Sei ein Vorbild!

Marlon über die fehlende Vorbildfuntion der Politik in Deutschland und auf     MallorcaDie positive Vorbildfunktion der Politik und ihrer Vertreter, diese scheint es nicht nur nach Auffassung ihrer Wählerinnen und Wähler nicht oder kaum zu geben, wie zahlreiche Umfragen beweisen.

Viel schlimmer ist die Tatsache, dass diese Meinung der Menschen wahrscheinlich sogar den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen könnte.

Selters predigen, selbst aber Sekt trinken, dieses alte Sprichwort wendet man auf den typischen Volksvertreter an, ob dieser nun hier in Spanien, auf Mallorca, anderswo in Europa oder drüben in Deutschland sitzt.

So richtig beweisen kann der Bürger dies in der Regel nicht, man kennt allerdings seine Pappenheimer, zu untrüglich sind die sensiblen Empfindungen des Volkes. Man sieht und erfährt in kleinen Gemeinschaften den Unterschied von Moral und Ethik in Theorie und Praxis, spürt zu oft die Verlogenheit, die hinter aller Theorie steckt.

Dazu kommen hunderte, wenn nicht gar tausende kolportierte Erzählungen aus der Vergangenheit über fragwürdiges, nicht selten sogar gesetzeswidriges Verhalten gewählter Volksvertreter.

Eine Gesellschaft beobachtet die gelebten Moral- und Ethikvorstellungen ihrer politischen Vertreter ganz genau, ob bewusst oder unbewusst, dies ist nicht einmal so entscheidend. Und wieso soll sich die Bürgerin, der Bürger, und gerade auch Heranwachsende, so völlig anders verhalten als die da oben. Dies fragt und sagt man sich, wiederum bewusst oder unbewusst.

Der Fisch stinkt vom Kopfe her, eines der meistzitierten Sätze, nicht nur bei dem Kolumnisten der Insel Mallorca. Wenn ein niedersächsischer Umweltminister der SPD namens Sigmar Gabriel mit einem Regierungsjet von Mallorca nach Berlin fliegt, ganz alleine versteht sich, 50.000 Euro Kosten, fast 50 Tonnen Kohlendioxid wurden dabei in die Umwelt geblasen, was macht das schon.

Für einen einzigen Fluggast, das sehen wir alle doch ganz locker, schliesslich gab es diese Fälle bei Sigmar Gabriel schon öfter mal, der Mann ist halt unheimlich wichtig, da muss das sein. Oder nimmt er sich nur so wichtig? Vielleicht verwechsele ich da auch etwas.

Aber verlassen wir jetzt gedanklich diesen Mann, bei dem man bereits an seinem Leibesumfang ablesen kann, wie genau er die Selterspredigt nimmt. Während der Bürger die Geistes- und Charakterhaltung eines Sigmar Gabriel trotz aller verbalen Bemühungen des Betroffenen relativ leicht interpretieren kann, gelingt dies bei vielen anderen seiner Zunft oft nur per Zufall oder nach ausgiebigen Recherchen.

Wir erinnern uns alle noch zu gut an die ursprünglich hehren Ziele der Partei der Grünen und ihrer Vertreter. Was war doch das Gründungsmitglied Petra Kelly für ein hochanständiger Mensch. Sie war stets berechenbar, niemand hätte bei ihr bezweifelt, dass sie genau das fühlt und meint, was sie zu sagten pflegte.

Petra Kelly lehnte Krieg und Gewalt ab, aus den Reihen der Grünen von heute ist zu hören, dass ihre Partei noch nie eine Friedenspartei gewesen sein soll. Welch eine Chuzpe, welch ein Affront, wie wird da eine ganze Gesellschaft verschaukelt.

Aus dem alten Leitsatz, Frieden schaffen ohne Waffen, ist unter der Führung eines Joschka Fischer, Frieden schaffen mit deutschen Waffen, geworden. Aus dem Marsch der 68-er durch die Institutionen wurde der Marsch an die Fleischtöpfe. Und sobald man diese wonne- und lustspendenden Fleischtöpfe erreicht hat, scheint der Korrumpierbarkeit keine Grenze gesetzt zu sein.

So gehören die Grünen zu den entschiedensten Verfechtern dieses, wie ich meine spinnerten, Rauchverbotes, wie auch vielen anderen unsinnigen Gesetzen, mit denen der Mensch von heute masslos schikaniert wird. Nun ist eine der ehemaligen Bundestagsabgeordneteen der Grünen Geschäftsführerin des Verbandes der Zigarettenindustrie. Typisch für die verlogene Moral der da oben, gerade und vor allem der Moral der Grünen.

