Schlimme Finger und Quadratlatschen
Irgendwie könnte alles doch noch einigermassen gut ausgehen für unsere Schwesterinsel im Süden der Baleraren, hoffen wir hier auf Mallorca jedenfalls. Eigentlich muss man sagen, für zwei Inseln, nicht nur für die eine, sprich Ibiza. Mit einem blauen Auge soll nach Angaben der offiziellen Vertreter vor Ort und hier in Palma das Allerschlimmste verhindert worden sein. Ibizas Strände wieder frei, dramatische Meldungen von Formentera bleiben zum Glück ganz aus.
Im Sinne der Badegäste und deren Gesundheit, vor allem auf Ibiza, aber nicht nur da, ist zu hoffen, dass hier nicht wieder einmal so einiges unter den strategischen Teppich gekehrt wurde.
Wer absolut sicher gehen will und Wert auf höchste Neutralität legt sollte unbedingt die Website von Greenpeace aufrufen, die spanische selbstverständlich. Diese Leute haben nur eines im Sinn, und das ist gut für uns alle. Sie interessiert einzig und alleine die Natur hier auf den Balearen, und alle die, die hier in ihr, mit ihr und von ihr leben. Nichts mehr und nicht weniger.
Daher fordern sie auch die spanische Regierung in Madrid auf, wirklich alles dafür zu tun, damit jetzt das Öl da wirklich wegkommt. Denn wenn die Lecks nun auch tatsächlich abgedichtet sein sollten, das salzige Meerwasser tut dem Tanker nicht gut. Soviel ist sicher, und daher muss das Öl schnell raus.
Die nächste wichtige Frage, wer bezahlt eigentlich die ganze Öl-Verschmutzung einschliesslich aller Schäden, die da noch kommen. Und es würde schon fast an ein Wunder grenzen, wenn da gar nichts mehr zurückbliebe. Öl kann man ja nicht einfach so zusammenkehren wie einige Kubikmeter Feststoffmüll.
Was geschieht mit den Zukunftsschäden, die ganz sicher noch entstehen werden, die man aber nicht sieht und auch nicht so ohne weiteres zuordnen kann. Eine grosse Menge der Öl-Giftsoffe haben sich im Meereswasser aufgelöst, es hat sich sozusagen verflüchtigt.
Es wird langsam Zeit, dass sich die Fährgesellschaft Iscomar offiziell erklärt. Diese hatten diesen Havaristen namens Don Pedro unter ihrer Flagge. Die werden doch nicht etwa die Schuld auf diesen Felsen schieben wollen, der da ja nicht erst seit diesem unglückseligen Mittwoch vor Ibiza zu finden ist.
Davon abgesehen, was ist mit den Verantwortlichen auf dem Schiff geschehen. Sind diese verhaftet worden, oder wieso erfährt man da eigentlich nichts. War der Kapitän denn betrunken oder wieso kann ein dermassen kapitaler Anfängerfehler auf einer vielbefahrenen Standardroute geschehen können. Noch dazu direkt vor den Augen tausender Urlaubstouristen, denen er mit seiner Kollision ihre sich nicht ganz unverdienten Ferien verhagelt hatte.
Diese Fragen gilt es nun zu klären, auch wenn vieles andere hier auf Mallorca die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Aber dies ist der ganz normale Alltag auf der begehrten Insel, vor allem in der Hauptsaison. Business as usual, so würde es der Engländer beschreiben.
Jede Menge Trickbetrüger, Diebe, Räuber und Gewalttäter überfluten Mallorca. Wir hatten es schon desöfteren als Thema. Es wird dennoch immer schlimmer. Die EU-Politik lässt mit ihrem Wasserkopf ganz tief untem im mallorquinischen und auch sonstigen Inselsand grüssen. Immer wieder und immer noch.
Man müsste dieses Gesindel eigentlich alle in einen Sack stecken und dann direkt nach Brüssel karren, direkt in die Wohngebiete dieser scheints von grenzenlosem Geld-Lobbyismus übersättigten Schreibtischtäter auskippen.
Aber fangen sie erstmal diese Gauner, das sind in der Regel Gewohnheitsverbrecher. Die betreiben ihr Geschäft mit der gleichen Routine wie Sie Ihrem Beruf nachgehen, verehrter Leser. Unsere Polizei verteilt fleissig und tapfer Broschüren, in diesen Tagen auf Mallorca.
Wenns denn hoffentlich etwas bringt, genauso wie die zusätzlichen fünfundtwanzig Mann an der Platja de Palma, die nun zusätzlich ihren Dienst dort verrichten. Ein weiterer Tropfen auf dem heissen Stein, fürchte ich.
Und was soll dann im Winterhalbjahr werden, wenn die Urlauber fast alle wieder zuhause sind, dieser schlimmen Finger aber dann noch hier. Sollen wir uns dann alle in unseren Häusern und Wohnungen verrammeln, oder wie soll das gehen.
Man wird wohl hier in Spanien erst dann reagieren, wenn eines Tages einmal der König Opfer eines der zahllosen Trickbetrüger werden würde. Aber soweit müsste es doch gar nicht erst kommen.
Wie wir alle wissen, König Juan Carlos weilt bei uns auf Mallorca. Darüber freuen sich seine Untertanen. Und wir wollen natürlich hoffen, dass es ihm hier wie immer gut ergehen wird. Aber vielleicht berichtet ihm einmal einer seiner getreuen Berater von den schlimmen Zuständen in seinem Urlaubsdomizil.
Denn unweit seines Königspalastes in Palma de Mallorca wird sich Tag für Tag ein Drama nach dem anderen ereignen. Dies ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und wenn der König etwas sagt, dann hören endlich auch einmal alle zu. Ein Kolumnist könnte ihn heute deswegen fast schon darum beneiden.
Tut er aber nicht, im Gegenteil. Meinen herzlichen Gruß sende ich König Juan Carlos und seinen Liebsten heute. Auf dass er sich wie so oft schon auch dieses Jahr aufs Neue in seiner Sommerresidenz hier auf Mallorca gut erholen möge.
Und natürlich viel Erfolg bei der Segelregatta, an der er in diesen Tagen teilnimmt. Auf dass er sie am besten noch gewinnt. Das wärs doch einmal. Denn dann würde ich in diesem allerdings äusserst unwahscheinlichen Fall zu gerne einmal die Gesichter der Männer des erneuten American Cup Gewinners Alinghi sehen.
Mein nächster Gruß hinüber nach Deutschland gilt keinem König, denn den gibts da drüben ja schon lange nicht mehr. Aber so etwas ähnliches wie ein König tritt jetzt ab, so ein halber. Edmund Stoiber tritt nach einer grandiosen Ministerpräsidentenzeit im Freistaat Bayern ab, übergibt seinem Nachfolger eine sagenhafte und schier unglaubliche Zweidrittelmehrheit.
Da braucht der gute Günther Beckstein aber schon die ganz grossen Latschen, die Quadratlatschen sozusagen, damit er dieses grosse Erbe auch nur einigermassen antreten kann. Der Schatten der grossen CSU-Regenten in Bayern, die sind nunmal riesengross und breit.
Da kann man ihm nur viel Glück und noch mehr Augenmaß wünschen, insbesondere hinsichtlich der abenteuerlichen Überwachungseinfälle von einem gewissen Wolfgang Schäuble
Weitere Grüße gehen wie gewohnt auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Ihr habts gehört, Augen und Ohren auf, sagt die Polizei. Und die werden es ganz besonders genau wissen.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,
Ihr Marlon
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