Irrwege einer Generation
Die Äffäre um die frühere Tagesschau-Sprecherin Eva Herman wird mehr und mehr zu einem handfesten Skandal, allerdings völlig anders, als man es bis dato vermuten konnte.
Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass der Skandal in diesen Tagen wie ein Bumerang genau auf diejenigen zurückkommt, die Eva Herman anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches nationalistisches Gedankengut unterstellen wollten.
Und dieser Bumerang könnte eine ganz haarscharfe Klinge haben. Die Vorkommnisse um Eva Hermann nämlich, sie könnten eine Diskussion auslösen, die vor allem in Deutschland, aber nicht nur dort, seit vielen Jahren längst überfällig ist.
Sie mögen sich vielleicht noch daran erinnern, verehrte Leser, dass ein Kolumnist aus Mallorca unlängst in einer seiner Tageskolumnen den mahnenden Zeigefinger erhoben hatte, direkt nach bekannt werden der Ereignisse um Eva Herman.
Jetzt nimmt das Thema genau die Wendung, auf die mich schon damals ein untrügliches Kribbeln in meiner Magengegend hinweisen wollte. Dieses Kribbeln, wer kennt das nicht, welches mitteilt, irgendwas stimmt an der Sache nicht, man weiss nicht genau was, aber, da ist etwas faul.
Und, bei genauerer Betrachtung aller Ereignisse um Eva Hermann, und insbesondere nach dem Lesen ihres Buches, ihrer Interviews sowie aller Reaktionen darauf, fällt das gesamte Vorwufsszenario derer, die Eva Herman kritisiert haben, wie ein wackeliges Kartenhaus in sich zusammen.
Nun fällt ein Satz, der bemerkenswert ist, und, wieder einmal gesprochen von Eva Herman, einer Frau, die so ganz und gar nicht in das schubladenhafte Raster derjenigen passt, die sie so scharf kritisiert haben.
Eine attraktive Blondine, als Frau begehrenswert, beruflich erfolgreich, Fernsehunterhaltungs-Star, Buchautorin, Sängerin, zum wiederholten Male wurde sie zur beliebtesten TV-Moderatorin gewählt. Und ausgerechnet diese Frau mahnt den Verfall alter traditioneller Werte an. Den Verfall der Gemeinschaften, da vor allem die zunehmende Entfremdung und Zerrüttung der Familien.
Eva Herman setzt sich seit Jahren für die Rückbesinnung auf eine konservative Rollenverteilung zwischen der Frau als Mutter und dem Mann als dem starken und beschützenden Partner ein, so wie es seit vielen Tausend Jahren gewesen ist.
Eva Herman erteilte zum wiederholten Male der Emanzipation eine Absage, sie kritisiert diejenigen, die sie, wie sie jetzt sagt, in die rechte Ecke geschoben haben. Die linke und feministische Szene, sie spricht es offen und unverblümt aus, diese Gruppierungen haben sie unter Generalverdacht gestellt.
Ich halte diese Äusserungen nicht nur für höchst bemerkenswert, sie sind vielmehr sogar weit darüber hinaus längst überfällig. Eva Hermans Forderung lautet, statt einem fremdbestimmten Anspruch an die Frau es gefälligst den Männern gleichzutun, soll der Frau das Recht auf die traditionelle Rolle als Frau und Mutter zugestanden werden.
Diese Forderungen haben zu heftigen Reaktionen geführt, teilweise weit unter der Gürtellinie wurde Eva Herman kritisiert. Bis hin zur bewussten, zumindest jedoch fahrlässigen Missinterpretation ihrer, noch dazu angeblichen, Äusserungen, was dann zum Rauswurf beim NDR geführt hatte. Dieser übrigens könnte für die Sendeanstalt teuer werden, denn dort hat man sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert.
Frau Hermann kritisiert, und sie tut dies zu Recht, die 68-er, die Generation. Die Generation, die das Land Deutschland in vielerlei Hinsicht in Grund und Boden gefahren hat. Man schaue sich heute nur einmal um.
