Der Aufschwung a là Angela Merkel

Marlon über die Deutsche Politik aus der Sicht von MallorcaDie Deutsche Bundesregierung beschäftigt einen Mallorca Kolumnisten dieser Tage intensiv, mehr denn jemals zuvor.

Die jüngste Generaldebatte im Deutschen Bundestag mutierte, wie vieles andere in unserer Zeit zu einer medialen Verkaufsförderungsveranstaltung. Wenn man sehen und hören konnte, wie sich Bundeskanzlerin Merkel im Glanze eines angeblichen Aufschwunges präsentiert hat.

Dabei ist dieser Aufschwung nur für einige wenige spürbar, die Masse der Menschen in Deutschland leidet, wenn man den Vergleich mit einer Zeit von vor zehn bis zwanzig Jahren anstellt. Und wie sie leidet, kann man an den nachfolgenden Erkenntnissen in traurig-anschaulicher Weise nachvollziehen. Es brennt im Grunde lichterloh, wo man auch hinschaut.

Nur ein Beispiel, die deutsche Politik beschert ihren Bürgern bereits seit vielen Jahren erheblich Mehrbelastungen in der Sozialversicherung. Und dies verschweigt Angela Merkel, wie vieles andere, frei nach amerikanischem Vorbild.

Dort redet man nur über das wenige Gute, und wenn selbst das nicht da ist, dann verkauft man halt das Schlechte als gut. Mittels eigenhändig angefertigten Statistiken und Umfragen wird dies dann vorher noch passend zurecht gefeilt.

Doch wie uns allen bekannt ist, stiegen die Beiträge in der Sozialversicherung in den letzten zwanzig Jahren immer weiter an, im Gegenzug wurden die Leistungen auf ein nie dagewesenes Niveau reduziert. In der gesetzlichen Krankenversicherung wurden so entweder wichtige Leistungen ganz gestrichen, Beispiele gäbe es genug, genannt sei hier nur einmal die Brille und der Zahnersatz.

Anderes wiederum wurde ausgegliedert, man beschloß so mit der Pflegeversicherung einfach eine ganz neue Sozialversicherung, zusätzliche Milliarden jährlich wälzten so die Politikvertreter von CDU, SPD, FDP und den Grünen auf die Menschen in Deutschland zusätzlich ab.

Dass die seinerzeit zu erwartenden und zwischenzeitlich eingetretenen Probleme, nämlich die Überalterung der deutschen Gesellschaft, aufgrund von schweren Versäumnissen genau jener Politiker auftreten, darüber spricht man selbstverständlich nicht. Was interessiert mich schon mein Geschwätz, sprich meine Familienpolitik, von gestern.

Begründet wurde die Einführung der Pflegeversicherung damit, dass zum Einen die häusliche Pflege und die Heimpflege damit erst finanzierbar werde, dass die Pflegeleistungen damit überhaupt erst möglich seien und dass mit der neuen Pflegeversicherung vor allem ein für alle Bürger notwendiger hoher Qualitätsstandard gewährleistet ist.

Wie zu oft bei Politikversprechen, so wurde auch dieses gebrochen, und zwar elementar. Worüber unsere Politiker nicht so gerne sprechen, vor allem nicht die vor Jahrzehnten einmal sozialdemokratisch Handelnden aus der SPD, von den scheinsozialen Grünen einmal ganz abgesehen, ist die Tatsache, dass in Deutschland in der Regel nur derjenige menschenwürdig gepflegt wird, der zusätzlich zu staatlichen Pflegeversicherung noch reichlich zusätzliche finanzielle Mittel hat.

Wehe dem, der dies nicht hat, und dennoch in diesem Land ein Pflegefall wird, der Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen läßt ihn mit der Einweisung in ein deutsches Pflegeheim ein Horroszenario erwarten, welches dem eines nervenaufreibenden Horrorfilmes entsprechen dürfte.

Nicht nur, dass in den Pflegenheimen unseres Landes Schwerkranke in der Regel unzureichend behandelt und versorgt werden. Die Lage in des gesamten Pflegesystems in Deutschland wird selbst von ganz offizieller Seite als katastrophal bezeichnet.

