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Nie mehr Mallorca-Urlaub wegen perverser Tierquälerei

Erstellt: 2010-05-18 20:09:57
Tierquälerei auf Mallorca

Tierquälerei ist ein Dauerthema auf Mallorca, so wie im übrigen Spanien auch. Engagierte Tierschützer kämpfen seit vielen Jahren verzweifelt um das Leben zahlloser misshandelter Tiere auf der Baleareninsel.

Vor allem Hunde sind es, die besonders zu leiden haben. Aber nicht nur. Bereits an der Vielzahl der Tierschutzvereine auf Mallorca kann der Unbeteiligte erkennen, dass irgendetwas nicht stimmen kann, im Verhältnis der Mallorquiner zu ihren Tieren.

Auf einer Insel Mallorca, auf der es 60 (!) Schießwettbewerbe im Jahr gibt, bei denen Wachteln als lebendige Zielscheiben aus Katapulten herausgeschleudert werden, damit die teilnehmenden Schützen sie mit Schrotkugeln zerfetzen können, muss schon viel geschehen, bis selbst Inselkenner ungläubig mit dem Kopf schütteln.

Ein Ferienerlebnis der besonderen Art hat jetzt Lea B. erlebt, eine Studentin aus Berlin, die von ihren Eltern zunächst erst einmal überredet werden musste, mit nach Palma de Mallorca in den Urlaub zu fliegen. Lea B.  dachte nämlich, dass die Insel Mallorca in erster Linie mit Massentourismus und volltrunkenen Gästen am Ballermann gleichzusetzen ist. Deshalb war sie zunächst auch positiv überrascht, als sie in den ersten Urlaubstagen Mallorca nach und nach näher kennenlernte.

Und als Lea B. begann sich in Mallorca zu verlieben, lernte sie das spezielle Verhältnis der Mallorquiner zu ihren Haustieren kennen. Das Traurige dabei ist, dass es hierbei leider nicht um einen Einzelfall handelt.

Dieses Erlebnis, genauer, die maßlose Quälerei eines Hundewelpen, ist für den Urlaubsgast an sich bereits nicht nachvollziehbar. Und was dann in der Folge geschieht, wenn ein Tierfreund die perverse Quälerei unterbinden möchte, löst ebenfalls ungläubiges Kopfschütteln aus.


Der erste und zugleich letzte Mallorca-Urlaub

Lea B., Studentin aus Berlin, kam jetzt, Mitte Mai 2010, von ihrem Mallorca-Urlaub zurück. Es sollte ihr erster und zugleich auch letzter Mallorca-Urlaub werden, wie sich später herausstellen wird.

Gemeinsam mit ihrem Freund und ihrer Familie wohnt sie in einer Ferienwohnung in Port de Pollenca. Und Lea B. war zunächst begeistert beim Anblick der schönen Strände, der traumhaften Buchten und den imposanten Bergen der Serra de Tramuntana. Zudem hatte es ihr die mallorquinische Küche angetan. Lea B. hatte die Insel Mallorca bereits insgeheim zu ihrem neuen Lieblingsferienziel erklärt.

Dann jedoch geschieht das Unfassbare. Es ist Mittwoch, der 12. Mai. Die Kulisse ist der Strand von Son Baulo, in der Nähe von Can Picafort. Es ist etwa 18 Uhr. Eigentlich könnte es nicht schöner sein.

Strahlender Sonnenschein, das türkisfarbene Meer, Mallorca-Strandromantik. Genau so möchte jeder seinen Urlaub verbingen.


Der Mann wirft den Welpen wie ein Stück Holz ins Wasser

Lea B. erzählt: "Zwei Männer, ein kleines Mädchen und ein kleiner Welpe. Alle spielen gemeinsam am Strand. Ich genieße mit meiner Familie die warme Sonne und das türkis schimmernde Wasser.

Tierquälerei am Strand Son Baulo nahe Can Picafort auf Mallorca Im Augenwinkel sehe ich, wie einer der Männer den Welpen ins Wasser wirft. Das erregt meine Aufmerksamkeit. Was zuerst wie Spaß aussieht, entpuppt sich schnell als bloße Quälerei. Kaum ist der Yorkshire Terrier wieder an Land, packt ihn der Mann an einem Bein und wirft ihn, wie ein Stück Holz, ins Wasser. Diesmal höher und weiter als zuvor. Der Hund kommt unsanft im Wasser auf.

Er strampelt sich mühevoll im tiefen Wasser ab, und schafft es nicht aus eigener Kraft sich zu retten. Die belustigten Besitzer an Land lachen und amüsieren sich darüber, während der Hund mit dem Leben ringt."


Urlauber am Strand sind geschockt

Eine couragierte Urlauberin sprintet ins Wasser, und rettet den Hund. Frau Schmidt aus Elze, wie sich später herausstellt. Gemeinsam mit ihrem Mann hat auch sie das Geschehen beobachtet. Beide werden später Strafanzeige gegen den Hundehalter erstatten.

