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Ad absurdum

Marlon über die geplante Immobiliensteuer und die Mietpreise auf MallorcaDer Immobilienmarkt 2008 auf Mallorca, er liegt am Boden, und diese Tatsache wird sich auch so langsam überall herumgesprochen haben.

Obwohl bereits gut die Hälfte aller Immobilienmakler auf Mallorca schon das Handtuch geworfen haben, kann man auch jetzt noch Schliessungen weiterer Immobilienbüros auf der Insel beobachten.

Diese Entwicklung wird auch noch in Zukunft so andauern, das ist abzusehen, und die Auswirkungen dieser Immobilienkrise sind nahezu überall auf der Insel zu spüren.

Hunderttausende Immobilienobjekte, zumeist mit hohen Hypotheken belastet, verlieren mehr und mehr an Wert, die Eigentümer sind oft hoch verschuldet und haben seit längerem Probleme ihren für hiesige Einkommensverhältnisse immensen Kreditverpflichtungen nachzukommen.

Bei dem Versuch die noch bis vor zwei Jahren so heiss begehrte Mallorca-Immobilie zu verkaufen, kommt dann die grosse Ernüchterung. Der zu erzielende Verkaufspreis der Immobilie deckt nämlich nur einen Teil der Schulden ab, wenn denn überaupt ein Kaufinteressent die Bühne betritt.

In dieser Situation geben viele der jungen einheimischen Immobilienbesitzer ihre Wohnungen wieder auf, ziehen wieder zu ihren Eltern und versuchen ihr Objekt zu vermieten.

Wenn ihre Eigentumswohnung schon nicht verkauft werden kann, angesichts eines gigantischen Überangebots des mallorquinischen Immobilienmarktes, so soll wenigstens ein Teil der Kreditverpflichtungen über die Wohnungsvermietung wieder hereinkommen.

Da jedoch nicht nur die Preisvorstellungen bei Kaufimmobilien auf Mallorca weit überzogen sind, sondern auch bei Mietobjekten, erweist sich der Versuch seine Eigentumswohnung zu vermieten ebenfalls als eine schwierige Angelegenheit.

Der Mallorquiner selbst kann und wird in der Regel die viel zu hohen Mietpreise nicht bezahlen, und diejenigen, die aus den klassischen Urlaubsländern hierher nach Mallorca auswandern werden immer weniger und sind noch dazu nicht bereit oder kaum in der Lage die Spendierfreudigkeit der zurückliegenden Immobilienboom-Jahre an den Tag zulegen.

Was bleibt, ist die Nachfrage nach niedrigpreisigen Immobilien, nach Billigimmobilien, nach preiswerten Mietobjekten. Der grosse Einwandererstrom aus Afrika, Südamerika und vor allem Osteuropa lässt hier grüssen. Nur mit dieser Klientel ist kein Geschäft zu machen, im Gegenteil.

Vor allem die Einwandererflut aus Rumänien und Bulgarien, und der mit ihr einhergehende geradezu dramatische Anstieg der Kriminalität, sorgt dafür, dass immer weniger Deutsche, Engländer oder Franzosen hierherkommen, und, was noch schlimmer ist, immer mehr ehemalige Einwanderer mit dem Gedanken spielen, Mallorca wieder zu verlassen.

Dies alles geschieht in einer Zeit, in der sich die europäische Politik trotz des von ihr verursachten Desasters unter Zuhilfenahme einer beispiellosen Public Relation Maschinerie in den Massenmedien sogar noch feiern lässt, sich noch dazu gegenseitig fragwürdige Orden ans Revers heftet, wie unlängst hier in Palma geschehen.

Und wenn das Geld überall knapp wird, oder sich vielmehr nur noch in den Säckeln einiger weniger Profiteure wiederfindet, dann stellt die erwähnte Politik eben Überlegungen an, wie sie dem geplagten Bürger noch mehr Geld aus der Tasche ziehen kann.

So beabsichtigt die Balearenregierung in Palma alle Immobilienbesitzer, deren Wohnungen leerstehen, mit einer Zusatzsteuer zu belasten. Wer die Situation hier auf Mallorca kennt, eine Insel, die fast ausschliesslich vom Tourismus lebt, der kann über diese Pläne allerdings nur den Kopf schütteln.

Die Wohungen, die hier auf der Insel leer stehen, es dürften Hunderttausende sein, alleine in Palma mehr als 40.000, sind entweder hochpreisige Immobilienobjekte, oder sie werden für wenige Wochen im Jahr als Ferienobjekt vermietet.

Das Letztere wahrscheinlich sogar ohne Wissen des Tourismusministeriums und vor allem der Finanzbehörden in Palma, weshalb man vermuten kann, dass ein entsprechendes Gesetz zur Besteuerung leerstehender Immobilienobjekte auch als Bemühen zu bewerten ist die Schwarzvermieterei auf Mallorca einzudämmen.

Da der Südeuropäer in der Regel jedoch besonders kreativ darin ist unsinnige und vor allem nicht gewollte Gesetze durch Nichtbeachtung oder Finesse zu umgehen, darf man davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren flächendeckend Scheinmietverträge mit auffällig günstigen Mietpreisen vorgelegt werden, sollte dieses Gesetz wirklich beschlossen werden.

Politik ad absurdum, ein weiteres trauriges Kapitel des realen Lebens in einem angeblich doch so freien Europa 2008 nimmt seinen Anlauf. So frei wie unsinnig, planlos und menschenverachtend, dies ist nicht nur die Auffassung Ihres Kolumnisten auf der Insel Mallorca.

Und meine ersten Grüße am heutigen Tag, sie gelten der Politik in Palma, und in Madrid. Dieses erweiterte Europa ist schlecht für die Menschen hier in Spanien, besonders für uns auf Mallorca. Und daher stellt sich einmal mehr die Frage, wann ihr endlich die richtigen Schlüsse daraus zieht und schnell wieder den Rückwärtsgang einlegt.

Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen selbstverständlich auch heute wieder nach Berlin. Wie man nun erfahren hat, verlassen mehr als zwanzig Prozent aller Unternehmen den Standort Deutschland, dank eurer EU-Erweiterungs- und Globalisierungspolitik.

Die meisten davon sind schon weg, und ein Ende der Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht. Armes Deutschland, kann man da von hier aus nur sagen. Wo man hinsieht, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.

Wie immer auch meine Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel, der skurillen politischen Absichten und Beschlüsse.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon

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