Es ist Zeit

Marlon auf Mallorca über die Panik an den WeltbörsenEs herrscht Panik an allen Börsen, rund um den Globus, und die in den zurückliegenden Monaten des Öfteren geäusserten düsteren Prognosen eines Mallorca-Kolumnisten nehmen mehr und mehr Konturen an.

Nun müsste es doch auch so langsam dem immer und allseits üblichen Opferlamm, dem Kleinanleger bewusst werden, was da nun alles auf ihn zukommt.

Der kleine Sparer, der sogenannte Kleinanleger, der bei seiner Geldanlage routinemässig und ohne gross Nachzudenken, weil dies nunmal so üblich ist, seinem Bankhaus alle Vollmachten über die genaue Verwendung seines mühsam erarbeiteten und ersparten Geldes erteilt hat.

Die Bank- und Investmenthäuser, die in der Vergangenheit üblicherweise rücksichtlos operierenden Hedge Fonds, diese haben nämlich nur noch eine einzige Sorge, welche da lautet, hoffentlich will der kleine Sparer jetzt nicht auch noch sein Geld zurück. Und wenn dies dann doch im Übermasse geschieht, schiebt man einfach den Riegel vor, so einfach ist das.

Und eines können Sie mir glauben, verehrte Leserinnen und Leser, das nicht nur in meinen Augen recht merkwürdige Auf und Ab an den Weltbörsen in den vergangenen Monaten könnte mehr als nur ein Indiz dafür sein, dass diejenigen, die unsere Wirtschaftswelt in den Abgrund getrieben haben, ihre Scherflein schnell noch ins Trockene gebracht haben.

Eines dürfte damit klar sein, die Globalisierung, sie ist mehr als nur zum Fiasko geworden. Sie ist gescheitert, zumindest in der erlebten, realisierten Form. Selbst die unmenschlichsten Züge in den Auswirkungen dieser Globalisierung hat die Politik in Europa und Nordamerika, dort vor allem, nicht davon abhalten können, dem Begehren von einigen Wenigen nachzugeben, die da die völlige Öffnung aller Märkte verlangten.

Nachdem nicht nur ein Kolumnist auf Mallorca seit Jahren genau vor dem warnte, was nun selbst die Deutsche Bundesregierung dieser Tage öffentlich einräumen musste, nämlich dass die Menschen in Deutschland und Europa im Zuge der Globalsierung flächendeckend verarmen, ist es nun fast schon zu spät für eine Kurskorrektur.

Es wird höchste Zeit, dass sich Politik wieder mit ihren ureigensten Aufgaben beschäftigt, und weg kommt von diesem unsäglichen und fast schon alleinigen Fokus auf Öffentlichkeitsarbeit. Inhalte, Leistungen und Ergebnisse, alles unfrisiert versteht sich, muss endlich wieder wichtiger werden als die alleinige Frage, wie verkaufe, sprich, wie sage ich es meinem Kinde.

Und wer aus der Politik nun verdutzt aus der Wäsche schaut, weil ihn all das, was über die Schaumschlägerei hinausgeht, charakterlich oder gar intellektuell überfordert, für diese leider nicht seltene Spezies der Gatting Politik 2008 habe ich folgenden Rat parat. Werft einfach einmal einen Blick in die Verfassung des Landes, für dessen Wohl und Wehe ihr euch einst verpflichtet habt. Dies könnte weiterhelfen.

Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an eine deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, für die die Innenpolitik nur ein lästiges Pflichtprogramm zu sein scheint. In Ihrem Land brennt es lichterloh, Frau Merkel, genauso in Europa und anderswo.

Das permanente Reisen rund um die Welt, dafür hatte man bis vor kurzem noch einen Aussenminister. Klar ist, jeder tut, was er kann, aber ein Bussi hier, eine SMS da, die üblichen diplomatischen Handschläge und Nettigkeiten, das ist einfach zu wenig.

Wenn jedoch noch nicht einmal mehr die Koalitionsrunde tagt, und dies bereits seit letztem Herbst, dann kann in den Zeiten eines immer weiter um sich greifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Flächenbrandes nicht einmal korrigierend eingegriffen werden. Und selbst eine Korrektur wäre einfach zu wenig, eine scharfe Kehrtwende in der Europapolitik wie auch in der globalen Politik wäre spätestens heute anzuraten.

Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca, die ebenfalls ein Opfer der Schaumschlägerei geworden ist. Der Tourismus 2008 soll angeblich boomen, so der regelmässige Tenor auf den Tourismusmessen. Das genaue Gegenteil ist jedoch der Fall. Die typischen Meldungen für die Börse, wer sich da jetzt noch blenden lässt ist allerdings selbst dran Schuld.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon

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