Algaida
Die Gemeinde Algaida auf Mallorca hat eine Fläche von 89,7 km². Die gleichnamige Stadt hat ca. 2.500 Einwohner. Algaida liegt im südöstlichen Teil der Insel. Der Name der Stadt kommt aus dem arabischen und bedeutet auf Deutsch so viel wie, der Wald. Bekannteste Sehenswürdigkeit der Gemeinde ist der Berg Puig de Randa, auf dem sich gleich drei Klosterheiligtümer befinden. Auf der untersten Terrasse das Santuario de Nuestra Señora de Gracia, eine „Eremitage“ aus dem 15. Jahrhundert. Wie ein Schwalbennest wurde diese am Rande des Berghanges erbaut.
Auf der zweiten Terrasse befindet sich das Santuario de Sant Honorat, das aus dem 14. Jahrhundert stammt. Und schließlich ist auf der Spitze des Berges das Santuari nuestra Seniora de Cura. Hierbei handelt es sich um eine franziskanische „Eremitage“ und eine Wirkungsstätte des Ramon Llul, Mallorcas großem Religionsphilosophen und Gelehrten. Dieser wurde im Jahr 1232 als Sohn katalanischer Eltern geboren und seine religiöse Vision war das friedliche und geistig fruchtbare Zusammensein von Juden, Christen und Muslimen.
An der Hauptstraße nach Manacor steht einige Kilometer hinter Algaida auf der rechten Seite als Reklame ein Osborne-Stier der andalusischen Brandy-Brennerei Osborne. Er ist der Einzige auf Mallorca. Der für Spanien so typische Blechbulle, bei Verfechtern mallorquinischer Autonomie als Symbol der Fremdherrschaft offensichtlich wenig beliebt, hat schon mehrere Anschläge aushalten müssen, wurde aber immer wieder aufgebaut. Als „Nationales Kulturgut“ steht der Osborne-Stier jetzt sogar spanienweit unter besonderem Schutz.
Weitere Sehenswürdigkeiten Algaidas sind die Wegekreuze. So zum Beispiel das Creu dén Massot und das Creu des Colomer. Außerdem befinden sich in dieser Gegend viele, für Mallorca sehr typische, Windmühlen. Auch die Wallfahrtskapelle des Mare de Déu de la Pau de Castellitx ist ein beliebtes Ziel der Touristen.
Neunzehn Kilometer hinter Palma an der Hauptstraße nach Manacor kurz vor Algaida befindet sich die älteste Glasbläserei der Insel. Diese ist die Glasfabrikation Gordiola. In der Werkstatt der Familie Gordiola kann man den Glasbläsern bei der Arbeit über die Schultern schauen und die Herstellung der wertvollen Stücke live miterleben. Die Glasbläserei ist in einem burgartigen Gemäuer untergebracht. Die riesigen Verkaufsräume sind voll und ganz auf die täglich anrollenden Busladungen mit Touristen eingerichtet.
Die Preise für die hochwertigen Keramik- und Glaserzeugnisse sind hier durchaus angemessen und erschwinglich. Im Obergeschoss befindet sich ein kleines Museum mit alten Möbeln und Ritterrüstungen, aber auch mit Glaskunst aus aller Welt.
Auch der Ledersupermarkt Alorda zieht die Touristen an und wird gerne und häufig besucht und besichtigt. Zwar findet man hier selten etwas billiges, was aber lockt ist die gute Qualität der hochwertigen Waren. Außerdem gibt es hier eine so genannte Likör Degustation, in der der Besucher vor dem Kauf erst einmal alle Schnäpse probieren darf.
Von Algaida aus sind es etwa drei Kilometer zur Ermita de la Pau, der ältesten Kirche der Insel. Sie wurde erst vor kurzem restauriert und befindet sich auf einer kleinen Anhöhe. Der Schlüssel für das Tor ist im Gehöft nebenan erhältlich, aber anscheinend ist sie nur ein lohnendes Ziel für stark Kultur interessierte Touristen. Denn viele Besucher hat sie nicht.
Einer der bekanntesten Geheimtipps für mallorquinische Küche ist das Restaurant Cal´dimoni. Auf Deutsch bedeutet der Name so viel wie, Zum Teufel und ein ebensolcher steht bunt bemalt vor der Tür, um den Besuchern zu zeigen, dass sie hier genau richtig sind.
Algaida hat vor allem denen viel zu bieten, die Interesse an Glas und Leder haben und sich derartige Waren kaufen wollen, denn die Auswahl an diesen Dingen ist hier praktisch unbegrenzt. Aber auch Freunde der Kultur finden hier das ein oder andere, das sich lohnt zu besichtigen.
Als reiner Urlaubsort ist Algaida nicht unbedingt zu empfehlen, aber ein Tagesausflug in diese Stadt lohnt sich eigentlich immer und wird deshalb auch von vielen Touristen gebucht.
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