Regentropfen
Endlich wieder einmal ein Wetter wie für mich geschaffen, denke ich mir heute bei meiner allerersten, immer wiederkehrenden, schon fast routinemäßig von mir vorgenommenen, morgendlichen Handlung. Nahezu instinktiv schaue ich nach dem Aufstehen aus dem Fenster, werfe einen Blick auf das Dach meiner Insel, den zumeist strahlend blauen Himmel über Mallorca, um danach genauso instinktiv die Entscheidung zu treffen, aufzustehen oder lieber doch noch einmal den Weg zurück zu gehen, für den geliebten kurzen Moment zumindest.
Der Weg zurück in die warmen Federn, zurück in meine Träume von Mallorca und Deutschland, sowie der Welt drum herum. Der Weg zurück, er bleibt mir heute erspart. Diese Träume seh ich auch so vor mir, schön sind sie heute, direkt vor meinen Augen, da kann ich sie sehen. Es ist das Wetter, mein Wetter. Das Lieblingswetter eines Kolumnisten ist heute einmal angesagt.
Wie liebe ich die Meteorologen heute dafür, daß sie halt doch immer mal wieder menscheln. Und daß sie uns damit die Botschaft übermitteln, der Mensch ist noch lange nicht Herr über Gott und diese Welt. Und daß wir dann das so selten gewordene Gefühl erleben dürfen, daß es doch noch ein bißchen so ist wie früher. Wenn auch ein Hauch nur, aber immerhin.
Ein winziger Hauch von der guten alten Zeit, die immer mehr Menschen unter uns vermissen, und nach der wir uns dann auch mal mehr, mal weniger, auch so gerne sehnen. Ich spüre diesen Hauch heute, wie gesagt. Mein Wetter ist es, genauso wie es dies gestern gewesen ist. Sonne, gemischt mit einigen Wolken, mal mehr, mal weniger, und dazwischen immer wieder einmal diese so unheimlich romantischen Regenschauer.
Ein Regen im Sommer, es ist der warme Frühling zwar, aber die Temperaturen von über zwanzig Grad mit diesen herrlichen, wärmenden Regentropfen, sie sind das Labsal für meine müde Seele. Ich möchte jetzt so gerne hinaus, den allerorten zitierten romantischen Spaziergang einmal wieder selbst erleben, ihn so richtig tief und intensiv genießen.
Und wenn sie dann hoffentlich auch für mich herab kommen, möglichst bald, diese glückselig machenden, warmen Tropfen. Dieses wichtige Lebenselixier, von dem wir vergessen, daß es ohne gar nicht mehr gehen würde in unserer Welt. Und wenn ich dann nachher im Regen stehe, da draußen, diese schöne Natur hier um mich herum, das Meer vor meinen Augen, dann fällt mir bestimmt gleich ein, was zu tun. Denn dann schließe ich diese Augen, schalte völlig ab meinen müden Brain, und singe für mich, so ganz leise, still und heimlich, und wirklich nur für mich, I'm singing in the rain.
Diesen romantischen Sommerregen-Gruß schicke ich heute hinaus in alle Welt, in der sonst nichts anderes mehr zählt, außer unser liebes Geld
Diese herzlichen Grüße gehen natürlich auch nach Deutschland, sowie an alle hier auf meiner Insel, Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,
Ihr Marlon
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