Immobilien im Gegenwind
Die Immobilienbranche 2008 auf Mallorca, sie treibt schon seltsame Blüten, woraus der Kolumnist dieser Insel schliesst, dass die berühmt-berüchtigte Jauche höchst mächtig am Dampfen zu sein scheint.
Dass es der Immobilienbranche nicht nur schlecht geht, auf einer Skala zwischen plus zehn und minus zehn dürfte man beinahe schon am ganz unteren Ende angekommen zu sein, sondern dass Verzweiflung pur herrscht, zeigt die stetig ansteigende Zahl von leergeräumten Immobilenbüros in vielen Orten der Insel.
Mehr und mehr Immobilienmakler müssen einen Standort nach dem anderen abgeben, gerade hier auf Mallorca sind die Auswirkungen einer Rezession, in der wir uns längst schon befinden, auf äusserst unangenehme Weise zu spüren.
Die Preise von Mallorca Immobilien 2008, bis auf wenige Ausnahmen befinden sich diese in einem Abwärtstrend, der mittlerweile Anlass zu grosser Sorge gibt. Das Thema ist ein Dauerbrenner, es lässt auch den Kolumnisten auf Mallorca nicht los.
Wer will es den potentiellen Käufern, den Interessenten für eine Immobilie auf den Balearen ihre abwartende Haltung verdenken. Der Immobilienkauf zu diesem Zeitpunkt birgt grosse Risiken. Dies ist vielen Kaufinteressenten bewusst.
Das übliche Szenario eines sich im Sturzflug befindlichen Marktes ist der Hinweis derer, die von ihm leben, dass es gerade jetzt günstig sei, und die Preise bald wieder irgendwann anziehen. Und genau an dem Punkt ist, genauso wie an der Börse, grosse Vorsicht angesagt.
Nicht nur dort kann derjenige, der auf derartige Hinweise vertraut, recht schnell mit in einen ruinösen Abwärtsstrudel gezogen werden, der es aber dann erst so richtig in sich hat.
Die Immobilienblase auf Mallorca ist nunmal genauso wenig ein Hirngespinst wie die generelle internationale Immobilienkrise. Nur hier bei uns ist sie schlimmer, was sich auch daran zeigt, dass man von Seiten derer, die ihre über viele Jahre sprudelnde Geldquelle versiegen sehen, heftig dagegen rudert. Und da scheint jedes Mittel recht.
Ob es die Russen sind, die die Immobilienpreise hochtreiben sollen, worüber man vielleicht noch schmunzeln könnte, einige Marketer werden sich ob dieser Originalität einige Male auf die Schenkel geklopft haben, oder ob bei der Immobilienvermietung kräftig an der verbalen Mietpreisschraube gedreht wird, weil irgendwo auf der Insel, sei es in Palma oder sonst wo wieder einmal eine Mietwohnung zu einem überhöhten Preis verhökert wurde.
Sind Sie in jedem Fall vorsichtig, verehrte Leserinnen und Leser, gerade auch wenn Sie keine Immobilie kaufen möchten, sondern eine Mietwohnung auf Mallorca suchen. Denken Sie an ein geflügeltes Sprichwort, was da sagt, jeden Morgen steht ein Dummer auf. Ich glaube nicht, dass gerade Sie dieser Dumme sein möchten.
Die Mietpreise 2008 auf Mallorca, sie sind in ähnlicher Weise unter Druck wie die Immobilienpreise. Vielleicht noch nicht ganz so schlimm, aber die Zeit arbeitet für den Mietinteressenten, ganz klar. Auch und gerade bei der Langzeitmiete.
Man kann sich dies leicht selbst vor Augen führen, nicht nur für den Mallorca-immobilienmarkt-Kenner sind die Spielregeln dieser Branche in den meisten Inselorten mit wenig Aufwand leicht durchschaubar.
Eines ist klar, es gibt noch eine Nachfrage nach Mallorca-Immobilien. Diese ist nur erheblich geringer als noch vor Jahren, auch der arglose Käufer hat längst gemerkt wem die Stunde geschlagen hat. In 2008 eher dem Immobilienkäufer, dieser hat über viele Jahre zu oft Mondpreise gezahlt und stellt sich heute die berechtigte Frage, wieso eigentlich.
Auch klar, der eine oder andere Deutsche möchte auch heute noch nach Mallorca auswandern, jedoch, wer kann sich diesen Wunsch noch erfüllen. Und, viele tausend Deutsche kehren der Insel Mallorca Jahr für Jahr wieder den Rücken, zumeist still und heimlich, weil sie gescheitert sind.
Der Traum vom Auswandern, er beginnt zu oft mit der Anmietung einer überteuerten Langzeit-Mietwohnung. Und dies nicht selten über einen Immobilienmakler, der etwas kräftiger abkassiert, als es die mallorquinischen Immobilienbüros gewöhnlich tun.