Jegliche Sorgfalt, banalste Alltagshilfen können nicht gewährt werden, sei es das Waschen, Essen oder Medikamente verabreichen, von Dingen wie Betten machen erst gar nicht zu reden. Ein Schrecken ohne Ende nicht nur für die Bewohner der Pflegeheime, sondern auch für die Mitarbeiter, deren Anzahl aus Gründen der in Deutschland eingeführten unermeßlichen Profitgier viel zu gering ausfällt. Profitgier, eingeführt mit Unterstützung der eingangs genannten politischen Parteien.

Einfachste und selbstverständliche Dinge werden nicht gewährt, obwohl die Menschen jahrelang dafür zum Aderlaß gebeten wurden, und das ganz, ganz Schlimme ist, jedwede Menschlichkeit bleibt vollends auf der Strecke. Einem Kolumnisten bleibt heute schier die Zunge im Halse stecken, wenn er folgende Auszüge aus dem vor gut zwei Wochen veröffentlichten Prüfbereicht zitiert.

So wird in den Pflegeheimen jeder dritte Patient nicht häufig genug umgebettet, mit der schlimmen Folge, er liegt sich wund. Bei den Heimpflegediensten, welche für die häusliche Pflege verantwortlich sind, wird fast schon die Hälfte aller Pflegebedürftigen nicht genügend umgebettet.

Doch dies ist erst der Anfang, denn stellen Sie sich nur einmal vor, verehrte Leser, etwa ein Drittel aller Pflegebedürftigen Menschen bekommen nicht einmal genug zu essen und zu trinken. Die Betroffenen magern ab, bis dann irgendwann einmal das Allerschlimmste eintritt.

Ebenfalls unzureichend, Windeln wechseln wird sehr oft vernachlässigt, Altersverwirrte sind übrigens von der Verwahrlosung aufgrund der mangelhaften Betreuung ganz besonders schlimm betroffen.

Die besondere Chuzpe, die Unglaublichkeit an dem Bericht 2007, dies alles offenbarte bereits der Prüfbericht aus dem Jahr 2004. Schon damals offenbarte dieser eine Bilanz des grenzenlosen Grauens, alle Politikvertreter von SPD, CDU, FDP und den Grünen, all die Damen und Herren dieser etablierten Parteien haben dies also gewußt und nicht gehandelt.

Kein Wunder, sind sie doch alles hoch bezahlte und bestens versorgte Beamten, sie werden davon niemals persönlich betroffen sein, die eigene private Pflege der Politiker wird einen wesentlich höheren Standard aufweisen.

So ist das ganze ein weiterer Skandal deutscher Politik unserer Zeit, die Frage ist einmal mehr, wann straft der Wähler diese etablierten Parteien endlich einmal gründlich ab.

Ich gehe heute noch viel, viel weiter, indem ich sage, die grundsätzliche Existenzberechtigung aller etablierten Parteien muss spätestens jetzt endgültig in Frage gestellt werden. Die politische Landschaft muß sich schleunigst ändern, denn für diese gilt genau das gleiche, wie für die derzeitige Pflegesituation.

Und diese ist nach Angaben des Geschäftsführers des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, Peter Pick, nicht nur katastrophal, sondern vielmehr sogar, sie ist gesundheitsgefährdend.

Meine ersten Grüße gehen heute hinüber zur Deutschen Bunderegierung, und dort direkt zur Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit Ihnen, Frau Bundeskanzlerin, ist endgültig eisige Kälte endgültig in Deutschland eingezogen.

Da können Sie noch so krampfhaft versuchen, Ihre Mundwinkel nach oben zu ziehen, oder sie auf Postillen retuschieren zu lassen. Deutsche Politik, dies bedeutet spätestens seit Gerhard Schröder, und genauso bei Ihnen, was zählt ist alleine nur noch der Schein.

Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel. Einer Insel, die weiterhin zubetoniert wird, wie man nun erfahren musste. Ein weiteres, wichtiges ahlkampfversprechen der Regierung Francscs Antich ist gebrochen. Aber dazu bald mehr.

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,

Ihr Marlon
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