Jede Menge Quallen

Marlon über Spanair sowie die Quallenplage auf MallorcaNun baut die spanische Fluggesellschaft Spanair doch deutlich mehr Stellen am Hauptsitz Palma de Mallorca ab, als es in den ersten Verlautbarungen des Mutterkonzerns SAS zu vernehmen war.


Ein Schelm, wer da denkt, dass hier das taktische Kalkül die Strategien des Managements im Vordergrund steht, nach dem Motto, wie verkauf ichs meinem Kinde.


Für die Insel Mallorca bedeutet diese Entwicklung nichts Gutes, denn betroffen sind beileibe nicht ausschliesslich nur die etwa 600 Arbeitsplätze bei der Fluggesellschaft Spanair selbst, es werden noch etwa genauso viele dazukommen.


Man denke da nur an Zulieferer, Service- und andere Unternehmungen, die nun allesamt in grosser Sorge um ihre eigene Existenz sind. Wie immer in den Fällen, in denen ein grosses Unternehmen einen Standort schliesst oder radikal abbaut, trifft es die gesamte Region. Die Region ist in diesem Fall eine Insel. Unsere ohnehin arg gebeutelte Insel Mallorca.


Die Verantwortlichen in der Balearenpolitik sind nun gefordert, allen voran Francesc Antich, der Balearenpräsident aus dem Lager der PSOE, der Sozialisten, samt seiner Ministerriege.


Sie hatten vor gut einem Jahr vollmundig die Regierungsverantwortung übernommen. Sie wollten sie, sie bekamen sie, wenn auch nur mit knapper Mehrheit, und nun hat die Mitte-Links-Koaltion in Palma de Mallorca die volle Regierungsverantwortung.


Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, dieses alte Sprichwort sollte sich unbedingt hier und heute auf Mallorca bewahrheiten. Wir werden sehen, ob und was sich Francesc Antich und seine Minister einfallen lassen werden.


Guter Rat ist teuer, so lautet ein zweites Sprichwort, und die erste Idee kommt auch schon, druckfrisch aus den Räumen des Tourismusministeriums. Der Kolumnist auf Mallorca fragt sich allerdings ob die Strategie, die hinter dieser Idee steckt, überhaupt die richtige sein kann. Ich denke eher nicht.


Das Tourismusministerium schlägt nämlich vor, nein, es mahnt sogar an, dass man doch die derzeitige grosse Quallenplage bitte nicht lauthals vermelden solle. Dies würde zum Nachteil der Balearen sein, nachteilig vor allem für Mallorca. Dies würde die Touristen verschrecken.


Eine äusserst fragwürdige Strategie, denn wenn täglich Hunderte von Urlaubern mit der Feuerqualle in Berührung kommen, dann wird das Entsetzen noch viel grösser sein. Und diese Gäste kommen dann nicht nur nicht wieder zurück nach Mallorca. Viele tausend Gäste werden dann spätestens nach ihrem Urlaub in ihrem privaten und beruflichen Umfeld Negativ-Werbung betreiben, von Reklamationen und Rechtsfolgen ganz zu schweigen.


Transparenz ist daher unbedingt anzuraten, denn die Feuerqualle ist in milliardenfacher Zahl vor den Küsten Mallorcas vorhanden. Es wird Zeit, etwas dagegen zu tun. Zum Einen müssen die Ursachen für die unglaubliche Vermehrung der Qualle im Mittelmeer bekämpft werden, und zum Anderen, die riesigen Quallenschwärme selbst, sie müssen weggefischt werden.


Und zwar direkt vor der Küste, bevor sie in dieser unvorstellbar grossen Zahl in Strandnähe und an die Strände selbst gelangen, so gut es auch immer geht. Das ist eine sinnvolle Strategie, keine Frage, wenn auch klar ist, dass man damit das berühmt-berüchtigte Pferd von hinten aufzäumt.


Aber, das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, um jetzt bei überlieferten Verslein zu bleiben, und es gibt jetzt und heute, mitten in der Hauptsaison, im Sommer 2008, keinerlei Alternativen, wenn es darum geht die Urlaubsgäste in den kommenden Wochen vor den Feuerquallenschwärmen zu schützen.


Die Ursachen selbst, sie sind längst bekannt. Die Überfischung des Mittelmeeres, mit der Folge, dass die natürlichen Feinde der Quallen kaum noch vorhanden sind. Der Thunfisch wäre da als allererstes zu nennen. Diesen gibt es im Mittelmeer bald gar nicht mehr. Ähnlich geht es den Quallenfressern Nummer zwei und drei, dem Schwertfisch, sowie der Meeresschildkröte.


