Rezession
Die Rezession hat Mallorca längst im Griff. Ein Wort, das von der Politik nicht gerne in den Mund genommen wird, vor allem nicht bei den Machern in Washington und der Europäischen Union.
Rezession, ein Begriff, der wie ein Damokleschwert über den Köpfen der Politikvertreter schwebt, bei den Machern einer erweiterten EU, bei denen, die uns allen die Globalisierung eingebrockt haben.
Gigantische Verluste in einer Finanzbranche, die weit über eine Billion Euro in einen erkennbar maroden amerikanischen Markt investiert hat. Wir reden schon lange nicht mehr von Milliarden, und gehen Sie darüber hinaus ruhig davon aus, verehrte Leserinnen und Leser, dass an vielen Ecken und Enden das tatsächliche Ausmass der wirtschaftlichen Katastrophe verschleiert wird.
Seitens der Politik, seitens derjeingen bei Banken und Investhäusern, die trotz fürstlicher Bezahlung über Jahre hinweg das Geld ihrer Kunden in den USA mit purem Leichtsinn verschleudert haben.
Man stelle sich dieses gesamte Kartenhaus doch nur einmal genau so vor, wie es in Wirklichkeit aussieht. Die Bush-Administration führt einen genauso zweifelhaften wie unnötigen Krieg, stellt sich dabei noch dazu dämlich an, sprich sie waren trotz technischer Übrlegenheit nie in der Lage das ursprüngliche Kriegsziel zu erreichen. Die ohnehin hohen Kosten stiegen ins Unermessliche.
Einige wenige konnten sich jedoch kräftig die Taschen vollschaufeln, verdienten Hunderte von Milliarden Dollar, wahrscheinlich genau die Billionen, die nicht nur der amerikanische Steuerzahler auf den Tisch legen musste, sondern vor allem die dummen Europäer.
Fürwahr ein cleverer Schachzug der Bush-Administration, die so dumm dann auch nicht gewesen sein kann, wie dies desöfteren kolportiert wird. Denn sie hat ja noch Dümmere gefunden, die Ihnen diesen Krieg finanziert haben.
Nahezu jeder amerikanische Bürger bekam ein Darlehen, auch wenn erkennbar war, dass dieser den Kredit nie und nimmer würde zurückzahlen können. Und genauso so war der amerikanische Bürger ruhig und zufrieden.
Bush hatte die innenpolitische Ruhe, die er benötigte, und wenn dann doch etwas schief gehen sollte, was juckt es die Washingtoner Strategen. Denn dann hat man da ja noch die willfährigen Europäer, die werden den ganzen Mist schon bezahlen.
Dort wird sich schon niemand gross auflehnen. Die Politik dort, in Europa, die sitzt ohnehin mit uns im gleichen Boot. Die werden schön still halten, denen gehts ja auch richtig gut. Dem Lobbyismus amerikanischer Prägung sei es gepriesen und gedankt.
Und die Menschen? Na, die sind aufgrund der EU-Erweiterung und Globalisierung zunehmends froh, wenn sie gerade noch die paar Groschen verdienen, die sie für das Notwendigste benötigen. Ein Dach überm Kopf, Essen und Trinken. Was wollen die denn auch noch mehr.
Wer Angst hat, dass selbst die existentiellsten Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigt werden, hat zunächst einmal ganz andere Sorgen als seinen Politikvertretern auf die Finger zu schauen. Die Politik kann tun, was sie will, und das macht sie im Ansehen der Bürgerinnen und Bürger ohnehin seit Langem.
Die Insel Mallorca ist nur ein kleiner Flecken in einer westeuropäischen Landschaft, in der die Menschen zunehmends unter dem jämmerlichen Versagen der europäischen Politik ächzen und stöhnen. Aber, es wird zunehmends dramatischer hier auf der insel.
Am Beispiel von Mallorca kann man die Rezession, in der wir uns längst schon befinden, äusserst gut nachvollziehen. Eine dramatische Rezession, die immer noch kräftig geleugnet wird. Man bastelt scheints hierfür die abenteuerlichsten Statistiken, mit denen dann nach aussen hin operiert wird, und ein Kolumnist auf Mallorca fragt sich, wieso schlägt nicht endlich einmal der eine oder andere renommierte Volkswirtschaftler mit seiner Faust unerbittlich auf den Tisch.
Man kann dies nicht immer und nur mit einer drohenden Panik und, in deren Folge, mit einer gigantischen Weltwirtschaftskrise begründen. An allen Ecken und Enden sieht es nicht nur hier auf Mallorca äusserst schlimm aus.
In den USA kurbelt man seit Jahren munter die Notenpresse an, druckt einfach Dollarnoten, wenn das Geld fehlt. Man wirft selbst heute noch gutes Geld dem schlechter hinterher, und vertraut dabei auf die Willfährigkeit der Europäer. Die werden ihren Gürtel schon enger schnallen.
Wieso legt man nicht hier bei uns die gleiche Messlatte an, und macht genau dasselbe, frage ich mich immer öfter. Statt das Geld in einen unheilbringenden amerikanischen Schlund zu werfen, sollte man besser mit einer lockeren Kreditvergabe in Europa den Mittelstand und vor allem den Einzelunternehmer fördern.
Wenn da dann jemand sein Darlehen nicht mehr bezahlen kann, dann ist dessen Investition wenigstens hier bei uns, national oder im europäischen Binnenmarkt getätigt worden. Das hätte Sinn gemacht, dies wäre politisch auch klug gewesen.
Mein erster Gruß gilt der Politik in Berlin und den sogenannten Wirtschaftsweisen. Die Letzteren singen gewöhnlich das Lied der Politik, aber wie sagt man so schön, Wes Geld ich nehm', des Lied ich auch sing'.
Nun hat es sich jedoch so langsam ausgesungen, denn das Fiasko wird immer grösser. Selbst die kleine Schweiz wurde mitgerissen. Dort muss die UBS nicht nur eine kräftige Kapitalerhöhung beschliessen, weil die Hälfte des Aktienkapitals ausgelöscht wurde.
Die grösste Bank der Schweiz und in Europa wird mindestens 3000 bis 4000 Mitarbeiter entlassen müssen. Da fragt man sich, wieso man nicht seitens der führenden Politikvertreter, insbesondere in Berlin, noch nicht einmal ein einziges Wort des Bedauerns über das geradezu dramatische eigene Versagen vernehmen kann.
Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an die politischen Vertreter aller etablierten Parteien. Ihr verhaltet euch immer so, als wenn alles irgendwie Gott-gegeben ist. Die EU-Erweiterung, die Globalisierung, und die mit beidem einhergehende Freizügigkeit bei Zöllen und Personen. Zum Nutzen einer weniger, die hierfür seit Jahren fleissig Lobbyismus betreiben.
All das habt ihr im Parlament beschlossen, und zwar ganz bewusst, vorsätzlich sozusagen. Genauso wie ihr das einmal beschlossen habt, könnt ihr jetzt mit neuen, korrigierenden Beschlüssen das Rad der Geschichte auch wieder etwas zurückdrehen. Und ihr könnt es nicht nur, ihr müsst es sogar.
Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca, auf der selbst der Einzelhandel unglaubliche 25 Prozent Umsatzeinbussen hat.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca
Ihr Marlon
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