Der äussere Anstrich

Marlon über Mallorca als Spaniens Urlaubsziel Nummer 1Herrliches Wetter auf der Insel Mallorca, und ein Kolumnist der Insel Mallorca sagt jetzt einfach einmal, wir haben es uns auch verdient.

Mallorca ist immer noch so etwas wie ein iberisches Aushängeschild inmitten einer Tourismusbranche, der seit geraumer Zeit kräftiger Gegenwind in ihr bislang so erfolgsverwöhntes Gesicht bläst.

Die Balearen sind von den Gastländern Nummer Eins und Nummer Zwei, Deutschland und England, in nur wenigen Stunden zu erreichen. Koffer oder Reisetasche gepackt, den Schlüssel zweimal herum in der Wohnungstür zuhause, und vier Stunden später schlendert man bereits gemütlich an einem der vielen Strände unserer schönen Baleareninsel entlang und die sanften Wellen des Mittelmeeres scheinen den Betrachter von jeglichem Stress befreien zu wollen.

Die Franzosen lieben sie auch, unsere Insel, und von dort ist es zumeist nur noch ein Katzensprung. Die Insel Mallorca ist ein starker Brand, zahllose Marketingexperten feilen jahrein, jahraus an den richtigen, erfolgsversprechenden Konzepten, damit der gegenwärtig rückläufige Trend wieder umgekehrt werden kann.

Einige der Experten sehen Mallorca als Komfort- und Wellness, ja sogar als Luxusurlaubsinsel, zumindest mittel- oder langfristig sehen Sie ein entsprechendes Konzept als die Lösung überhaupt. Eine heisse Kiste, das ganze, zu oft haben wir an dieser Stelle bereits darüber diskutiert.

Die grösste Baleareninsel Mallorca ist ein touristisches Zugpferd in allen Reisebüros, auf allen Reiseseiten im Internet, seit Jahrzehnten ist dies bekanntermassen der Fall. Sie ist eines, und kann dennoch selbst jede Menge Aushängeschilder gebrauchen.

Es gibt reichlich Prominenz auf der Insel, mehr oder weniger willfährig wenn es darum geht mit dem eigenen Namen für unsere Insel zu werben. Hinter so manchem Antlitz in vielerlei Gazetten und Internetseiten darf man deshalb ruhig auch vermuten, dass da mit entsprechenden finanziellen Argumenten nachgeholfen wird.

Aber, Mallorca selbst offenbart an und ab einmal ein Eigengewächs, dass dann eines Tages unvermutet im internationalen Rampenlicht steht. Rafael Nadal, der Tennisstar, der sich längst an der Weltspitze etabliert hat, der in die Fusstapfen eines anderen mallorquinischen Tennisstars, Carlos Moya, getreten ist, und bei dem es nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint bis er einen Roger Federer vom begehrten Tennisthron verdrängt haben wird.

Der RCD Mallorca, das kleine Real, unser Erstligist Real Mallorca hat sich augenscheinlich endgültig in der Primera Division, in der obersten spanischen Fussballliga etabliert.

Ein Chapeu an alle Fussballbegeisterten In Palma und anderswo hier auf unserer Insel, denn dies war fürwahr eine starke Leistung, und da tut es auch kein Abbruch, wenn dann einmal ein Spiel vor eigener Kulisse den Bach runtergeht.

So wie dies am gestrigen Abend der Fall war, als man gegen einen zu dieser Stunde einfach stärkeren Gegner Sevilla den Kürzeren ziehen musst.

Das macht nichts, mir ist um diese Mannschaft nicht bange, und daher werden wir auch im kommenden Jahr und sicherlich auch die Jahre danach den Namen Mallorca in allen internationalen Sportberichterstattungen zu lesen und zu hören bekommen.

Und da gibt es noch einen Namen, der seit dem gestrigen Tag ebenfalls in vielerlei Munde rund um den Globus sein wird. Vielleicht sollte ich sagen endgültig, denn man hat ihn bereits oft genug gehört.

Jorge Lorenzo, der mallorquinische Motorradrennfahrer hat nun auch sein grosses Talent in der Moto-GP-Klasse endgültig bewiesen. Sein erster Sieg in Estroril, bei den ganz Grossen dieses Sports, und vor den ganz Grossen dieses fazinierenden Rennsports.

Wer mich kennt, der weiss, dass ich ebenfalls ein Biker bin, es ist mein Hobby Nummer Eins und deshalb bin ich mit vielen anderen hier auf der Insel regelmässig unterwegs. Die Serpentinen des Tramuntanagebirges sind einfach zu verlockend.

Jorge Lorenzo, ein Grosser auf dem Bike, leider jedoch noch lange kein Vorbild, sobald er den Helm abnimmt. Ihm würde man das sympathische bescheidene Auftreten eines Dani Pedrosa wünschen, eines anderen MotoGP-Superstars aus Spanien, welcher bereits dreimaliger Weltmeister ist. Und nicht dieses pubertäre Gehabe, ich bin der Grösste, was wollt ihr alle überhaupt.

Schade, schade, ging es mir während der Siegerehrung gestern durch den Kopf, als ich diesen Lorenzo auf dem Siegerpodest sah. Schade, dass Du trotz Deines Ausnahmetalents noch lange kein Aushängeschild für Deine Insel Mallorca bist.

Und genau diesen Jorge Lorenzo grüße ich heute von dieser Stelle. Wie viele andere Insulaner habe auch ich Dich Deinen Werdegang von Kindesbeinen an verfolgt. In Dir steckt ein Riesentalent, Du bist ganz klar ein Racer.

Jedoch ein grosser Sportsmann wirst Du so nie werden, nimm Dir da einen Valentino Rossi zum Vorbild. Dieser Michael Schumacher des Motorradrennsports wirkt in Triumph und Niederlage gleichermassen bescheiden, menschlich und sympathisch. Und genau deshalb wird er von allen geliebt, er hebt niemals ab trotz seiner vielen Spässe und schauspielerischen Einlagen.

Valentino Rossi nennen sie nicht nur, the doctor. Ihm hat die Universität seiner Heimatstadt Urbino sogar die Ehrendoktorwürde verliegen. Aufgrund seiner kommunikativen Fähigkeiten. Darüber solltest du einmal sinnieren, lieber Jorge.

Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an die Public Relation Experten der Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr seid wirklich Spitze, dies muss man einfach neidlos anerkennen.

Wann immer mir das Antlitz von Frau Merkel entgegenschaut, im Web oder in Printmedien, die Frau wird immer schöner. Wie gut, dass es eine Software namens Photoshop gibt. Nur eines würde mich dabei interessieren. Ist sie es eigentlich wirklich noch, oder ist es bereits ihr Klon?

Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca, auf der es ebenfalls noch sehr viel zu retouschieren gäbe.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca

Ihr Marlon

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