Benutzerdefinierte Suche

La Rigoletta - ein Alptraum

Erstellt: 2008-03-03 10:01:24

Marlon über die schlechte Küche in den Restaurants der Insel MallorcaTraumwetter auf der Insel Mallorca , dabei hat das offizielle Frühjahr noch lange nicht begonnen. Wie so oft erlebt und geliebt, so ist dies auch Anfang März 2008, bei Temperaturen um 26 Grad sah man am gestrigen Sonntag bereits einige wenige Badende in die Fluten eines aufreizend einladenden Mittelmeeres eintauchen.

Die Wassertemperaturen zu dieser Jahreszeit, nun, der Kolumnist auf Mallorca würde sich hüten schon jetzt ein kühlendes Bad zu nehmen.

Obwohl, Lust bekäme man, denn der tagtägliche Blick auf ein Meer, das in diesen Wochen Sauberkeit und Jungfräulichkeit ausstrahlt, dieser Blick treibt uns Insulanern auch noch die letzten verbliebenen müden Lebensgeister des mallorquinischen Winters aus den Gliedern. Ein Winter, über den Sie da drüben, verehrte Leserinnen und Leser, nur müde lächeln würden.

Natürlich konnten Sie den Kolumnisten der Insel Mallorca bei diesem Traumwetter-Szenario auch an den Promenaden der Bahia der Palma antreffen, denn er mischte sich unter die grosse Zahl derjenigen, die sich zwischen dem Yachthafen Palma und der Playa de Palma aufhielten.

Per pedes, auf dem Fahrrad, den Roller Blades, wie auch einigen anderen Fortbewegungsmitteln. Wie es nunmal beliebt, jeder tut und macht das, was er will, gerade und vor allem an einem Sonntag auf Mallorca ist dies vermehrt der Fall.

Wir alle haben es uns redlich verdient, sinnierte ich, als ich, seit Wochen wieder das erste Mal im italienischen Restaurant La Rigoletta an der Promenade von Portixol unweit des Yachthafens sitzend, aufmerksam das Treiben auf eben dieser Promenade beobachtete.

Noch unter dem Eindruck einer starken Bronchities stehend, nach der sich zwar die Lebensgeister nahezu allesamt wieder in Leib und Seele des Geplagten zurückgefunden hatten, entschied ich mich die frische Brise des Ozeans zu meiden, weshalb ich von einem Tisch im Innern des Restaurants aus das Auf und Ab auf der Strandpromenade in Augenschein nahm.

Der geradezu anmutige und paradiesische Blick unter diesen herrlichen Palmen hindurch auf einen gewaltigen und dennoch wundersame Ruhe ausstrahlenden Ozean, auf dem sich die Balearensonne wiederspiegelte. Dazu der sanfte Wellenschlag, ausgelöst durch den wärmespendenden Südwind, der Duft des nahen Afrika schien zu uns hinüberzuwehen.

All das war dazu angetan, bei mir und allen anderen um mich herum allerlei Fantasien und Lebensträume aus der Tiefe einer immer noch zumindest teilweise im Winterschlaf schlummernden Seele zu holen.

Die Flasche Wein war schnell bestellt, ein leichter Weisser, die richtige Wahl angesichts der sommerlichen Temperaturen. Dazu die Antipasti. Vitello Tonnato und einiges andere mehr, jeder der Anwesenden griff gierig zu.

Danach der Secundo, das Hauptgericht, aber, irgend etwas an diesem Tage schien nicht so zu sein, wie man dies noch vor mehreren Wochen am gleichen Ort erlebt hatte. Genau so lange war es nämlich her, dass ich dieses Restaurant das letzte Mal besucht hatte.

Während ein nachhaltigen Unwohlsein meine Magengegend mehr und mehr heimsuchte, wanderte mein Blick etwas bewusster umher. Das Personal eilte, nein, teilweise rannte es sogar die Tischreihen entlang. Wo war die so geschätzte Freundlichkeit abgeblieben, gehetzte Atmosphäre, allesamt waren sichtbar überfordert.

Noch beim Betreten des La Rigoletta registrierte mein Unterbewusstsein, dass ausgerechnet hier keine Terassenbestuhlung vorgenommen worden war, im Gegensatz zu mehreren anderen Restaurants daneben. Dort waren alle Aussentische besetzt, das Sommerwetter lud alle Menschen zu einer Rast im Freien ein.

Dennoch, im Innern des La Rigoletta waren alle Plätze belegt, so an die zweihundert Gäste wollten es sich einmal so richtig gut gehen lassen. Jedoch, wie schon erwähnt, irgend etwas stimmte an diesem Tag nicht.

Die Schmerzen im Leibe wurden immer grösser, beileibe nicht nur bei mir. Überhastet zehlten wir unsere Zeche, eilten dann hinaus. Erste Atemprobleme, leichter Brechreiz, Schwindelgefühle. Der Weg nach Hause, zum Glück waren dies nur wenige Schritte. Und was danach kam, das möchte Ihnen der Kolumnist einer Insel der Balearen, verständlicherweise, ersparen.

