Immobilien-Leiden

Marlon über die Entwicklung der Immobilenbranche auf MallorcaEine Immobilie auf Mallorca gefällig, verehrte Leserinnen und Leser, oder zählen auch Sie sich mittlerweile zu der Gruppe der Mallorca Insider, denen man so schnell keinen Bären mehr aufbinden kann.


Dies ist zumindest zu hoffen, denn bei einer Rückblende auf das vergangene Jahr, dessen wichtige Ereignisse und Entwicklungen wir am Anfang eines neuen Jahres zu reflektieren gedenken, da darf die Immobilienbranche auf Mallorca nicht aussen vor bleiben.


Gleich vorweg, dem Immobilensektor auf Mallorca geht es nicht gut. Wer mit Immobilien auf dieser Baleareninsel Mallorca handelt, der Insel der jahrzehntelangen Goldgräberstimmung unter allen Immobilienverkäufern, der hat im ablaufenden Jahr einen mächtigen Dämpfer erlitten.


Massive, existentiell gefährdete Einbrüche aller Verkaufszahlen, ganz genau Statistiken gibt es hierüber nicht. Wie könnte dies auch anders sein, denn in der Immobilienbranche ist vieles Psychologie, ähnlich wie an der Börse.


Der Kolumnist von der Insel Mallorca formuliert das jetzt einmal ganz schlicht, so, wie es nunmal in Wirklichkeit ist. Die Immobilienblase auf Mallorca ist mit einem lauten Knall geplatzt, und wie sie geplatzt ist.


Man hat aus psychologischen Gründen, aus pekuniären Gründen, so lange wie möglich das Mäntelchen des Schweigens darüber gelegt. Wenn man mehr als zwei Jahrzehnte auf Mallorca lebt und arbeitet, dann kennt man Vieles, man bekommt langsam aber sicher tiefergehende Einblicke in allerlei Dinge.


Nicht nur ich habe jahrelang davor gewarnt diese Mondpreise für Mallorca Immobilien zu zahlen, nicht selten wurde für ein Immobilienobjekt das Mehrfache dessen gezahlt, was der Mallorquiner dafür hinblättern würde.


Das Kopfschütteln über diese naiven alemannischen Quadratköpfe ging einher mit einem über viele Jahre anhaltenden Dollarblick, was war da doch mit der Gutgläubigkeit und Naivität der Deutschen viel Geld zu verdienen. Nun sitzen viele auf ihren Hütten und können sie nicht bezahlen.


Die Zinsen steigen, und das Aussmass dieser Immbolilienkatastrophe wird immer schlimmer. Dass eine Luftblase nur sehr schwierig zu refinanzieren ist, das dämmert nun nach und nach zahlreichen Immobilienkäufern.


Wer bei einem einheimischen Immobilenmakler gekauft hat, genauer, bei einem mallorquinischen, der mag vielleicht nicht ganz so tief in die Tasche gegriffen haben. Obwohl auch diese in den letzten Jahren kräftig nachgezogen haben,


Jedoch, überzahlt ist nunmal überzahlt, da helfen auch zehn, zwanzig oder gar dreissig Prozent weniger nichts, bei Preisen von jenseits von Gut und Böse.


Der Höhepunkt des skurillen Immobilentreibens auf der Deutschen liebsten Baleareninsel war dann der Hinweis auf eine wachsende Käuferschicht aus Russland. Als gar nichts mehr ging, und alle Dämme wegzubrechen drohten, als bereits die spanische Journallie das Immobilienfiasko erkannt hat, da hiess es, vor allem für die Ohren aller Alemannen, die Russen kommen und würden die Immobilienpreise auf Mallorca weiter in die Höhe treiben.


Wenn ich ganz ehrlich bin, verehrte Leserinnen und Leser, auch ich wusste damals nicht, ob ich nun Lachen oder Weinen sollte. Der eine oder andere Immobilienmakler wird sich da wohl kräftig auf seine Schenkel geklopft haben.


