Johannes B. Kerner und die Reißzwecke

Marlon auf Mallorca über das Familienverständnis von Johannes KernerJohannes B. Kerner beleidigt die Mütter. So meint dies jetzt in einer offiziellen Stellungnahme das Familienetzwerk Deutschland.

Und ein Kolumnist aus Mallorca ist der Auffassung, dieses Familiennetzwerk fordert diese Entschuldigung zu recht.

Maria Steuer, sie ist die Koordinatorin des bundesweiten Zusammenschluss von Vereinen, Institutionen, Familien und Wissenschaftlern, was diese Frau sagt, das hat durchaus auch Gewicht. Maria Steuer meint, So viel Verachtung gegenüber Müttern ist uns selten entgegen geschlagen.

Was hat er nun gesagt, dieser Kerner, geschehen ist das Ganze in der allseits bekannten Sendung mit Eva Herman, die Sendung, in der der TV-Moderator nach Auffassung des weitaus grössten Teils an Beobachtern eine äusserst unrühmliche Figur gemacht hatte.

Nicht nur, dass Ablauf der Sendung wie auch die Auswahl der anderen Studiogäste sowie des im Publikum sitzenden Experten wie ein abgekartetes Spiel erschien, in der verbalen Auseinandersetzung mit Eva Herman schien Kerner selbst nach einer vorab vorgegebenen Richtung zu operieren.

Vieles wirkte gesetzt, schablonenhaft gar, und die strittige Äusserung von ihm, um die es dem Familiennetzwerk Deutschland geht, sie lautete folgendermassen. Johannes B. Kerner sagte,

Was ist denn die wahre Bestimmung der Weiblichkeit? Das ist doch nicht zu Hause zu sitzen und die Kinder großzuziehen, sondern die wahre Bestimmung der Weiblichkeit ist doch, ein voll anerkanntes Mitglied einer Gesellschaft zu sein.

Ich habe die Sendung nicht gesehen, verehrte Leser, kenne also nur das, was in vielerlei Medien kolportiert wurde. Aber, wenn Kerner dies so gesagt hat, dann muss ich jetzt die provokative Frage stellen, lieber Johannes, hat man Dich im Säuglingsalter gar mit der Reißzweckendose gepudert?

Wie kann ein journalistisch tätiger Mensch, noch dazu ein Schwergewicht mit der Popularität eines Kerner derartigen Tobak verbreiten, noch dazu in aller Öffentlichkeit, vor Millionen von Zuschauern. Man glaubt es kaum.

Das Eine hat überhaupt nichts mit dem Anderen zu tun, es schliesst es nämlich überhaupt nicht aus. Eine Hausfrau und Mutter ist nicht nur genauso ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft wie eine anderswie berufstätige Frau, sie ist auch vollanerkannt, zumindest bei all denen, die noch nicht die fatale und intolerante Ideologie genau der Generation auf den Leim gegangen ist, die dafür gesorgt hat, dass sich in Deutschland seit vielen Jahren so ziemlich alle hehren Werte im starken Abwärtsdrift befinden.

Mehr und mehr Menschen drüben in Deutschland, aber nicht nur dort, ihnen geht mittlerweile das berühmte Lichtlein auf, wenn sie erkennen, dass es die fragwürdigen Werte und vor allem Lebensweisheiten der 68-er Generation gewesen sind, die gesellschaftliche Fehlentwicklungen verursacht haben.

Mit der Parole, Familie gleiche Sch**sse, reagierte man damals auf die gesellschaftliche und vor allem familiäre Zwänge. Und man sorgte beim sogenannten Marsch durch die institutionen dafür, dass vieles von dem, für das ehemals die Familie zuständig war, zum Aufgabenbereich des Staates wurde.

Der ideologisch motivierte Zwang die Frau aus der Rolle einer Mutter und Hausfrau und damit aus der Familie heraus in einen Beruf zu drängen, er war das Eine, das andere die Aushöhlung der natürlichen Autorität des Vaters. Die Folgen sind uns allen bekannt, Kindererziehung ist in unseren Breiten fast schon ein Ding der Unmöglichkeit geworden.

Die wichtigen sozialen Bindungen der Familiengemeinschaften, sie gingen vor die Hunde, und zwar in ganz besonders schlimmer Weise. Die über Jahrtausende gekannte Geborgenheit und Nestwärme einer Familie, sie wurde bedingunglos geopfert. Die Äusserungen Kerners, sie sind daher in vielerlei Hinsicht beschämend.

Der nächste Aspekt in dieser Diskussion, der immer so gerne unterschlagen wird, eine Familie kann es sich im Normalfalle finanziell gar nicht mehr leisten, dass eine Mutter zumindest die ersten zehn bis zwölf Jahr bei ihren Kindern bleibt.

Die Politik eben dieser 68-er Generation hat dies erst möglich gemacht, sie hat für eine wachsende Verarmung breiter gesellschaftlicher Schichten gesorgt. Und schon deshalb hat eine junge Familie, selbst wenn die Frau Hausfrau und Mutter sein will, kaum noch die Wahl.

Die Mutter, ganz besonders die junge Mutter, so sie überhaupt noch Mutter wird, meist werden gar keine Kinder mehr geplant, sie muss zwangsläufig ihre Kinder in den wichtigen jungen Jahren bezahlten Erziehern übergeben. Oder sie muss sie alleine zuhause lassen, im jungen Schulalter ist dies häufig so.

Kinder werden bereits seit Jahrzehnten vernachlässigt, natürlich nicht vor dem von mir skizzierten ideologischen Blickwinkel. Der die bezahlte Erziehungs- und Betreuungsleistung der häuslichen Nestwärme und Geborgenheit, gewährt von einer Mutter, immer so gerne als gleichwertig gegenüber stellen will.

Das ist sie aber bei weitem nicht. Und daher gehen meine ersten Grüße am heutigen Tag an alle Mütter, wo auch immer ihr seid, in dieser Welt. Was ihr Hausfrauen und Mütter für das Glück eurer Kinder, eurer Familien, und vor allem für die Gesellschaft leistet, dies ist enorm. Und es wird langsam Zeit, dass eure Leistung die hohe Wertschätzung erhält, die sie verdient.

Mein Gruß hinüber nach Deutschland geht an das dortige Familienwerk. Liebe Maria Steuer, sei versichert, Deine Haltung, die des Familienwerks, diese Auffassung wird von wesentlich mehr Menschen unserer Zeit geteilt, als es uns intellektuelle, feministische wie auch andere interessierte Kreise immer Glauben lassen wollen. Ein Kolumnist aus Mallorca, er gibt euch deshalb recht, denn auch er schaut dem Volk immer wieder gerne aufs Maul.

Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel, eine Insel der Balearen, auf der ebenfalls die Armut dramatisch wächst. Dazu das nächste Mal mehr.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon
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