzustellen haben, dem Wohle des Kindes zuliebe.
Eine längst überfällige und richtige Entscheidung, wie ich finde, aber nun bleibt abzuwarten, inwiefern dieses Urteil denn überhaupt Signalwirkung haben und damit von anderen Gerichten übernommen bzw. von Leitgerichten nachempfunden wird.
Und damit grüße ich heute einmal alle diejenigen Paare, die gerade jetzt mittendrin sind in Familien- und Unterhaltsrechtauseinandersetzungen in der Folge ihrer Trennung oder Ehescheidung. Denkt an die Kinder, in allererster Linie. Zerschlagt nicht zu viele Scherben, denn damit werdet ihr euren Kindern die Zukunft nur verderben.
Mein nächster Gruß geht nach Deutschland, einen Tag nach der Veröffentlichung der Nebentätigkeiten der Bundestagsabgeordneten gemäß Urteil des BVG in Karlsruhe. Da wird noch einiges in Zukunft hochkochen. So mancher Skandal wird da jetzt aufgedeckt, denn wehe wenn die Jounallie erst einmal Blut geleckt.
Grüße wie immer auch an alle anderen hier auf meiner Insel,
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca
Ihr Marlon
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