Nachdem ich mich mit der Affäre und allen Beteiligten in den letzten Tagen einmal äusserst gründlich befasst hatte, etwas, was ich Ihnen, verehrte Leser dringends ans Herz legen möchte, so Sie Interesse an einer wirklich fundierten, eigenen Bewertung haben, da hätte es mich doch fast aus dem Sessel gekippt.
Eine Alice Schwarzer, die Begründerin der feministischen Zeitschrift Emma, wer kennt sie nicht, diese sagte bereits im Jahr 2006 zu Eva Herman und ihren Aussagen, Frauen sollten mit so einem Quatsch im Jahr 2006 keine Zeit mehr verlieren.
Und weiter sagte Alice Schwarzer bereits damals, die ARD muss sich fragen, ob ihre Tagesschau-Sprecherin mit so sexistischen Elaboraten nicht gegen die Grundsätze der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verstößt und die vorgeschriebene Glaubwürdigkeit einer Nachrichtensprecherin demontiert.
Während man die erste Aussage von Alice Schwarzer vielleicht noch als ideologisch verfärbte, eher etwas dümmliche Aussage, und daher mit Nachsicht interpretieren könnte, die zweite ist ein handfester Skandal, und, eine Unverschämtheit. Auch, da diese Aussage in hohem Masse diskriminierenden Charakter hat.
Die Tatsache, dass im Deutschland des heutigen Zeitgeschehens eine Frau in der Rolle einer Hausfrau und Mutter als Opfer sexistischer Elaborate bezeichnet wird, zeigt, wie dringend notwendig eine erneute Diskussion über das Rollenbild ist.
Eine Diskussion über einige von Eva Herman zu recht kritisierte zweifelhafte politisch-gesellschaftlichen Errungenschaften der 68-er, und da vor allem der Linken und der Feministen, sie ist längst überfällig. Es wurde Vieles weit überzogen, das kann und das darf nicht sein.
Eva Herman fühlt sich nicht nur falsch interpretiert, sie erklärt darüber hinaus, dass sie eindeutig falsch zitiert wurde. Dem ist nicht mehr viel hinzu zu fügen. Höchstens, dass nun der Vorgang neu aufgerollt werden sollte, öffentlich, transparent und ohne Ideologien.
Des weiteren muss es nun endlich auch einmal möglich sein, diejenigen in Frage zu stellen, die die Gesellschaft in Deutschland mit aller Macht umgekrempelt haben. Denn dies war bis dato nicht möglich, ohne gleich das entsprechende sexistische Stigma angeheftet zu bekommen.
Meine ersten Grüße gehen daher heute einmal alleine an Eva Herman. Dir sei gedankt, und ich bin sicher, nicht nur von dieser Seite. Ich kenne zahlreiche Frauen, die sich ausdrücklich nicht mit dem feministischen Gedankengut einer Alice Schwarzer oder auch der Politikerinnen der Grünen identifizieren. Die weitaus meisten Frauen denken anders.
Der öffentliche, psychologische Druck, den die zumeist intellektuellen Feministen über ihren oft direkten Zugang zu den Medien auf die Frauen ausüben, dieser ist enorm. Und da dies so ist, wird auch mich das Thema in der nächsten Zeit beschäftigen. Da kommt noch was.
Meine Grüsse nach Deutschland gehen an die andere Seite, an die Feministinnen, allen voran Alice Schwarzer. Ich erinnere mich noch zurück, aber auch heute ist es kaum anders. Komischerweise sind es nur in Ausnahmefällen attraktive, begehrenswerte Frauen gewesen, die das Rollenbild der Frau in Frage stellten.
Vorneweg Alice Schwarzer, die sich sogar hochoffiziell und seit Jahrzehnten ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität vorwerfen lassen muss. Und auch diese Tatsache gibt mir sehr zu denken, und auch darüber wird noch zu reden sein.
Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel, einer Insel der wunderbaren spanischen und malloquinischen Frauen. Stolz, attraktiv, weiblich-feminin, familienorientiert, egal, ob an der Arbeit oder zuhause in der Küche, am Herd.
Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,
Ihr Marlon
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