Es geht um viel Geld, sehr, sehr viel Geld, und da scheint fast jedes Mittel recht zu sein. Wer bitteschön unter den deutschen Immobilienkäufern denkt schon kühl und nüchtern nach, wenn er seinen mallorquinischen Immobilientraum kurz vor der Verwirklichung sieht.


Kaum einer sieht sich da in der Opferolle, man ist doch ein Gewinner. Pustekuchen. Allerdings, mit etwas Überlegung hätte jeder Immobileninteressierte auch selbst darauf kommen können, dass an dieser Russenmeldung jede Menge stinkt.


Die Erfahrung zeigt, der Mensch sieht, was er sehen will, das Andere blendet er aus. So ist dies nunmal. Die Realität, Anfang 2008 auf Mallorca, in der Immobilienbranche, und der mit ihr verbundenen Baubranche, sie sieht ganz, ganz düster aus.


Allen Durchhalteparolen zum Trotz, auch unterstützt von weiten Teilen einer Journallie, die ebenfalls nicht schlecht davon gelebt hat, es geht dramatisch weiter bergab. Ob die Langzeitmiete auf Mallorca, ob es die Eigentumswohnung, das Haus oder sogar die Finca ist, Vorsicht ist gerade jetzt die Mutter der Porzellankiste.


Wer dennoch meint dieses Jahr bei uns unbedingt eine Immobilie kaufen zu müssen, der sollte sich einmal eine Woche Zeit nehmen, hierher kommen und die Inselorte bereisen. Dann sieht er wie die Preise munter purzeln.


Ganz für sich bereisen, versteht sich, ohne die Begleitung eines Immobilienverkäufers. Schauen Sie sich die Verkaufsschilder an unzähligen Objekten auf Mallorca an, es dürften mittlerweile Zehntausende sein. Reden Sie selbst mit vielen Privatverkäufern, mieten Sie sich einen Dolmetscher, wenn Sie der einheimischen Sprache nicht mächtig sind.


Dann bekommen Sie das Drama mit Ihren eigenen Augen mit. Für die Immobilienbranche auf Mallorca gilt, mehr noch als für Spanien und andere Länder, es ist fürwahr eine immens grosse Not am Mann.


Mein ersten Grüße gehen heute an alle Mallorca-Liebhaber. Ich grüße dabei vor allem die, die mit dem Gedanken spielen auf Mallorca einen Zweitwohnsitz zu erwerben, oder die unbedingt nach Mallorca auswandern möchten. Setzt euren Plan bitte ganz behutsam um, mit Verstand.


Beherzigt den Rat, den mir einst ein alter Mann auf Mallorca gab. Ich zitiere diesen immer gerne wieder. Versucht herauszufinden, was der Mallorquiner selbst für das Immobilienobjekt eurer Begierde zahlen würde, was zugegebenermassen nicht ganz einfach ist.


Am besten geht dies in den Orten der Inselmitte, des Abends in einer der zahlreichen Bars. Redet mit den Menschen, die kein persönliches Interesse an eurem Kauf haben. Sie werden euch die Augen deutlich öffnen.


Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an die Politikvertreter der Parteien, die Deutschland ohne Rücksicht auf den Wählerwillen in die EU-Osterweiterung hineingetrieben haben.


Kaum sind die Grenzkontrollen gen Osten weg, da kommen nun jede Menge kriminelle Elemente Richtung Westen. Das wird noch dramatisch werden, soviel scheint jetzt bereits sicher. Bereits die ersten Meldungen, diese Meldungen sind selbst für den, der Schlimmes erwartet, erschütternd.


Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel, auf der die Menschen ebenfalls unter den EU-Erweiterungsbeschlüssen mehr und mehr leiden.


Herzliche Grüße von der Insel Mallorca


Ihr Marlon

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