Mein erster Gruß am heutigen Tag, an dem ich mit allerlei Hausmitteln versuche mich einigermassen wieder aufzurichten, er gilt einem Restaurant, in dem ich mich im zurückliegenden Jahr, in den ersten Wochen nach seiner Eröffnung, noch so wohlgefühlt hatte.

Was ist nur aus eurer, zu Beginn noch excellenten, Küche geworden, sowie aus der freundlichen, beruhigenden Atmosphäre. Was habe ich euch in den ersten Wochen eures Wirkens in den höchsten Tönen gelobt.

Als eine Insel des Wohlgeruchs und Wohlgeschmacks auf einer Baleareninsel Mallorca, auf der man als Tourist und Newcomer nur mit viel Glück oder vorheriger Empfehlung eines Inselkenners ein gutes Restaurant erwischen kann.

Die spanische Küche, die Balearenküche, nun, es ist allseits bekannt, Mallorca ist nicht Frankreich, nicht die Novelle Cuisine, und schon gar nicht Italien. Und genau deshalb hatte ich mich im zurückliegenden Herbst noch so darüber gefreut, dass die gute italienische Küche unvermittelt vor meiner eigenen Haustüre zu finden war.

La Rigoletta, vor kurzem vom Kolumnisten der Insel in den Himmel gehoben, und was musste er nun erleben. Sicher, wir alle können irgendwann einmal einen schlechten Tag erleben. Wir sind alles nur Menschen, wir sind fehlbar.

Jedoch, den Ekel, den muss ich mir in keinem Restaurant der Welt holen. Das Erlebte kam einer Körperverletzung gleich. Und deshalb kann ich zumindest von einem Besuch des Restaurant La Rigoletta in Portixol nur wärmstens abraten.

Meine nächsten Grüße, sie gehen nach Deutschland, an die Bayerische CSU. Es war einmal, so wird es bald lauten, wenn man sich die Wahlergebnisse anschaut. So wie in allen anderen Parteien auch, so wird es auch bei euch so langsam Zeit, das nahezu eine gesamte Politikergeneration so schnell wie möglich abtritt.

Eure Wähler nämlich, sie geben entweder ihre Stimme erst gar nicht mehr ab, bleiben zuhause. Oder sie wählen irgendjemanden, Hauptsache nicht euch. Und dann seid ihr sowieso weg vom Fleck. Traditionen erhalten wollen und gleichzeitig alle europäischen Grenzen aufreissen, beides zusammen, dies funktioniert nunmal nicht.

Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca , auf der man sein Restaurant ganz besonders behutsam, mit Bedacht, auswählen sollte. So schön Mallorca auch sein mag, es sind leider nicht die Leibesgenüsse, die diese, meine Insel so liebenswert erscheinen lässt.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon






Weitere Artikel aus der Mallorca-Redaktion in der Rubrik Marlons Gedanken:
  • Der Blick zurück ins Elternhaus

    Es ist doch erstaunlich, dass die jüngere Generation in Spanien eher zufrieden ist mit ihrem Leben. Zumindest, wenn man den entsprechenden, auf der iberischen Halbinsel veröffentlichten, Umfragen glauben mag. Trotz hoher Arbeitslosigkeit, gerade in dieser Altersgruppe. Trotz derart hoher Kosten für den Lebensunterhalt, dass in der Konsequenz immer mehr junge Spanier...

  • Versager

    Die Pleite des Immobilien-Unternehmens Martinsa-Fadesa kommt nicht überraschend. Wer sich jetzt über die neueste Entwicklung in der spanischen Immobilienbranche erstaunt zeigt, oder gar mit Entsetzen über den Preisverfall von Immobilien auf Mallorca reagiert, muss sich den Vorwurf gefallen lassen entweder dumm oder völlig ignorant zu sein. Ein Kolumnist auf Mallorca spricht dies ...

  • Globale Dramatik

    Was nicht nur ein Kolumnist auf der Insel Mallorca seit Jahren immer und immer wieder reklamiert und anmahnt, dies bringt nun endlich auch die sogenannten Experten auf den Plan. Und es wurde auch so langsam Zeit, dass sich die Wissenschaft mit den unsäglichen Folgen einer in weiten Teilen planlos, dümmlich und menschenverachtend vorangetriebenen Globalisierungspolitik befasst. Die...

  • Kennzeichen D auf Mallorca

    Entschuldigend zuckt ein langjähriger Freund aus den Reihen der Guardia Civil seine Schultern, als ihn ein Kolumnist auf Mallorca auf die neuerliche Hatz auf Kennzeichen D anspricht. Wir befinden uns in einer gemütlichen Bar, inmitten einer der vielen kleinen Gassen in der Altstadt von Palma. In seiner Rechten die Cerveza, mit der Linken unmissverständlich gestikulierend was...

  • Arbeitslos

    Mallorca, die Baleareninsel ist im Herbst, und vor allem im Winter, eher eine Insel der Ruhe. Und wenn man die neuesten Arbeitsmarktzahlen analysiert, dann ist Mallorca eher zu ruhig, denn diese Arbeitsmarktzahlen sind, auch unter Berücksichtigung saisonaler Kritierien, ein Fiasko. Das Katastrophale an den neuesten Zahlen, welche das spanische Arbeitsministerium soeben publik machte, die...