Dies ist eine Katastrophe für die Umwelt, die Menschen, die hier leben, und natürlich für den Balearentourimus. Die Umweltorganisation Greenpeace hat dies seit vielen Jahren erkannt. Sie weist seit Jahren auf diesen Umstand hin, und auf die folgen für uns alle. Kaum jemand in der Tagespolitik hat dies gekümmert.


Greenpeace ist mit einem Schiff auch jetzt wieder vor Ort, so wie dies in den letzten Jahren regelmässig der Fall gewesen ist. Sie sichten die Lage vor den Baleareninseln, und sie haben gigantische Quallenschwärme vor Ibiza und Mallorca entdeckt. Vor Menorca und Formentera sieht es leider nicht besser aus.


Die Erwärmung des Mittelmeeres verstärkt noch dazu die massenhafte Quallenvermehrung, und die kurzsichtige Politik aller politisch Verantwortlichen auf Mallorca, in Spanien und allen Mittelmeer-Anreinerstaaten treibt eine der schönsten Urlaubsregionen, die Balearen, in eine mittlere Katastrophe.


Mein ersten Grüße am heutigen Tage, sie gelten den mutigen Zeitgenossen und Zeitgenössinnen von Greenpeace. Bleibt bloss am Ball, spricht vor Ort, in der Nähe der Balearaninseln. Auch wenn euch manche der hier in Politik und Wirtschaft kurzsichtig Handelnden am liebsten auf dem Mond sähen.


Ihr meint es ehrlich, seid nicht mit irgendwelchen Lobbyisten verbunden. Und deshalb, auch wenn ihr gelegentlich etwas ideogisch überzieht, kann man euch getrost unterstellen, das ihr alleine nur im Interesse von uns allen handelt. Im Interesse aller Balearenbewohner, genauso wie im Interesse aller anderen Menschen in Europa, rund ums Mittelmeer, und in jedem Fall auch im Interesse des Mallorca-Touristen.


Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an das Olympische Komitee, genauso wie an die Bundespolitik Politik, denn diese ist mit diesem Komitee bekanntermassen eng verbunden. Das IOC, das Internationale Olympische Komitee, es hat jetzt eine äusserst fragwürdige Entscheidung getroffen.


Sie verweigern den Sportlern des Irak die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking. Die Gründe liegen angeblich in der Einflussnahme der irakischen Regierung auf die nationalen Sportverbände. Wie immer ist alles eine Frage des Blickwinkels, weshalb ich die Gründe des IOC nicht kommentieren möchte.


Allerdings, wenn schon eine Nation bei den Olympischen Spielen 2008 ausgeschlossen werden sollte, dann müsste es als Erstes zwingend der Gastgeber selbst sein. Denn Olympia 2008 in Peking, dieses Olympia ist eine einzige Farce.


Grüne Spiele, so lautet der offizielle Slogan für diese Olympischen Spiele in Peking. So wurde es seitens der Despoten in China proklamiert. Ein Hohn, wenn man an die katastrophalen Umweltbedingungen in diesem Land denkt. Ein Hohn, wenn man hört, dass chinesische Sportler mittels Stammzellen-Therapie massenhaft gedopt worden sind.


Chinesische Zombies bei Olympia 2008, sie treten an gegen den Rest der Welt. In einer zerstörten Umwelt. Diesen Satz konnte ich unlängst bei einer Diskussion zu diesem Thema vernehmen.


Bei Luftbedingungen, die bereits für den Normalsterblichen gesundheitsbedenklich sind. Und das IOC nimmt es, zumindest fahrlässig, in Kauf, dass in Peking startende Leistungssportler gesundheitlich geschädigt werden könnten. Schade, schade, dass es auch bei Olympia augenscheinlich letztendlich nur noch um Politik und ums liebe Geld geht. Und möge beides auch noch so schmutzig sein, alles drumherum scheint davor machtlos, in Ohnmacht, zu erstarren.


Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca, fest in der Hand der Feuerqualle. Leute, passt gut auf, wenn ihr ins Meer geht, kann man da nur sagen. Achtet gut auf die Hinweise an den Stränden der Insel, Und, selbst wenn da keine zu finden sind. Die Qualle scheint momentan allgegenwärtig zu sein. Ein letzter Trost, Mallorca ist auch trotz Feuerqualle in jedem Fall eine Reise wert.


Herzliche Grüße von der Insel Mallorca


Ihr Marlon

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