Schmuddelig
Regenwetter auf der Insel Mallorca. Wer seinen diesjährigen Mallorca-Urlaub über Pfingsten gebucht hatte war in diesem Jahr sozusagen angeschmiert.
Buchstäblich im Regen standen die Mallorca-Touristen aus Deutschland, die eigentlich ihren Landsleuten von der Baleareninsel im Mittelmeer aus die lange Nase zeigen wollten. Doch daraus wurde nichts, im Gegenteil.
So wie über Ostern des vergangenen Jahres, so war es auch diesesmal wieder. Via Massensprachrohr Bild-Zeitung musste der Mallorca-Reisende auch jetzt wieder kübelweise Häme über sich ergehen lassen. Selbst dran Schuld, so war der Tenor, wärst Du doch lieber zuhause, sprich, in Deutschland, geblieben. Da nämlich gab es Sonne satt.
Der liebe Gott kann kein Katalane und schon gar kein Baleare sein, dachte sich der Kolumnist der Insel Mallorca, als dieser mitansehen musste, wie auch im Jahr 2008 alle Wetterrealitäten schier auf den Kopf gestellt zu sein schienen. Da leidet unser Mallorca ohnehin schon unter zahlreichem Unbill, und dann fällt auch noch die wichtigste Urlaubszeit der Frühjahrsaison regelrecht ins Wasser.
Nun ist zwar ein Sommerregen durchaus etwas Romantisches. Doch bei fünfundsiebzig Liter Regenwasser pro Quadratmeter und mehr hat auch auf Mallorca jegliche Inselromantik ein Ende. Monsunartig, in grossen Eimern, so kam das Nass vom Himmel, für uns Insulaner beileibe nichts Neues. Und wer sich nicht rechtzeitig ins Trockene begeben hatte, der konnte unsere Balearensinsel nun auch einmal von ihrer Schattenseite kennenlernen.
Wie seit einem Jahr Usus, so kamen während des Dauerregens auch diesmal wieder die Diskussionen über die Metro in Palma in Gange. Der lang andauernde Regen spülte dieses Thema erneut an die Oberfläche. Oder treffender ausgedrückt, die U-Bahn auf Mallorca steht auch jetzt wieder unter Wasser. Fragen nach dem Zeitpunkt der Wiedereröffnung von Palmas Metro dürften bald überall auf der Insel nur noch Gelächter hervorrufen.
Etwa fünfhundert Millionen Euro Kosten für das im wahrsten Sinne des Wortes sinnflutliche Bauwerk werden mittlerweile schon veranschlagt. Damit sind wir fast beim Dreifachen dessen, was die seinerzeitige Balearenregierung unter Jaume Matas ursprünglich veranschlagt hatte.
Hochstapelei, Betrug am Steuerzahler, wo bleibt der Staatsanwalt, dies alles könnten Sie nun verständlicherweise rufen, verehrte Leserinnen und Leser. Jedoch, Jaume Matas befindet sich meines Wissens immer noch auf freiem Fuss. Missetaten der Politik und ihrer Vertreter werden ja bekanntermassen nicht so schnell mit Gefändgnis bestraft.
Aber wehe Sie vergessen nur ein einziges Mal ihren Führerschein, wenn Sie mit Ihrem Auto auf Mallorca unterwegs sind. Dann werden Sie auf unserer Insel auf der Stelle verhaftet.
Mein erster Gruß von heute ist eigentlich ein Appell, gerichtet an den da oben. Lieber Gott, bitte tue endlich etwas gegen die wachsende Dummheit, Korruption, Habgier und Selbstherrlichkeit der Politik und ihrer Vertreter, die hieraus folgende Gesetzgebung, und Umsetzung dieser.
Wo immer man auch hinschaut, ob Mallorca, Spanien, Deutschland oder auch Brüssel. Man könnte mittlerweile schon nichts anderes mehr tun als pausenlos die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen quasi in die gleiche Richtung. Sie gehen an die Deutsche Bundesregierung, sowie an den Deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler. Schämt euch für eure Olympia und China-Politik, und ganz besonders dafür, dass ihr zu feige seid den Dalai Lama anlässlich seines erneuten Deutschlandsbesuch zu empfangen.
Ihr wollt das beschauliche Olympia 2008 in Peking nicht stören, wie man sieht. Daher habt ihr bis heute auch noch kein einziges Wort darüber verloren, dass ein brutales und menschenverachtendes China in allerhöchster Verantwortung für die hundertausenden Massenmorde in Dafur, im Sudan, verantwortlich steht.
Diese unbstrittene wie traurige Tatsache ist den meisten eurer Bürgerinnen und Bürger leider immer noch völlig unbekannt. Aber wehe, wenn sich dies doch noch vor Beginn der Olympischen Spiele flächendeckend herumspricht. Dann nämlich könnte es sein, dass sich noch mehr Menschen, als ohnehin schon, von euch und eurer Politik in höchstem Masse angewidert, abwenden.
Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca, auf der es jetzt hoffentlich wieder aufwärts geht. Zumindest schon einmal mit dem Wetter, denn Mallorca und Sonnenschein sind nunmal unzertrennlich miteinander verbunden.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca
Ihr Marlon
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