Capdepera
Die Gemeinde Capdepera liegt im Nordosten Mallorcas mit Verwaltungssitz in der gleichnamigen Stadt. Die Gemeinde ist 75 Kilometer von der Hauptstadt Palma entfernt.Der Ort zeichnet sich durch seine mit Blumen geschmückten Natursteinhäuser und die engen Pflasterstraßen aus. Die Gemeine umfasst eine Fläche von 55 km² und ca. 12.000 Einwohner. Rund 14 Prozent der Einwohner sind Deutsche.
Capdepera liegt in der Ebene des Llevant. Hier erheben sich kleinflächige, stark erodierte Bergketten, die mit Strauchheiden und vereinzelten Kiefern bewachsen sind. Die höchsten Erhebungen sind der Puig des Raco mit 371 Metern, der Puig de ses Fites mit 351 Metern, der Puig de son Jordi mit 316 Metern und der Puig Negre de sa Torre mit 275 Metern, auf dem sich in 271 Metern ein alter Wachturm zum Schutz vor Piraten befindet.
Zudem gibt es hier 5 weitere Erhebungen mit einer Höhe zwischen 235 Metern und 159 Metern. Diese sind Puig de s’Aguila, Puig de sa Cova Negra, Talaia Vella, Puig Saguer und Puig de Capdepera. Der Name Cales de Capdepera fasst die Küstenorte Cala Rajada, Cala Mesquida, Font de Sa Cala, und Canyamel zusammen, die nur wenige Kilometer von Capdepera entfernt liegen.
Hier finden sich viele Touristen ein. Die kunsthistorische Hauptattraktion der Gegend ist die Festung Capdepera. Ihr Grundriss ist dreieckig. Im Eingangsbereich steht ein massiver Verteidigungsturm. Das Portal der Festung stammt aus dem 16. Jahrhundert. Seitlich vom Portal befindet sich ein weiterer, kleinerer Verteidigungsturm. Die Festungsmauern sind von hier aus komplett begehbar. Die Wohnhäuser, die früher innerhalb der Festung standen und unmittelbar an den Mauern erbaut worden waren, sind abgerissen. Das ehemalige Hauptportal, das sich in der Westecke befindet, wurde nach Jaume 1 benannt.
Am höchsten Punkt der Anlage, in der Nordecke, befindet sich die Kapelle. Ursprünglich war sie dem heiligen Petrus gewidmet und beherbergte eine gotische Marienstatue. Über diese wurde früher eine Legende erzählt. Diese besagte, das Capdepera am Ende des 14. Jahrhunderts von Piraten angegriffen wurde. Die Bewohner holten sich die Madonna zur Hilfe, indem sie sie aus der Kapelle nahmen und auf die Mauer stellten. Auf wundersame Weise seien danach die Angriffe durch dicht auftretenden Nebel beendet worden. Seitdem heißen Madonna und ihre Kapelle Nuestra Senyora de la Esperanza.
In der Kapelle befindet sich außerdem eine Christus-Statue aus Orangenholz. Diese wird in ihrer Entstehung auf das 14. Jahrhundert geschätzt und war früher farbig gefasst. Das Dach der Kirche diente einst zu Verteidigungszwecken und die Schießscharten sind noch immer erkennbar. Heute dient es als Aussichtsterrasse aufs Meer hinaus. Die Zisterne auf dem Vorplatz der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Zentral in der Festung steht der Turm Miquel Nunis. Es wird vermutet das sein quadratisches Untergeschoss noch vom maurischen Vorgängerbau stammt. Bis ins 19. Jahrhundert war der Turm wegen seiner Funktion als Wachturm doppelt so hoch wie er es jetzt ist.
Jedes Jahr am dritten Wochenende im Mai, findet in Capdepera der Mercat Medieval statt. Hierbei handelt es sich um einen mittelalterlichen Handwerkermarkt. Während diesem Markt finden Straßenumzüge und musikalische Darbietungen statt. Vom 10. bis 16. Juli findet das Capdepera Mare de Déu del Carme statt. Es ist ein Fest zu Ehren der Schutzheiligen der Fischer, mit einer Prozession der Fischerboote auf See.
Der Wochenmarkt findet jeweils am Mittwoch statt.
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