Die Hilflosigkeit in der Kommunikation, die Unkenntnis der Sprache leistet dem Ganzen nunmal erheblichen Vorschub. Der Deutsche kommt in vielen Fällen hierher, zahlt zu hohe Mietpreise, noch dazu ist der allseits bekannte Alemannenzuschlag in vielen anderen Bereichen zu finden.
In Spanien, und ganz besonders hier auf Mallorca, da gilt, wer kann, der kann, und wer sich nicht selbst zu helfen weiss, weil er die Sprache der Inselbewohner nicht spricht, der zahlt kräftig drauf, der wird in vielen Fällen gemolken. Und das nicht nur von den Einheimischen, sondern, nicht selten noch viel mehr von seinen eigenen Landsleuten.
Und deshalb grüßt der Kolumnist und jahrzehntelange Inselkenner alle diejenigen, die gerade jetzt eine Wohnung zur Langzeitmiete auf Mallorca suchen. Lassen Sie sich von den regelmässig lancierten steigenden Mietpreismeldungen nicht ins Bockshorn jagen.
Und mieten Sie um Gottes Willen nicht von der Ferne aus an, es sei denn Sie kennen jemanden, dem Sie zu einhundert Prozent vertrauen können. Aber kann man das aus der Ferne überhaupt?
Kommen Sie her, nehmen Sie sich einen Mietwagen und fahren Sie über die Insel. Besuchen Sie möglichst viele Inselorte, in jedem findet man immer noch zahlreiche Immobilienmaklerbüros. Lassen Sie sich bitte nicht blenden von der schnieken Einrichtung und Ausstattung eines derartigen Büros. Kleider machen nunmal Leute, denken Sie an dieses alte Sprichwort.
Noch besser, Sie kaufen eine einheimische Zeitung, und studieren dort die vielen privaten Immobilienanzeigen. Lassen Sie sich dabei ruhig helfen, man findet immer ein nettes Wesen, das für einige Euro ein paar Telefonate führt, wenn man der Sprache nicht mächtig ist.
Dann werden Sie sich schnell wundern, wie viele Wohnungen nicht nur frei sind, sondern wie günstig die Mietpreise auf Mallorca sein können. Und vor allem werden Sie sehen, dass eine Anmietung zumeist auf der Stelle möglich ist.
Tausende Mietwohnungen werden Jahr für Jahr von Deutschen freigezogen, deren Traum vom Auswandern gescheitert ist, und die wieder zurück in ihre Heimat kommen.
Immer mehr Ferienwohnungen werden auch langzeitvermietet, wenn es denn irgendwie geht. Immer mehr junge Menschen, die sich in alter spanischer Gewohnheit bereits in ganz jungen Jahren verschuldet haben, und eine Eigentumswohnung gekauft haben, müssen diese Wohnung notgedrungen verlassen. Sie ziehen wieder zu den Eltern. Die Folge, diese Eigentumswohnung wird oft vermietet, zu verkaufen ist sie momentan so gut wie nicht.
Der Immobilenmarkt auf Mallorca ist überschwemmt mit vielen tausend leerstehenden Wohnungen, möbliert und unmöbliert. Und es werden noch viel mehr, denn die kommende Tourismussaison lässt bereits jetzt Schlimmes ahnen.
Wer jetzt, in 2008, Geduld und Geschick beweist, der kann ein richtiges Immobilieneschnäppchen machen. Nicht nur beim Immobilienkauf, da würde ich als Immobilienkäufer sowieso eher noch den nächsten Winter abwarten.
Nein, auch bei der Langezeitvermietung kann man durchaus jede Menge günstiger Wohnungen entdecken. Man muss nur danach suchen, und darf sich eben nicht in dieses berühmt-berüchtigte Bockshorn jagen lassen.
Meine Grüße hinüber nach Deutschland, sie gelten daher ebenfalls allen Mallorca-Liebhabern und Auswanderungsträumern. Träumen Sie Ihren Inseltraum, träumen ist schön. Aber bei existentiell wichtigen Entscheidungen, wie die Frage welche Wohnung Sie sich auf Mallorca kaufen oder mieten, da ist träumen fehl am Platz.
Denken Sie immer daran, Ihr Verhandlungspartner auf der Gegenseite, der mit dem gewinnenden und vertrauenswürdigen Lächeln, der, der so treuherzig und ehrlich aus der Wäsche schaut, dieser Verhandlungspartner träumt auch.
Und raten Sie jetzt einmal von was er träumt. Genau, von ihrem Besten natürlich, denn er will ja nur Ihr Bestes, was hätten Sie denn gedacht. Und wenn Sie immer genau an daran denken, dann wird es Ihnen Ihr Bestes, Ihr Geldbeutel, auch mit klingender Münze danken.
Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel, auf der die Immobilienbranche im laufenden Jahr 2008 einen immer heftigeren Gegenwind spürt.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca
Ihr Marlon
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