Der kleine Yorkshire Terrier zittert am kleinen Leib. Er überlebt zum Glück. Die anwesenden Urlauber sind geschockt, während der Besitzer erstaunt darüber ist, dass über ein Tier soviel Aufhebens gemacht wird.

Die Tierretter eilen mit dem Welpen zum nahegelegenen Hotel Ferrer Concord, und lassen die Polizei rufen. Der Hundebesitzer eilt hinzu und erklärt dem Hotelpersonal auf spanisch seine Sicht der Dinge. Die Retter des Hundwelpen können sich mangels Sprachkenntnisse nicht verständigen. Die Hotelangestellte scheint, genauso wie der Tierquäler, belustigt von dem Vorfall.

Die Guardia Civil kommt. Sie weist sich nicht aus, und scheint wenig motiviert. Verständlich, wenn man von der erheblichen, zusätzlichen Belastung der Polizisten im Zuge der zahllosen Korruptionsermittlungen auf Mallorca weiß. Da muss vieles Andere einfach zu kurz kommen. Die Polizei auf Mallorca ist hoffnungslos überfordert.


Tumult zwischen meiner Familie, der Guardia Civil und den Übersetzern

Lea B. weiter: "Da wir ihnen wegen der Sprachbarriere den Fall nicht direkt erklären können, hilft uns die Hotelangestellte. Wieder erzählt sie das ganze mit einem Dauergrinsen auf dem Gesicht. Sie scheint den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben. Als der Sachverhalt klar ist, wird mir der Hund forsch aus dem Arm genommen.

Hund als Generatorantrieb auf der Insel MallorcaEs entsteht ein lauter Tumult zwischen meiner Familie, der Guardia Civil und den Übersetzern. Wir wollen verhindern, dass der Welpe zurück zu dem Mann kommt, der ihn berechnend ins Wasser geschmissen hat und ihn hätte ertrinken lassen.

Man sagt uns, in Spanien sei alles anders, aber man werde die Papiere des Besitzers überprüfen."

Doch die Retter des kleinen Welpen wollen sich nicht damit zufrieden geben. In Spanien gibt es schließlich auch ein Tierschutzgesetz, welches Tierquälerei unter Strafe stellt. Die beiden Familien wolllen unbedingt verhindern, dass das mißhandelte Tier dem perversen Hundehalter zurückgegeben wird.

Ein Tierarzt soll her. Der Wunsch wird verweigert. Man wird zurecht gewiesen. Eine Anzeigeerstattung sei kaum möglich, weil die Tierretter dann zu einer Zeugenaussage erneut nach Mallorca fliegen müssten. Eine Ausrede, wie sich hinterher herausstellt.


Die schrecklichen Bilder der Tierquälerei

Lea B. will die Angelegenheit jedoch nicht so einfach auf sich beruhen lassen. Sie kann die schrecklichen Bilder der Tierquälerei einfach nicht vergessen. Und sie findet, dass der Tierquäler bestraft werden muss. Sie beabsichtigt jetzt von Deutschland aus gemeinsam mit Tierschützern den kleinen Welpen zu befreien. Sie möchte zudem erreichen, dass der Besitzer bestraft wird. Zur Vorsicht hat sie das Kennzeichen - PGC5106N - des Polizeiwagens der Guardia Civil notiert.

Lea B. wörtlich: "Dafür setze ich, auch von Deutschland aus, alle Hebel in Kraft."


Lea B. sagt Adios Mallorca

Trauriges Hundeleben auf der Insel Mallorca Studentin Lea B. jedenfalls hat ihre Entscheidung getroffen. Es ist eine Entscheidung gegen die Insel Mallorca als künftiges Ferienziel für sie und ihre Familie.

Lea B.: "Doch wer möchte schon gerne Urlaub in einem Land machen, wo man Hunde an Bäumen erhängt, in Glasboxen hält oder auf andere schlimme Art und Weise quält?!

Und möchte man in einer Gesellschaft Urlaub machen, in der man das Gefühl hat nicht ernst genommen zu werden?! Für mich und meine Familie sieht so nicht das Paradies aus. Darum muss ich leider sagen, Adios Mallorca!“

Wer will es Lea B. verdenken.

Es ist leider viel zu selten, dass jemand den Mut hat einzuschreiten. Die Familie von Lea B. und das Ehepaar Schmidt haben nicht einfach tatenlos zugesehen, wie der kleine Hundewelpe am Strand von Son Baulo auf Mallorca zu Tode gequält wurde. So konnten sie das kleine Hundeleben noch retten. Vorerst zumindest.

Lea B. appelliert an alle, die am 12. Mai am besagten Strand von Son Baolo und später im Hotel Ferrer Concord Zeuge des Geschehens geworden sind, sich bei ihr zu melden. Entsprechende Zuschriften leitet die Mallorca-Redaktion gerne weiter.






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