Eine Strasse nur für mich
Ja, das gibt es hier auch. Hier auf Mallorca. Gelegentlich fragt man, ob denn wirklich alles so schön sei, wie man es immer so hört, hier von der Insel. Es könne doch nicht alles Gold sein, was so glänzt, ganz sicher nicht. Dies stimmt. Wer länger lebt, hier auf der Insel Mallorca, der lernt es dann auch kennen. So richtig kennen, das Leben hier. Das richtige. Selbstverständlich dann nicht nur mit all den Vorzügen, Sonne, Strand, Meer, Siesta und Fiesta. Man lernt dann schnell, hier ist es bei weitem nicht annähernd so perfekt, wie man das gelegentlich heraushört, aus den Schilderungen vieler, aus den Werbeplakaten und Prospekten all derer, die vom Mallorca-Tourismus leben.
Auch ich, der ich des öfteren den Eindruck vermittele, daß alles hier schön sei, und alles dort nicht, auch ich sehe der Wirklichkeit hier Tag für Tag mitten ins Gesicht. Ich werde zukünftig, dann und wann, auch Mallorca von seiner wenig schönen Seite präsentieren, den Spiegel etwas emporhalten, hier in meiner Kolumne. Auch wenn es von diesen Seiten nicht so viele gibt. Wenig schöne Seiten, meine ich.
Eine davon, zum Beispiel, jetzt erlebt, ich konnte es mit eigenen Augen sehen. Vor einigen Tagen war es. Ein Spaziergang, durch die zu dieser Jahreszeit herrlich satt-grüne Landschaft der Inselmitte war es. Ich schlendere so dahin, und beobachte dabei eine Familie mit Kind und Hund, die mir in etwa 50 m entgegenkommt. Es war einer dieser typischen schmalen Gassen durch die Felder Mallorcas, am Rande der Berge, gelegentlich begrenzt durch diese typischen kleinen Gemäuer. Für zwei Autos sind sie viel zu eng, plötzlich.
Ja, plötzlich sehe ich einen Wagen, hinter dem Rücken der Familie braust er heran, viel zu schnell denke ich noch, wann bremst er ab. Er tut es nicht. Braust vorbei an Eltern, Hund und Kind, ängstlich die Gesichter, ein halber Meter Abstand nur, dann an mir, Tempo siebzig wirds gewesen sein. Zu schnell für diese schmale Gasse, das stand klar fest.
Ich halte die Luft dann an, wie so oft in derartigen Situationen, angespannt hoffend, daß nichts passiert. Kaum an mir vorbei gerast, hört man die Bremse, viel zu spät, denk ich mir da, und, dann sieht man sie doch noch, die roten Bremslichter. Das schlechte Gewissen, denk ich mir noch, plagt ihn ja doch? Weit gefehlt. Nein. Ein Schlagloch wars, weshalb er bremst.
Man glaubt es kaum, wenn man derartiges nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Was sind das für Menschen bloß, sag ich mir dann. Das gleiche Erlebnis konnte ich drei Tage zuvor beobachten, bei dem es nicht das Schlagloch war, sondern eine größerer nasser Fleck auf der Straße, nicht mal eine richtige Pfütze. Der Fahrer hatte seinen Wagen zuvor gewaschen, er glänzte. In diesen Situationen denke ich mir dann, so schlimm ist es nicht einmal drüben in Deutschland, hier auf Mallorca.
Herzliche Grüße von einer Insel im Regen, heute einmal, von der Insel Mallorca,
Ihr Marlon
- Alles nur Zufall
Angesichts des unglaublichen Versagens der nationalen wie auch internationalen Politik wird man in Zukunft selbst dem rechtschaffensten Bürger kaum noch vermitteln kö...
- Der freie Fall
Es ist schon interessant anzuschauen mit welchen Klimmzügen sich die Immobilienbranche auf Mallorca gegen den Totalabsturz der Immobilienpreise im laufenden Jahr 2008 stem...
- Die Wahrheit liegt im Hosensack
Die Insel Mallorca im Sommer 2008, diese Insel ist aufgewühlt, sie befindet sich im Umbruch. Immobilienkrise, Finanzkrise, der Abbau von Arbeitsplätzen, eine bereits...
- 68 Prozent
Diese Meldung schlägt ein wie eine Bombe. 68 Prozent aller Immobilien der spanischen Provinzen Katalonien und Aragon stehen zum Verkauf. Der Interessenverband der spanisch...
- Schmuddelig
Regenwetter auf der Insel Mallorca. Wer seinen diesjährigen Mallorca-Urlaub über Pfingsten gebucht hatte war in diesem Jahr sozusagen angeschmiert. Buchstäblich ...
- Geld vom Himmel
Klappern gehört bekanntermassen zum Handwerk, dieses oder ähnlich lautende Sprichwörter finden sie in allen Kulturen unseres Erdballes, nicht nur bei Ihnen in Deut...
- Urlaub oder nicht
Immer mehr Menschen in Europa sparen sich das Geld für ihren Jahresurlaub und verwenden es anderweitig, am liebsten als Vorsorge für die Jahre des letzten grossen Leb...
- Ansehen beschmutzt
Ist dies einzig und alleine mit Fragen von Moral und Unmoral zu begründen, oder sind die jüngsten Äusserungen von Politikern wie Hans Eichel oder auch Kurt Beck ...
- Inselträumereien
Der Blick auf eine etwas unruhige See am heutigen Morgen, er holt den Kolumnisten der Insel Mallorca ein klein wenig aus seinen träumerischen Frühlingsgedanken in die W...
- Arm und reich
Armut und Wohlstand, ob hier auf Mallorca, in Deutschland und ganz Europa, oder auch sonst auf unserem Erdball, ganz gewiss ist dies ein besonders trauriges Thema. Die meisten...
- Fata Morgana
Die Altersrenten in Spanien, und damit auch hier auf Mallorca, ein recht trauriges Thema, fürwahr. Der Kolumnist auf Mallorca fragt sich angesichts des hohen Anspruchs einer ...
- Viva España
Viva España, wir notieren den zwölften Oktober anno 2007, Día de la Hispanidad, Nationalfeiertag in Spanien. In Gedenken an die Entdeckung Amerikas an eben dies...
- Gedanken eines Kolumnisten
Vertreter der Politik können recht dünnhäutig sein, wenn es um die vorhandene oder gar fehlende Wertschätzung ihrer eigenen Leistungen geht. Dies geht durch al...
- Die Nacht der Träume
Endlich, endlich, werden sich viele Menschen noch vor wenigen Stunden hier auf Mallorca gedacht haben. Endlich, die erste kühle Nacht des mallorquinischen Sommers in diesem J...
- Rote Pinsel
Es ist Zeit, daß wir nach diesen aufregenden Wochen des Wahlkampfes auf Mallorca den Blick wieder einmal über die Küsten unserer schönen Insel hinaus richten,...
- Mallorca statt Deutschland
Nun ist es amtlich. Deutscher Bundestag genehmigt Tornadoeinsatz. Mit breiter Mehrheit sagt man. Gewissen, irrelevant. Heutzutage. Wetten, dass die Kinder von denen nicht dabei s...





































