Schlag auf Schlag

Marlon über die neue Inselratspräsidentin von Mallorca Francisca   Armengol und ihre AnkündigungenJetzt geht es aber Schlag auf Schlag auf unserer geliebten Insel Mallorca. Kaum haben sie die Sozialistin Francisca Armengol zur Nachfolgerin von Maria Antonia Munar und damit zur neuen Präsidentin des Inselrats auf Mallorca gewählt, sagt diese resolute Dame auch allen gleich, wohin die Reise in Zukunft gehen wird.

Der neue Inselrat sieht sich in der Verantwortung für den Normalbürger, für den kleinen Mann von der Strasse, wie man so schön sagt. Golfplätze für die Schönen und Reichen gäbe es genug, anderes sei viel wichtiger.

Genau so hat Francisca Armengol dies kund getan, sehr zum Schrecken der Haute-Volèe auf Mallorca. Diese und vor allem das ihr nahestehende Gewerbe, sie werden nun erst einmal ihre Pläne von zahlreichen neuen Golfplätzen in den vielzitierten Schornstein schreiben müssen.

Mittendrin in der Reihe derer, die sich nun im grossen Katzenjammer üben, gehören selbstverständlich auch zahlreiche Immobilienmakler unserer Insel. Ich finde, damit können wir alle hier beruhigt leben, den Schlaf rauben wird diese Vorstellung nahezu allen Insulanern nicht.

Vor allem einer von ihnen wird jetzt ganz besonders laut klagen. Er, der schon längst und mächtig abgehoben, wird nun ganz schnell wieder auf den Boden der Realität hinuntergeholt werden. Quasi über Nacht. Vielleicht wird er auch einfach stillschweigend in die Tischkante beissen, wohlwissend, dass auch er es übertrieben hat, Profi genug wird er schon sein.

Aber, wenn da nicht an der einen oder anderen Stelle jetzt ganz schnell einmal der Staatsanwalt beauftragt wird. Wenn dieses Anfangstempo der neuen Balearenpolitik auch nur für wenige Monate weiter anhält, dann wird sich so mancher fragen, ob er denn seine fraglichen Leichen auch wirklich tief genug in den diversen Inselkellern verbuddelt hat.

Die Zeiten althergebrachter Vetternwirtschaft ist nun erstmal vorbei, und wir wollen doch jetzt einmal alle hoffen, dass neue Seilschaften mit wenig hehren Motiven so schnell nicht wieder entstehen.

Während ich vor meinen Augen, wenn auch in einigem Abstand, das Gesa-Gebäude mustere und mir einen wunderbaren Park in diesem hierfür ideal geeigneten Umfeld ausmale, sehe ich die Köpfe der bisherigen Oligarchen der bisher nicht selten wenig freien Inselwirtschaft die anmutige Form eines Zäpchens einnehmen.

Herrlich, denke ich mir, wenn es jemand verdient hat, dann diese von teils unermässlicher Gier gekennzeichneten Zeitgenossen. Sie haben nicht genug in ihre nimmersatten Hälse bekommen können und dabei stets noch streng darauf geachtet, dass auch wirklich niemand ihre Kreise stört. Viele von ihnen haben in stiller Eintracht viel zu oft bei minimalem Aufwand immense Profite eingefahren, gerade im Immobilien- und Bausektor.

Eine Schande ist es mit anzusehen, wie die Insel mit zahllosen Bauten verschandelt wurde. Ohne sinnvolle Planung, mit oft erschreckend schlechter Bauausführung. Viele der gerade eben erstellten Häuser und Wohnungen stehen noch leer. Tausende sind dies bereits. Und Käufer und Mieter sind bei weitem nicht in Sicht. Im Gegenteil.

Der Druck auf dem Immobilienmarkt auf Mallorca wird stärker und stärker, da die künstlich aufgepustete Immobilienblase längst geplatzt ist. Der laute Knall blieb bislang zwar aus, aber dies ist kein Wunder. Zu sehr fürchtet man in der Branche, dass dann alle Dämme brechen werden.

Aber dass diese Dämme längst gebrochen sind, sieht man auch daran, dass immer mehr verkaufen wollen. Die einen haben Angst noch mehr zu verlieren, oder dass sie doch nicht den erwünschten Reibach machen werden.

Die anderen können sich ihr Eigenheim auf Mallorca wegen Überschuldung schon gar nicht mehr leisten. Dies ist den neuen Machern bekannt, sie haben daher gleich zu Anfang zu recht damit begonnen, den Tatsachen direkt in die Augen zu schauen.

Dies war auch längst überfällig, sagt ein Mallorca-Kolumnist, nicht seit nur heute. Francisca Armengol hat zu ihrem Amtsantritt die rechten Worte gefunden, ihr gebührt daher auch mein erster heutiger Gruß. Lasset bloss euren Worten auch Taten folgen, mahne ich an. Denn wie ihr wisst, kann sich der frische Inselwind auch ganz schneller wieder drehen, und weht dann euch wieder kräftig ins Gesicht.

Mein nächster Gruß geht wie immer nach Deutschland, Wolfgang Schäuble soll da in einem Live-Interview eine erschreckende Unwissenheit gezeigt haben. Die Republik lacht und schüttelt heftig den Kopf. Wie ein Hilfsschüler soll der oberste Verfassungsschützer auf die Frage geantwortet haben, was er denn unter Online-Durchsuchungen versteht.

Diese und andere verfassungswidrige Überwachungspraktiken will Herr Schäuble mit aller Macht einführen und hierfür das Grundgsetzt ändern. Dabei weiss er anscheinend nicht einmal genau, wovon und über was er eigentlich redet.

Wenn dies stimmt, dann wäre das schlimm. Ein Fiasko für Deutschland und die Menschen in diesem Land. Wir werden dieser Angelegenheit deshalb wohl jetzt auch einmal von Mallorca aus auf den Grund gehen müssen.

Grüße wie immer auch an alle anderen hier auf meiner zum Glück immer noch freien und nicht zuletzt auch deshalb so wunderbaren Insel,

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon
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