Träume und Sorgen
Der wunderbare Sonntag am Strand von Alcúida, und dies beim besten Badewetter auf der gesamten Insel Mallorca.Dieser gestrige Tag brachte doch einige überraschende, wie zugleich erschreckende Erkenntnisse, und dies auch für mich, der ich nicht nur ein erklärter Inselliebhaber bin, sondern, der ich mich mittlerweile auch zu den Inselkennern zu zählen glaube.
Da mir sehr viel an der schönen Baleareninsel liegt, liest man von mir nicht nur die träumerischen, schwärmerischen Gedanken, zuweilen konfrontiere ich den geneigten Leser auch mit recht kritischen Tönen.
Diese zeigen dann meine kleinen und auch meine größeren Sorgen über die eine oder andere problematische Entwicklung hier auf der Insel. Eine Insel, die wir doch schließlich alle lieben, und die daher auch die Fürsorge aller derjenigen von uns verdient, die hier ihre Heimat gefunden haben.
So war es auch wieder einmal am gestrigen Sonntag, der erklärte Tag zum Träumen, der er ganz sicher auch gewesen ist. Jedoch, ganz ohne Sorgenfalten kehrte ich des Abends nicht zurück in mein Heim. Nachdenklich grübelnd, dies ist das treffende Wort, grübelnd über den Status quo der Insel Mallorca Ende April des Jahres zweitausendundsieben.
Bei fünfundzwanzig Grad im Schatten, herrlichstem Strandwetter, das warme Meer verlockte zu den vergnüglichsten Badefreuden, perfekt die Szenerie, so stimmig war doch alles. Jedoch, das wichtigste überhaupt, daß wovon die Insel nicht nur lebt, sondern das, was sie und die Menschen hier zum schieren Überleben benötigen, das fehlte an diesem so wunderbaren Sommertag, hier im mallorquinischen Frühling.
Die weiten Strände waren überraschender Weise so gut wie leer, an dieser so schön anmutig liegenden Platja d' Alcúdia. Kaum stieg mir diese unangenehme Erkenntnis in mein Bewußtsein, da kam die zweite auch gleich hinterher. Die, die hier anzutreffen waren, das waren wir hier, vor allem die Einheimischen konnte man sehen. Von Touristen weit und breit so gut wie keine Spur.
Die Hotels zum größten Teil geschlossen, die wenigen, die guten Mutes oder von wirtschaftlichen Zwängen getrieben ihre Pforten geöffnet hatten, waren beinahe menschenleer. An den Gesichtern vieler, die hier Arbeit gefunden, erkennen konnte man ihre Sorgen und ihre Ratlosigkeit, sie können dies nicht verstehen.
Man kann es eigentlich auch nicht verstehen, dachte ich mir, diese weite Bucht vor meinen Augen, die glücklichen Gesichter der wenigen, die sich in den sanften Wellen eines glasklaren Meeres tummelten, wann endlich redet man von offizieller Seite den Klartext, der gerade jetzt vielleicht noch dafür sorgen könnte, daß die bereits begonnene Urlaubssaison doch noch ein für alle Beteiligten glückliches Gelingen bedeuten würde.
Hoffentlich bald, hoffentlich noch vor diesen Wahlen, deren Terminierung, scheint es mir, auch nicht ganz so gelungen ist. Wenn diese dann endlich sind vorbei, dann ist vorüber leider schon der Mai. Der politische Sieg mag dann zwar dem Einen gelungen, viele Insulaner hier, so fürchte ich heute, könnten dann aber in die Knie gezwungen.
Mallorca meiner Träume ist auch, wieder einmal mehr, die Insel meiner Sorgen. Mit diesen Gedanken grüße ich nicht nur alle hier, sondern auch euch drüben in Deutschland
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,
Ihr Marlon
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