  • Die Armut und Günther Grass

    Die Armut in Europa, und da vor allem in Deutschland und Spanien, speziell hier auf den Balearen und Mallorca, sie ist das Thema der Woche in Marlons Kolumne. Ein Kolumnist aus Mallorca stellt sich immer wieder die Frage, wie denn diejenigen, die diese wachsende Armut mit Ihren politischen Beschlüssen heraufbeschworen, die sie entscheidend mit verursacht haben, wie diese Damen und Herren...

  • Der Tiger als Bettvorleger

    Das Krankenhaus in Palma Son Espases wird nun doch gebaut, ein wochenlanger bizarrer Eiertanz scheint erst einmal vorrüber. Auch wenn die Umstände um die Metro in Palma de Mallorca sowie das schwere Unwetter den Regierenden um Francesc Antich etwas Ablenkung bringen, diese Krankenhausgeschichte ist längst noch nicht ausgestanden.Zum einen manifestiert sich nun endgültig der...

  • Pfeifen ohne Lederhosen

    Nach der letzten Nacht hatte ein Kolumnist am heutigen Tage zunächst nur wenig Neigung gezeigt sein Haupt überhaupt aus seinem Schlafgemach zu erheben. Der Blick aus dem Fenster auf die Playa de Palma hier auf Mallorca war wolkengetrübt, was die recht unbehaglichen, nur ganz dunkel in Erinnerung verbliebenen Eindrücke einer längeren Zecherei in der vergangenen Nacht...

  • Ein Cocktail gefällig

    Die Wasserqualität ist seit vielen Jahren ein ganz besonders brennendes Thema auf der iberischen Halbinsel. Wenn denn überhaupt Wasser vorhanden ist. Wie den meisten bekannt ist, gibt es in weiten Teilen Spaniens einfach viel zu wenig von diesem wertvollsten aller Güter auf Mutters Erde. Nicht selten bleibt im Sommer in einer ganzen Reihe von Regionen, insbesondere...

  • Nichtwähler-Tsunami

    Nun hat Frankreich doch noch einmal die Notbremse gezogen. Staatschef Nicolas Sarkozy und seine konservative Partei UMP schien Frankreich einer Tsnunami-Welle gleich zu überrollen. So wurde es in in den vergangenen vierzehn Tagen in allen französischen Leitmedien vermeldet. Die Wahlergebnisse des gestrigen Sonntags lassen im Grunde nur den Schluß zu, dass doch eine große...

  • Die Sessel der Macht

    Stimmen soll sie gekauft haben auf Mallorca, Wählerstimmen um genau zu sein. Maria Antonia Munàr und ihre Partei liberal nationalistische Union Mallorquina sieht sich diesen Vorwürfen ausgesetzt, und sie streitet sie natürlich ab. Nach alledem Erlebten wäre das zumindest für mich keine Überraschung, murmele ich so vor mich hin, den Blick auf diese Meldung...

  • Schwarzes Meer

    Die Playa de Palma am vorletzten Wochende im Mai. Schon fast bedrohend wirkt die äußerst ruhige Szenerie. Außergewöhnlich wenig Touristen um diese Jahreszeit, und ich bin doch etwas überrascht, daß es hier im südlichen Teil der Insel Mallorca nicht doch etwas anders ist als im Norden. Nun haben sie wohl beide gründlich vertrieben, stelle ich mit...

  • Heiliger Joseph

    Der erste Tag im Wonnenmonat Mai, so nennt man ihn doch. Auf Mallorca scheint heute wieder etwas von meinem Wetter angesagt, aber es scheinen nur wenige Wolken zu sein, die die Weiten des mallorquinischen Himmels, auf den ersten flüchtigen Blick zumindest, säumen wollen.Während hier sich mehr und mehr die Sonne zeigt, scheint sie woanders, an einem anderen Ende unserer Welt, nie...

  • Kommando zurück

    Mallorca-Wetter wie gewohnt, bereits vergessen scheint das Unbill der letzten Zeit. Die Gedanken hier auf der Insel richten sich wieder auf das Übliche. Das schöne Wetter, die Sonne, der Strand und das Meer gehörten doch schon immer zu dem Selbstverständlichen, das was einfach dazu gehört, das Muss, und über das man sich daher keine Gedanken machen brauchte, hier...

  • Des Touristen Spieß

    Es ist, als wenn Mallorca weint. Irgend etwas stimmt nicht, sinniere ich, wenn es so weitergeht, wird es diesmal nichts mit den 300 Sonnentagen hier auf der Insel. Es scheint alles so richtig zusammen zu passen, einem Puzzle gleich, es wird Zeit, daß nun kräftig zurückgerudert wird, und zwar von allen, deren Wohl und Wehe hier in einer schon fast dramatischen Weise vom Tourismus...

  • Neues Mallorca-Forum online

    ...

© 2006-2010 mallorcainfos.com - Tipps und Infos über die Baleareninsel in der Mallorca-Redaktion und im Mallorca-Forum