Niedertracht

Marlon über Mallorca und Spanien inmitten der Europäischen UnionWo bitte gibt es die Bananen in dieser Republik. Diese oder ähnliche Fragestellungen sind äusserst unangenehm, vor allem wenn sie einem Liebhaber und intensiven Beobachter der Insel Mallorca hin und wieder einmal mit unerbittlichem Nachdruck gestellt werden.


So wie dies in diesen Tagen wieder einmal der Fall gewesen ist, und der jüngste Anlass für die vorwurfswollen Fragen ist, wie so oft hier auf Mallorca, der Umgang der da oben mit Inselresidenten aus Deutschland. Der alemannische Lappen, nicht zum ersten Male ist dieser der Stein des Anstosses.


Willkürlich, so muss man dies leider konstatieren, kassiert man hier den armen deutschen Residenten ab, und im Grunde ist für diese Verhaltensweise der spanischen Politik und Behörden nur eine einzige Terminologie angebracht. Es ist nämlich eine ausgemachte Schweinerei, was hier geschieht.


Diese durchaus deftige Einschätzung des Sachverhalts lässt sich ganz einfach und sogar mehrfach begründen. Zum Beispiel mit der unbestrittenen Tatsache, dass in dieser Angelegenheit hier auf Mallorca, wie auch sonst in ganz Spanien üblich, mit zweierlei Mass gemessen wird.


Die eine Polizei interessiert das überflüssige wie schikanöse Gesetz nicht, der anderen ist dies ebenfalls eher egal, während die dritte, die Guardia Civil, munter und kräftig abkassiert. Meist zumindest, aber auch bei der Letzteren wird dies nicht immer vorgenommen, wie ich in einem Gespräch mit einem der Beamten herausfinden konnte.


Wie viele unter Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser auf Mallorca, haben den deutschen Führerschein in der Tasche, ohne irgendwelche Begleitpapiere, konkret ohne dieses den Bürger bevormundende Gesundheitszeugnis, dass die spanische Regierung fern ab jeglicher Europafreundlichkeit anno 2006 auch für EU-Ausländer beschlossen hatte.


Ich selbst kenne Dutzende, die damit bis dato unbeschwert, unfallfrei und problemlos herumfahren. Dieser ist im Grunde auch gültig, allerdings gibt es in Spanien ein Gesetz, welches besagt, dass die Geltungsdauer jedes Führerscheins, wo auch immer dieser ausgestellt wurde auf diesem Globus, dem spanischen Recht untersteht, sobald sein Besitzer sich hier damit für, je nach Alter, unterschiedlich lange Zeiträume ans Steuer setzt.


Damit ist der deutsche Führerschein, der in einem doch so freien Europa innerhalb der EU eigentlich uneingeschränkt gültig sein sollte, unvermittelt und plötzlich nur noch befristet gültig, sollten Sie sich in Spanien und damit auch auf Mallorca niederlassen. Der eigenverantwortllich handelnde Deutsche wird in diesem freien Europa in Spanien zu einem bevormundeten Zeitgenossen.


Wenn die Gnade derjenigen, die sich scheints auch die unsinnigsten Gesetze einfallen lassen können, wenigstens einigermassen erkennbar vor dem knallharten Recht gehen würde, man also dieses eher läppische Vergehen mit einer ebenso läppischen Busse ahnden würde, dann könnte man das Auge des Betrachters noch zudrücken.


Pustekuchen, und genau dies ist es, was mich seit Längerem an der Lauterkeit eines unaufhörlich und unerbittlich wiehernden Amtsschimmels in Spanien zweifeln lässt. Nicht etwa zwanzig Euro Bussgeld wird veranschlagt, was auf der Insel Mallorca bei Durchschnittsnettolöhnen von nicht einmal 1000 Euro immer noch genug wäre. Nein, satte 450 Euro Strafe, im Prinzip also etwa einen halben Durchschnittsmonatslohn knallt man dem erstaunten und keiner Schuld bewussten Deutschen vor den Latz.


Unter diesem Betrag wird der spanische Behörden-Wilhelm scheinbar auch gar nicht mehr tätig. Wen wunderts, denn, auch wenn diese Wilhelms in vielen Fällen ausser Schikanöses kaum noch Sinnvolles zu tun haben, bezahlt werden müssen sie ja in jedem Fall, irgendwie. Und vielleicht genau deshalb gibt es hier bei uns auf Mallorca, wie andererorten zuweilen auch, immer mal wieder ein neues Gesetz.


Mit dem altbekannten Despotenvers, Ich brauch mehr Kriminelle, also mache ich schnell ein neues Gesetz, grüsse ich die unzähligen Amtsschimmel in Madrid, Barcelona und in Palma, auf der Baleareninsel Mallorca. Eines ist sicher, mit dieser Politik werdet ihr in Zukunft immer mehr Deutsche und andere EU-Bürger aus eurem Land wie auch von unserer schönen Insel vertreiben.


Meine Grüße nach Deutschland, sie gehen an eine Exlandrätin aus Fürth. Gabrielle Pauli, die selbsternannte CSU Rebellin mit dem moralischen Zeigefinger, mit dem sie zu gerne gnadenlos auf andere zeigt, und den sie doch besser ab und an auf sich selbst richten sollte. So wie jetzt zum Beispiel.


Gabrielle Pauli wollte sich so gerne einen schönen Lenz machen, mit satten 3900 Euro Pension, und das mit gerade einmal fünfzig Lenzen. Dabei ist sie freiwillig, ohne Not, von ihrem Posten zurückgetreten. Überall abkassieren, von Gazetten reichlich Kohle dafür erhalten, dass man kübelweise Mist über die Köpfe der eigenen Parteikollegen schüttet, und dann letztendlich auf Kosten des deutschen Steuerzahlers zwölf Jahre früher als üblich, im vollen Safte des Lebens stehend, die Füsse hochlegen. Da hat der Fürther Kreistag zu Recht die Notbremse gezogen.


Viele Millionen andere müssen sich bis zum Rentenalter mit 1000 Euro oder weniger abschuften, und werden dann im Alter ebenfalls nur mit Almosen abgespeist, Frau Garbrielle Pauli. Nicht nur in meinen Augen wirkt Ihr Verhalten geradezu niederträchtig, insbesondere da Sie, wie man hört, jetzt auch noch den Klageweg beschreiten wollen.


Wie immer meine Grüße auch an alle anderen hier auf meiner Insel. Eine Insel Mallorca, auf der zehntausende Menschen tagein, tagaus für gerade einmal 800 bis 1000 Euro netto mächtig schuften müssen. Und dies bei stetig steigenden Lebenshaltungskosten. Ohne jegliche Aussicht auf ein würdevolles Leben im Alter.


Herzliche Grüße von der Insel Mallorca


Ihr Marlon

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