Marianne Tritz, so heisst die Dame. Attraktiv ist sie, chamant und redegewandt soll sie sein. Das wird ihr bei diesem Meinungs-Spagat sicherlich helfen. Bereits Konrad Adenauer pflegte zu sagen, was juckt mich mein Geschwätz von gestern. Da braucht nicht zu wundern, wenn dann irgendwann das gesamte Land genauso denkt.

Der Gouverneur von New York, Eliot Spitzer, spielte in seiner politischen Karriere immer so gerne den Saubermann. Nach amerikanischen Moralvorstellungen, die in zu vielen Fällen verlogener nicht sein können.

Insbesondere bei allem, was mit Sinnlichkeit, Erotik und Sex zu tun hat. Wir in Europa wissen das, aber die Amerikaner im Stillen anscheinend auch. Selbst dieser Gouverneur Eliot Spitzer weiss um die Verlogenheit amerikanischer Moralvostellungen.

Er wusste selbst, dass die schönste Nebensache der Welt im Grunde die schönste Hauptsache sein müsste. Eben weil sie so schön ist. Offiziell predigte er jedoch etwas ganz anderes, hetzte und lästerte über Prostitution zum Beispiel. Wie viele andere prangerte er dieses älteste Gewerbe der Welt an, bezeichnete es als unmoralisch und ungesetzlich, strafbar und verfolgungswürdig.

Dabei ist nicht die Prostitution an sich verurteilungswürdig, sondern höchstens einige Begleitumstände. Dass Menschen ihren Körper verkaufen, weil sie dazu von anderen gezwungen werden oder weil sie die Armut dazu zwingt. Das darf nicht sein, aber darum geht es diesen selbsternannten und zu oft auch noch verlogenen Saubermännern nicht.

Gouverneur Eliot Spitzer ist nun so richtig schön aufgeflogen, er war nämlich selbst Stammkunde eines Luxus-Callgirl-Rings. Ist das nicht herrlich, verehrte Leserinnen und Leser, wie sich eine verlogene Gesellschaft selbst demontiert.

Gouverneur Eliot Spitzer ist einer der so wichtigen Superdelegierten der demokratische Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton. Und der Name Hillary Clinton wird nun in einem Atemzug mit Prostitution genannt. Ist das nicht köstlich, die Kabarretisten dieser Welt werden diese Steilvorlage mit Wollust aufnehmen.

Meine Kolumne könnte schier endlos werden, selbst wenn ich mich nur auf die politischen Skandale 2008 reduziere. Ich belasse es nun dabei, das Geschilderte spricht für sich. Die Vorbildfunktion der Politik, die positive, sie ist scheints ohnehin längst dahin.

Und genau diese Politik grüße ich heute einmal, und ihre Vertreter. Ihr alle wisst längst, was eure Wählerinnen und Wähler von euch halten. Deshalb wählt ja bald auch niemand mehr. Was euch vielleicht völlig egal ist, denn das Leben an den Fleischtöpfen der Macht ist ja auch ohne den Wähler ganz schön.

Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Partei, an Kurt Beck. Dieter Hildebrand, Kabarretist und bekennender Sozialdemokrat, er sagt dieser Tage in einem Interview mit der süddeutschen Zeitung, die hessische SPD ist ein Sauhaufen.

Wieso er dies nur auf Hessen reduziert hat ist mir da allerdings schleierhaft. In jedem Fall werden die deutschen Sozialdemokraten das Image des Sauhaufens nicht los, solange mit Deiner Person an der Spitze ein Mann steht, der es einfach nicht kann.

Ich unterstelle Dir jetzt einmal, dass du ein anständiger Mann bist, ein grosser politischer Führer bist Du ganz sicher nicht. Und Du wirst es auch nicht. Im Gegenteil, ein Parteivorsitzender und Kanzerkandidat Kurt Beck scheint profillose und unfähige Politiker an der Spitze der anderen Parteien erst möglich zu machen.

Über diese meine These solltest Du, genauso wie andere in Deiner Partei, vielleicht einmal nachzudenken. Ansonsten wird sich die SPD in Deutschland bei künftigen Wahlumfragen von derzeit gut zwanzig Prozent recht zügig Richtung fünfzehn oder sogar zehn Prozent bewegen

Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca, auf der man sich ebenfalls mehr Profil in der Politik wünscht. Aber es wenden sich auch hier viel zu viele Menschen von dieser Politik einfach ab.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon

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