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Joan Laporta - eine Gefahr für Katalonien

Erstellt: 2008-08-04 09:12:20

Marlon auf Mallorca über den katalonischen Nationalismus in Person eines Joan LaportaDie Hoteliers, alle Ferienobjektvermieter sowie alle anderen auf den Balearen, und da insbesondere auf Mallorca, deren Wohl und Wehe von einem prosperierenden Balearentourismus abhängt, sie alle können sich bei einem illustren Mann bedanken, wenn sie am Ende eines langen Arbeitstages wieder einmal feststellen müssen, dass ihre Einnahmen schon lange nicht mehr so sprudeln, wie dies noch vor Jahren der Fall gewesen ist.


Die grossen Probleme des Tourismus in Spanien, des Balearentourismus, mit seinem Zugpferd Mallorca, diese Probleme sind bekannt, obwohl sie in den öffentlichen Verlautbarungen der hiesigen Politik sowie Tourismusverbände zu gerne unter den Teppich gekehrt werden. In dem man diese Probleme entweder nicht anspricht oder gar in den öffentlichen Verlautbarungen einfach das Gegenteil behauptet.


Joan Laporta, für den Mallorca-Tourist eher ein Name wie Schall und Rauch. Es sei denn er ist Fan des FC Barcelona, diesem weit über die spanischen Grenzen hinaus bekannten Mitglieds der Primera Division, der ersten Liga auf der iberischen Halbinsel.


Der FC Barcelona ist eines der wichtigen Aushängeschilder, und sein Präsident, eben der gennante Joan Laporta, er ist einer der führenden katalanischen Nationalisten. Und seine höchst zweifelhafte nationalistische Haltung gibt Joan Laporta nicht selten auch dann zum besten, wenn der gesunde Menschenverstand sogar ihm selbst eigentlich sagen müsste, Joan, halte doch einfach einmal jetzt Deine Klappe und stifte nicht genau da Unruhe, wo besser das Gegenteil, nämlich Versöhnung, angebracht wäre.


Wir alle kennen diese unsinnige neue Sprachenpolitik auf Mallorca. Auch Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, dürften die seit ungefähr eineinhalb Jahren andauernden Diskussionen über einen wachsenden katalanischen Nationalimus nicht entgangen sein. Diese Diskussionen schlagen regelmässig enorme Wellen, und sie sind ganz sicher nicht besonders einträglich für den Tourismus.


Korrekterweise müsste es heissen, die Sprachenpolitik ganz Kataloniens, aber uns interessieren hier nunmal die Baleareninseln, allen voran unser Mallorca. Obwohl völlig unsinnig und lebensfremd, in einem zusammenwachsenden Europa, aus deren Hauptstadt Brüssel Katalonien seit Jahren viele Milliarden Euro aus diversen Fördertöpfen kassiert, spielt man in der hiesigen Politik immer wieder die Nationalistenkarte aus.


Und zwar in einer Art und Weise, die nicht nur nach Auffassung des Mallorca-Kolumnisten auch schon mal faschistische Züge enthält. Der katalonische Nationalimus hat seit langem Einzug in die Tagespolitik gefunden, und genau das ist es, was viele beunruhigt. Beobachter wie auch Betroffene gleichermassen.


Dieser Fanatismus, diese mangelnde Bereitschaft ausgewogen zu denken und zu handeln, er gibt zu denken, und es wird wirklich Zeit, dass hier endlich einmal die Politik aus Madrid und Brüssel energisch dagegen einschreitet.


Joan Laporta hat wieder einmal den Vogel abgeschossen. Beileibe nicht zum ersten Mal, aber diesmal fast schon sprichwörtlich, könnte man sagen. Und er hat dazu als Podium unseren berühmten und beliebten FC Barcelona benutzt. Das ist das Schlimme dabei.


Passiert ist folgendes: Für eine Flugreise zu einem Fussballspiel des FC Barcelona in Chicago chartert der Club vor einigen Wochen eine Maschine der Fluggesellschaft LTU, einer Tochter von Air Berlin.


Nun storniert Joan Laporta diesen Charterflug wieder. Mit der Begründung, dass die Bordsprache nicht katalanisch sei. Diese, gleichermassen nationalistische wie haarsträubende Begründung lanciert Joan Laporta gezielt an die Öffentlichkeit. Denn dass das so ist, das hat Joan Laporta selbstverständlich bereits gewusst, als er die Chartermaschine gebucht hatte.


Nun werden zwar fünfzig Prozent Stornogebühren fällig, aber das ist dem Nationalisten die nationalistische Schlagzeile wohl wert. Diese macht jetzt die Runde und spricht einmal mehr die niederen Instinkte der Katalonen an. So wie von Joan Laporta beabsichtigt.


Die Fluggesellschaft Air Berlin übrigens reagiert ausgewogen, klug und überlegt. Dort lässt man sich nicht so einfach provozieren, und das ist auch gut so. In einer offiziellen Stellungnahme weist eine Sprecherin des Unternehmens darauf hin, dass es bei nahezu allen Fluggesellschaften so üblich sei die Fluggäste bei Anflügen auf Ziele in Katalonien in der Landessprache Spanisch sowie in Englisch anzusprechen. Und eben nicht auch noch in der Regionalsprache. So wird es bei allen anderen Reise-Destinationen ebenfalls gehandhabt.


Mein erster Gruß am heutigen Tage, er gilt allen Freunden des grossen FC Barcelona. Eurer Verein ist ein Vorbild für viele. Ihm gelten viele Sympathien, so auch meine. Eurem Präsident, Joan Laporta, jedoch ganz sicher nicht. Im Gegenteil.


Dieser Mann beschädigt das Image des FC Barcelona. Er ist nicht gut für den Club. Und mit seinem Auftreten schadet Joan Laporta auch der autonomen Provinz Katalonien. Mehr als sieben Millionen Katalanen wird es nämlich langfristig viel besser gehen, wenn sie ein Leben mitten in einem gemeinsamen EU-Europa führen können, als nur am Rande.


Wenn Katalonien sich nicht als Teil Spaniens und Europas begreift, dann wird es auch bald selbst ausgegrenzt werden. Und wenn die hiesige Politik nicht bald das vernünftige Augenmass findet, dann kann das für Menschen der Region, darunter weit mehr als eine Million Balearen, nicht mehr lange gut gehen.


Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen auch dort an die Politik. Wieso eigentlich seht ihr dem nationalistischem Treiben bei uns kommentarlos zu. Es gibt doch ein äusserst wirksames Mittel gegen diesen Unsinn.


Was denkt ihr, wie schnell die Menschen hier einen Joan Laporta und seine Gesinnungsgenossen in die Schranken weisen, wenn der Geldfluss aus Brüssel plötzlich zu versiegen droht. Aber wenn ihr weiterhin nur zuschaut und nicht reagiert, dann wird die Haltung der Provinz Katalonien bald überall Nachahmer finden. Nicht nur in Spanien, sondern auch anderswo in Europa.


Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca , auf der zum Glück nur eine Minderheit die nationalistische Politik eines Joan Laporta gut findet. Eine Politik der Abgrenzung, sie kann einfach nicht gut sein. Und sie wird daher auch langfristig nicht gut gehen können.


Herzliche Grüße von der Insel Mallorca


Ihr Marlon






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